Ice Age: The Meltdown (2006)

Ice Age 2 - Jetzt taut's

Ice Age: The Meltdown (2006) Ice Age 2 - Jetzt taut's

Oder: Wieso Mammuts eigentlich gar nicht ausgestorben sein sollten.

Ice Age: The Meltdown

Freund oder Mittagessen?

So wie der Nacht der Tag folgt, hat auch die kälteste Eiszeit den Frühling, der sich langsam aber sicher anbahnt. Das grosse Schmelzen versüsst die allgemeine Lage im (noch) eisigen Tal, in dem sich unsere Gemeinschaft tummelt. Darunter befinden sich natürlich auch die drei Helden von Teil 1. Sid das Faultier (John Leguizamo) kümmert sich mit mässigem Erfolg um die Jungtiere, Manny das Mammut (Ray Romano) sorgt gelassen für Ruhe und Ordnung, und Diego der Säbeltiger (Denis Leary) scheint sich in der kunterbunten Gesellschaft integriert zu haben, ohne in jedermann einen kulinarischen Genuss zu sehen.

Ice Age: The Meltdown

"50$ auf den Saurier!"

Doch langsam wird die Lage bedrohlich. Denn das Tal ist von einem Stausee umhüllt, dessen eisige Mauer durch die höheren Temperaturen zu brechen droht. Die Rettung: eine Art Arche Noah, welche sich am anderen Ende des Tales befindet, und genug Platz für alle bieten soll. Und so beginnt die Reise zu dem rettenden Stück Holz.

Auf dieser Wanderung treffen die drei auf die unerträglichen Opossum-Brüder Eddie (Josh Peck) und Crash (Seann William Scott), welche Schwesterherz Ellie (Queen Latifah) im Schlepptau haben. Ellie ist eigentlich ein Mammut wie Manny, jedoch ist sie der festen Überzeugung, der Familie der Opossums anzugehören. Dieser Glaube hält auch Mannys Belehrungsversuchen stand, bis dieser verzweifelt aufgibt, hätte Ellie nicht so ein schönes, grosses, äh, Hinterteil.

Ice Age: The Meltdown

Nou Risk nou Fön.

Nebst Flutgefahr bringt das Tauwetter noch andere Unannehmlichkeiten. Nämlich zwei deftig hungrige Unterwasser-Saurier, welche während der Eiszeit eingefroren ihr Dasein fristeten, und nun auf Fressi-Jagd sind. Dass Katzen kein Wasser mögen ist ja bekannt, denn Diego entwickelt fast schon eine Phobie, welche natürlich von Faulpelz Sid ausgekostet wird. Für Unterhaltung scheint also gesorgt zu sein...


Kinofilm-Rating

Die ersten zwei Minuten der Schmelzgeschichte sind identisch mit dem Teaser. Für notorische Zuspätkommer mag das erfreulich sein, doch für den interessierten Kinogänger dürfte dieser Beginn des Films ein eher unangebrachtes Déjà-vu sein. Doch hat man dies überwunden, kann man getrost in die eisige Welt der möglichen und unmöglichen Tiere eintauchen. Davon hat es nämlich massig. Vom schleimigen Schnorrer in Schildkrötenform, über die putzige Igel-Familie, bis zum dreckigen Aasgeier, der nur darauf wartet, sich mit den leblosen Früchten der Flut den Bauch vollzuschlagen.

Sid das Faultier ist wie gewohnt frech, naiv und herrlich nervend. Manny gibt sich erstmals ein wenig von seiner persönlichen Seite, und siehe da, hat man da nicht einen Hauch Eitelkeit gespürt? Diego war schon im ersten Teil nicht wirklich die Witzkanone, und hält somit auch in Teil zwei den Ball verhältnismässig flach. Fürchten muss man ihn allerdings nicht mehr, denn das säbelnde Raubtier ist nun zahm wie eine Hauskatze.

Und dann ist da natürlich noch Scrat. Das Eichhörnchen-ähnliche Viech, welches verzweifelt und mit allem Effort versucht, den Wintervorrat, sprich eine Eichel, in Sicherheit zu bringen. Da Scrat offensichtlich das Prädikat "unzerstörbar" trägt und somit kaum totzukriegen ist, sorgen die unzähligen rustikal endenden Versuche, sich er Eichel auch nur zu nähern, für manche Lacher.

Zur Machart: So detailverliebt und "realistisch" die Viecher auch sind, so steril ist die Eislandschaft. Die herunterdonnernden Brocken erinnern mehr an Playmobil-Klötzchen als an echtes Eis. Auch die Wassereffekte sind sehr mässig gelungen, und anscheinend ist es immer noch praktisch unmöglich, realistisch ein nasses CGI-Fell zu rendern. Doch abgesehen von diesen technischen Mäkeln bietet die Eiszeit-Saga satte Unterhaltung von der ersten äh dritten bis zur letzten Minute.

4.2 Sterne
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22.03.2006 / neh