Inside Man (2006)
Inside Man (2006)

Mit Terence Blanchard zeichnet ein eher unbekannter Komponist verantwortlich für Inside Man. Blanchard war bis jetzt in unzählige Projekte verwickelt, von welchen jedoch gerade mal Original Sin mit Angelina Jolie und Antonio Banderas, Glitter, 25th Hour und Drum mit etwas Aufmerksamkeit vom breiteren Publikum beschert wurden. Mit Inside Man präsentiert er uns einen jazzig-funkigen, orchestralen Sound, der dem Film von Spike Lee durchaus dient, jedoch auf CD nicht für eine volle Stunde zu überzeugen vermag!
Der Score ist grösstenteils orchestral und wird von jazzigen Soloinstrumenten wie E-Bass und E-Gitarre sowie Saxophon, Keyboard/Hammondorgel und Klavier begleitet. Der Effekt ist durchaus unterhaltsam. Er verleiht der Komposition dadurch stellenweise eine gewisse Coolness, welche perfekt zu den berechnenden, coolen Charakteren im Film passt. Das Album eröffnet mit einem ominösen Thema, welches oftmals bei den Banküberfallszenen zum tragen kommt. In "Thrown A Bone" wie auch "Food Chain" führt Blanchard zwei weitere Themen ein, welche cool und lässig daher kommen und oftmals mit Schlagzeug und Synthisiezern einen vorantreibenden, kontrollierten Effekt bekommen. Diese Themen sind durchaus wirkungsvoll und schön anzuhören, doch werden sie zu oft in selbigen und ähnlichen Formen wiederholt, sodass mit der Zeit eine gewisse Abnutzungserscheinung auftritt. Diese unerwünschte Kontinuität wird aber auch das eine oder andere mal gebrochen (in diesem Falle kommen die "Brüche" jedoch durchaus gelegen): in "Defend Brooklyn" erzeugt Blanchard eine traumähnliche Stimmung, welche ebenso aus einem Harry Potter-Film stammen könnte und mit "Nazis Pay too Well" komponierte er eine, im Grundkonzept sehr stark an die (barocke) Klassik erinnernde, Passage für Streicher. Dies klingt sehr schön!
Mit diesen und ähnlichen Einwürfen verleit er der Komposition zwar "exotische" Aspekte, aber er lässt den Hörer manchmal auch etwas verloren stehen (man weiss nicht, ob man sich immer noch dasselbe Album anhört oder nicht). Das Album schliesst mit einem Bollywood-Song "Chaiyya Chaiyya". Dieser Song macht im Film ebenfalls eine gute Figur und leitet schmissig über in die End Credits. Besonders gegen den Schluss des Songs, wenn die von Terence Blanchard produzierten orchestralen Einwürfe zu einer vollumfänglichen Begleitung werden, hört er sich wirklich interessant an. Da der Bollywood-Sound für die einen oder anderen jedoch etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte, wird er wahrscheinlich nicht jedem gefallen, aber er lässt sich ja auch gut überspringen.
Fazit: Mit Inside Man liefert Terence Blanchard eine Komposition, die wunderbar zum filmischen Geschehen passt. Damit erfüllt sie den primären Zweck einer Filmmusik auch ohne weiteres. Als fast 60-minütiges Werk vermag sie ohne die Bilder jedoch nicht voll und ganz zu überzeugen und konstant zu unterhalten. Als Filmsouvenir ist sie jedoch durchaus zu empfehlen und mit etwas Programmieren der Trackabfolge kann der Hörgenuss evt. noch etwas gesteigert werden.
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