Idiocracy (2006)
Idiocracy (2006)
Oder: Your Floor is now clean!
Amerika im Jahr 2005. Das Land (und somit auch die ganze Welt) ist im wahrsten Sinne am verdummen. Während Menschen mit hohem IQ es nicht zustande bringen, ein Kind in die Welt zu setzen, werden vermeintlich dümmere Frauen schon schwanger, wenn sie schräg angeguckt werden. In dieser Zeit will das amerikanische Militär ein Experiment wagen. Menschen sollen für ein Jahr tiefgefroren werden. Sollte das Wecken dann ohne Probleme gelingen, hätte man viele der aktuellen Probleme gelöst.
Für den ersten Versuch werden zwei Leute ausgewählt. Der extrem durchschnittliche Durchschnittsmensch Joe (Luke Wilson) (es gibt keinen durchschnittlicheren Menschen als ihn) und die Prostituierte Rita (Maya Rudolph). Beide werden in einen sargähnlichen Behälter geschlossen und das Experiment beginnt. Da aber der verantwortliche Militärkopf in einen Sex-Skandal verwickelt wird, vergisst man die Behälter und somit auch Joe und Rita. Für 500 Jahre...
Im Jahr 2505, als die grosse Müllwelle über die Stadt kam, wird Joes Behälter geöffnet und er findet sich in einer für ihn unbekannten Zeit wieder. "Starbucks" ist nicht länger nur für Kaffee zuständig, im Kino läuft ein Film namens "Ass", bei an den Oscars abgeräumt hat (u.a. für das "beste Drehbuch"), obwohl 90 Minuten lang auf ein Füdli gestarrt wird und die Menschheit ist scheinbar definitiv verblödet. Anders ist die Nummer-Eins-TV-Show "Oh! My Balls!" nicht zu erklären.
Joe macht sich auf den Weg, eine Möglichkeit zur Rückkehr in sein Jahrtausend zu finden. Erst muss er sich, zwecks Registrierung, tätowieren lassen (unter dem Namen "Not Sure"), dann besteht er einen strunzdoofen Intelligenztest und wird zu allem Überfluss vom amtierenden US-Präsidenten (und Ex-Wrestler/Ex-Pornostar) Camacho (Terry Crews) zum "intelligentesten Menschen des Planeten" geoutet. Sein neuer Job ist nun Innenminister und seine Aufgabe besteht darin, die Welt zu retten. Für einen durchschnittlichen Durchschnittstypen eine gar nicht so leichte Aufgabe.
DVD-Rating
Luke Wilson ist der "Unbekanntere" der beiden Wilson-Brüder. Während sein Bruder Owen Wilson durch Filme wie Wedding Crashers, You Me and Dupree oder aktuell The Darjeeling Limited (und einen Selbstmordversuch) in den Schlagzeilen stand, hat sich Luke Wilson vielfach für die kleineren Filme wie The Family Stone oder Rushmore entschieden. Und trotzdem vergisst der sympathische Mann mit dem herrlich unwissenden Gesichtsausdruck nicht, auch hin und wieder mal eine richtig gute Komödie zu drehen. Eine wie zum Beispiel Idiocracy.
Es passiert immer wieder, dass in Filmen irgendwelche Experimente in die Hosen gehen und die Protagonisten dann in einer Situation auftauchen, die sie kaum bewältigen können. Auch in Idiocracy stehen Joe und Rita Problemen gegenüber, die auf den ersten Blick lustig und komisch sind, aber beim genaueren Hinsehen einen gar nicht so abwegigen Eindruck machen. Ohne gross auf den sozialen und gesellschaftlichen Hintergrund dieses Filmes eingehen zu wollen, so ist auch in der aktuellen Kino- und TV-Landschaft eine Verdummung fest zu stellen. Anders lassen sich Formate wie "Das Dschungelcamp", "Big Brother" oder einzelne Kinofilme nicht erklären. Der Anspruch der Gesellschaft sinkt und genau davon handelt Idiocracy.
Natürlich ist der Film schlussendlich eine sauglatte Komödie geworden. Klar, wenn der klügste Mensch eigentlich einer mit höchst durchschnittlichem IQ ist. Und trotz all dem Rumgeblödel, den Anspielungen auf bekannte US-Marken (Starbucks, Fox-News, Gatorade) und den teils absolut dämlichen Momenten, hat der Film, beim genauerem Hinsehen, eben schon einen Kern Wahrheit in sich. Auch wenn das viele Leute nicht hören mögen.
Luke Wilson ist in Geschichten bestens aufgehoben, in denen er mit dem "Hä"-Blick durch die Gegend läuft. In Idiocracy kann er davon viel Gebrauch machen. Ein bisschen beschränkt, bedeppert, aber halt grundsympathisch. Joe ist halt einfach ein netter Kerl, den man irgendwie gern haben muss. Seine Filmpartner können da durchaus mithalten. Maya Rudolp (50 First Dates) und Terry Crews (Norbit) übertreibens manchmal zwar ein bisschen, aber schaffen den Absprung vor dem totalen Nerven immer wieder. Auch Dax Shephard (der Astronaut in Zathura) legt eine ordentliche Leistung hin.
Fazit: Idiocracy ist ein lustiger Film geworden, der nicht mit Anspielungen auf die gesellschaftliche Verrottung und Verdummung spart. Zwar nicht ganz so bitterböse, wie es möglich gewesen wäre, aber totzdem gut genug, um den Zuschauer auf den Stockzähnen lächeln zu lassen.
Ein paar zusätzliche Szenen sind die einzigen Bonus-Features auf der DVD. Und die sind zu Recht nicht im Film zu finden. Der Ton ist gewohnt klar und sauber und das Bild wurde ohne Probleme und irgendwelche Schmierereien übertragen. Wenns jetzt noch ein paar interessante Reportagen oder Berichte zum angucken gehabt hätte, könnte man von einer richtig feinen DVD sprechen.
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3.2 Sterne (30 Bewertungen) | 6 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 17.11.2003
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
- Extras: Zusätzliche Szenen



