The Illusionist (2006)
The Illusionist (2006)
Oder: und weg ist das Taschentuch, Hex Hex...
Die Geschichte des Magiers, der heute nur noch als Eisenheim (Edward Norton) bekannt ist, ist genau so vielseitig, wie seine Auftritte. Wie genau er seine Kräfte erhielt, ist bis heute ein Mysterium, aber es wird vermutet, dass er sie von einem wandernden Magier erhielt. Eisenheim begann darauf diese Kräfte zu erkunden und erfand immer mehr Tricks, bis er eines Tages Sophie von Treschen (Jessica Biel) kennen lernt. Zwischen den beiden erblüht eine Jugendliebe, die ihnen aber wegen der adeligen Herkunft von Sophie verboten wird. Gekränkt zieht Eisenheim in die Welt hinaus, um nach den letzten Mysterien zu suchen.
Fünfzehn Jahre später trifft er in Wien ein, beginnt mit seinen ersten öffentlichen Vorführungen und begeistert sofort die Massen. Unglaubliche Demonstrationen führen sogar dazu, dass ihm richtige Magie nachgesagt wird und sein Ruf hallt sogar bis zum österreichischen Adel hinauf. Thronerbe Leopold (Rufus Sewell) besucht mit seiner Verlobten Sophie die Vorführung und ist felsenfest davon überzeugt, die Tricks des Magiers auf die schnelle zu entlarven. Als Sophie Eisenheim auf der Bühne assistiert, erkennen sich die beiden wieder und ihre Jugendliebe erwacht von neuem.
Kaum hegt Leopold den Verdacht, dass seine Verlobte etwas mit Eisenheim verbindet, setzt er den Chief Inspector Uhl (Paul Giamatti) auf Eisenheim an und setzt alles daran ihn aus dem Weg zu räumen. Was anfänglich mit dem Schliessen der Vorstellung beginnt, artet immer mehr in eine Menschenhatz aus, bei der dem Thronerben jedes Mittel recht ist. Während Eisenheim immer mehr in die Ecke gedrängt wird und immer nach neuen Möglichkeiten suchen muss um vor ein Publikum zu treten, wird die Jagt abrupt von einem Mord unterbrochen....
Kinofilm-Rating
In den letzten Jahren kam es regelmässig vor, dass zwei Filme beinahe das gleiche Thema hatten. Armageddon und Deep Impact waren solche, sowie auch Volcano und Dantes Peak. The Illusionist hat seinen Gegenpol in The Prestige. Wie auch in den anderen Filmen gibt es unter anderem auch finanzielle Unterschiede. Während The Prestige $40 Millionen als Budget zur Verfügung steht beschränkt, sich das von The Illusionist auf bescheidene $17 Millionen. Dies hat allerdings überhaupt nichts in Sachen Qualität zu bedeuten, viele gute Filme können mit recht wenig Geld auskommen. Dennoch, wenn jetzt eine Prognose gewünscht ist, wird wohl eher The Prestige das Duell zwischen den beiden zauberhaften Streifen gewinnen.
The Illusionist basiert ursprünglich auf einer Kurzgeschichte, die vom Regisseur Neil Burger möglichst realistisch umgesetzt wurde. Die Charaktere, die Sets und auch die Dialoge sind gut ausgearbeitet und vor allem letzteres sorgt immer wieder für Schmunzler. Wie auch Das Parfüm nimmt sich The Illusionist sehr viel Zeit, seine Story zu erzählen und die einzelnen Szenen reich zu bebildern. Dennoch macht sich schnell Enttäuschung breit. Nach einem guten Anfang mit einigen durchaus gelungenen Szenen wird The Illusionist bald zur Routine und trotz einiger witziger Dialoge vermag der Funken nicht rüberspringen. Ausser dem Chief Inspector Uhl, der oft die Lacher auf seiner Seite hat, sind etablierte Schauspieler wie Edward Norton oder Jessica Biel enttäuschend blass. Emotionslos und steif raspeln sie ihre Zeilen herunter und nur in wenigen Szenen nimmt man ihre Beziehung wirklich ernst.
Die Zaubertricks, welche eigentlich eines der Hauptthemen wären, basieren alle auf tatsächlichen Tricks, welche zu der Zeit durchgeführt wurden und sind durchaus gelungen. Allerdings fehlt hier deutlich eine Steigerung und nach einem sehr spektakulären Einstieg bieten sie kaum mehr Neues das mehr bieten würde. Letztendlich wiederholen sie sich im letzten Drittel so lange, dass es beinahe langweilig wird und sie nur als Rahmenhandlung für die letzten Szenen dienen. Immerhin haben sie noch einen netten Schlusstwist eingebaut.
Fazit: The Illusionist, der eine sehr intensive und emotionale Geschichte hätte werden können, enttäuscht nach einem gelungenen Einstieg mehr und mehr. Was gut anfängt, zieht sich immer mehr in die Länge und bald herrscht gepflegte Langeweile die wegen mehrmals wiederholten Storywendungen und einer unspektakulären Story bis zum Schluss anhält.
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4.2 Sterne (75 Bewertungen) | 14 Kommentare



