Hollywoodland (2006)

Die Hollywood Verschwörung

Hollywoodland (2006) Die Hollywood Verschwörung

Oder: Schnüffeln in und um die Traumfabrik

It's a bird... it's a plane... it's... Superman! Doch im richtigen Leben ist auch er nur ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit allen Vorzügen und vielen berechnenden Nachteilen.

Hollywoodland

Wer hat mir bloss diese Frisur verpasst?

George Reeves (Ben Affleck), Darsteller der erfolgreichen TV-Superman-Reihe der 50er Jahre, wird in seinem Bett erschossen aufgefunden. Mama Reeves glaubt nicht an den propagierten Selbstmord und engagiert den schmuddligen Privatdetektiven Louis Simo (Adrian Brody) um Licht in die düstere Sache zu bringen. Simo sieht für sich Geld und Schlagzeilen und nimmt den Job an. Dabei deckt er langsam aber sicher Beziehungsgeflechte und schmutzige Hollywoodgeschäfte auf, die sich um die letzten Jahre Reeves drehen. Je näher er der Wahrheit zu kommen scheint, umso mehr Hindernisse werden ihm in den Weg gestellt. Aber auch Simos eigenen persönlichen Verhältnisse wirken sich auf seine Spurensuche aus.


DVD-Rating

Man kennt sie ja inziwschen, diese Filme, die im Kino keiner sehen wollte und dann auf DVD umso mehr überrauschen. So einer ist Hollywoodland der die wahre Begebenheit um den Tod des hierzulande kaum bekannten Schauspielers George Reeves aufnimmt, der als Superman in den 50er Jahren vor allem Kinderherzen am TV erfreute. Reeves übrigens ist nicht verwandt mit dem späteren Superman - The Movie Darsteller Christopher Reeves.

Der Film profitiert von einer interessanten Augangslage im Geklüngel des Machtbesessenen Hollywoodsystems und einer hervorragend aufgelegten Besetzung, in der sogar Ben Affleck mehr als nur sein Gesicht hinhält und als George Reeves mitunter eine seiner besten Rollen seit langer Zeit gibt. Adrian Brody seinerseits spielt gross auf, schnell vergessen ist das hagere Gesicht aus The Pianist. Brody spielt den berechnenden und wenig arbeitswütigen Privatdetektiven als schlurfigen Loosertyp, passt wie die Faust aufs Auge! Bob Hoskins als mächtiger MGM-Magnat ist eine tolle Bereicherung.

Hollywoodland ist ein leiser Krimithriller, der bis zum Schluss spannend bleibt und Protagonisten wie auch Zuschauer gerne mal an der Nase herum führt. Er lebt aber auch vom liebevoll umgesetzten 50er Flair und den wunderbaren Bildern von Kameramann Jonathan Freeman. Ein richtig kleiner Tipp für verschiffte Sommertage - und davon gibt's zurzeit ja genug.

Die Extras: Die etwas zu vollmundig angepriesenen Dokus zur Thematik sind recht kurz gehalten und geben zumeist nur zusammengeschnittene Statements der Beteiligten zum besten. Die knapp fünfminütige Sequenz mit unveröffentlichten Szenen ist ebenfalls aneinandergeschnitten und leider kommentarlos gelassen. Das Bild der DVD ist äusserst gut ausgefallen. Gestochen scharf mit etwas zu viel Randschärfe, die vor allem bei hellen Hintergründen zu Tage tritt. Trotz viel Dialog entwickelt der Tonbereich recht viel Atmosphäre und ein vielseitiges Klangbild.

3.6 Sterne 4.0 Sterne
3.6 Sterne (22 Bewertungen) | 1 Kommentar

4.54.5
24.07.2007 / pb


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.07.2007

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch (DD 5.1), Russisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Russisch etc.
  • Extras: Der Glamour des alten Hollywoods; Hinter den Schlagzeilen; Hollywood damals und heute; Zusäzliche Szenen.