James Bond - Casino Royale (2006)
James Bond 007 - Casino Royale
James Bond - Casino Royale (2006) James Bond 007 - Casino Royale
Oder: Faites vos Jeux!
James Bond (Daniel Craig) ist Agent in Diensten des britischen Geheimdienstes. Als er zwei aufeinanderfolgende Eliminierungen zur vollen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausführen kann, wird er in den "Doppel-Null"-Status erhoben. Das heisst, er bekommt die Lizenz zu Töten.
Als er allerdings bei seinem ersten Auftrag auf den Bahamas ein Konsulat auseinandernimmt, nur um einen vermeintlich kleinen Fisch zu fangen, und sich ausserdem in England Zutritt zur Wohnung seiner Chefin M (Dame Judi Dench) verschafft, lupft es der Dame den Hut, und Bond kann bleiben wo der Pfeffer wächst. Agent wie er nun mal ist, schnüffelt 007 weiter und kommt in Kontakt mit einem Herrn namens Dimitrios (Simon Abkarian), dessen Frau er verführt und dessen Informationen er sich holt.
Als der MI-6 in Erfahrung bringen kann, dass im Casino Royale in Montenegro ein Pokerspiel der speziellen Art stattfindet, wird Bond wieder kontaktiert. Ein Teilnehmer an diesem Spiel ist nämlich ein Terroristen-Banker namens Le Chiffre (Mads Mikkelsen), der durch den Gewinn dieses mit 150 Millionen Dollar dotierten Spiels seine Verbrecherkunden bereichern will. Und der beste Pokerspieler des britischen Geheimdienstes soll dagegen halten. James Bond.
Sollten die 10 Millionen Einsatz nicht ausreichen, gibt es 5 Millionen "Backup", mit denen man sich wieder ins Spiel kaufen kann. Diese jedoch werden von der schönen Vesper Lynd (Eva Green) verwaltet, die auf Bond angesetzt wurde, um den ungestümen Kerl unter Kontrolle zu halten, und ihm zu assistieren.
Das Pokerspiel (unter der Leitung vom Schweizer Bond-Export Carlos Leal) nimmt immer grössere Ausmasse an und wird längst nicht mehr nur am grünen Tisch gespielt. James Bond muss sich seiner Haut wehren, wenn er verhindern will, dass England mit seinem Geldeinsatz nicht die terroristischen Organisationen praktisch gleich selber mitfinanziert.
Kinofilm-Rating
Wenn eine Filmreihe im Schlammassel steckt und sie nicht mehr daraus herausmanövriert werden kann, dann beginnt man einfach die Geschichte von neuem. Das war bei Batman begins so, sogar Superman returns ignorierte bereits bekannte Teile der Serie und in den Tiefen des Weltraums, bei Star Trek 11, wird es wohl auch nicht anders sein. Eine Franchise in den Jugendjahren. Ein Neustart der Serie. Das wollten die Produzenten des neuesten 007-Abenteuers James Bond: Casino Royale bewirken. Und ihr Versucht schlägt genau in die richtige Kerbe.
Was haben sie alle aufgeschrien: Die Fans, die Kenner, die Spezialisten. "Hilfe, Pierce Brosnan machts nicht mehr!" Wer, um Himmels Willen, soll in diese ach so grossen Fusstapfen treten? Noch lauter wurden die Schreie und Unmutsäusserungen, als bekannt wurde, dass der bisher noch nicht so bekannte Daniel Craig in die Rolle des 007 schlüpfen sollte. Da kam der Herr doch mit Schwimmweste über die Themse zur ersten Pressekonferenz. Ausserdem könne er keine von Hand geschalteten Autos fahren und habe einen Sonnenbrand während der Dreharbeiten bekommen. So ein Weichei!
All diese Menschen, diese Kenner der Serie, düften mit offenen Augen staunend im Kino sitzen, wenn die ersten Takte von James Bond: Casino Royale über die Leinwand flimmern. Denn was die nächsten gut 140 Minuten folgt, ist ein Action-Agenten-Thriller, der sich den bisher stets geschniegelten Agenten so roh und animalisch zeigt, wie man es kaum für möglich gehalten hätte.
Die Geschichte zieht sich, wie bei dieser Filmreihe nicht anders üblich, über mehrere Kontinente und spielt in den verschiedensten, meist traumhaft schönen Städten. Angereichert mit einer überraschend wohl proportionierten Dosis Humor, schlägt sich Daniel Craig hervorragend als James Bond, er sich nicht zu schade ist, zwischendurch mal in den Dreck zu tauchen und ab und zu mal deftig eine in die Fresse kriegt. Genau das wars, was man im letzten, aufgeblasenen Comicstrip Die another Day vermisste: Intensität, Einsatz und Härte.
Neben dem sehr guten Hauptdarsteller sind natürlich auch die Damen immer ein Augenschmaus. Eva Green ist niedlich und überrascht in mehrfacher Hinsicht. Wichtiger noch als die schönen Bond-Girls ist jedoch der Bösewicht. Der Däne Mads Mikkelsen (bald im fantastischen Adam's Apples zu sehen) versucht, den klassischen Bad-Guy zu verkörpern, kann sich aber nicht in die Reihe von Auric Goldfinger oder Ernst Blofeld einreihen. Dafür ist seine Figur zu schwach und zu wenig bedrohend.
Ist James Bond: Casino Royale also der beste Bondfilm aller Zeiten? Ist Daniel Craig der ultimative Nachfolger von Sean Connery? Beide Fragen können (oder müssen) noch mit "nein" beantwortet werden. Die Produzenten sind aber ganz klar auf der richtigen Spur, um wieder an ältere, spannende Geschichten anzuknüpfen und den Besuch eines James-Bond-Abenteuers zu einem Happening zu machen.
Fazit: James Bond: Casino Royale ist ein sehr guter und gelungener Neustart der Serie, die uns einen Daniel Craig präsentiert, der neben gutem Aussehen, einem beeindruckenden Six-Pack und dem Schalk in den stahlblauen Augen auch das schauspielerische Talent dazu hat, diese Figur des 007 neu zu prägen. Sogar einen anständigen Song haben sie produziert, wobei das Intro an sich die klassischen und meist leicht bekleideten Mädchen vermissen lässt und auch sonst gewöhnungsbedürftig ist.
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