The Holiday (2006)

Liebe braucht keine Ferien

The Holiday (2006) Liebe braucht keine Ferien

Oder: Wenn eine eine Reise tut...

The Holiday

Pärchen 1

Mit den anstehenden Weihnachten kündigt sich das Fest der Liebe an. Doch gerade für Amanda (Cameron Diaz) und Iris (Kate Winslet) ist die Liebe nirgends sichtbar. Beide hatten mit ihrer letzten Beziehung wenig Glück und wollen daher für die anstehende Zeit einen konsequent radikalen Tapetenwechsel. Via Internet lernen sie sich auf einer Seite für Wohnungstausch kennen und finden sich schnell sympathisch. Auf der Suche nach männerfreien Weihnachtsferien tauschen sie ihre Wohnungen und Autos und somit, zu einem gewissen Grad, ihre Leben.

The Holiday

Pärchen 2

Während sich Iris auf das sonnige L.A. freut, macht es sich Amanda in den bescheidenen vier Wänden von Iris in der Nähe von London gemütlich. Wie es der Zufall will, tauschten die beiden Frauen jedoch nicht nur Haus und Auto, sondern auch das soziale Umfeld und so kommt es, dass beide während ihren Ferien plötzlich das finden, mit was sie nicht im Geringsten gerechnet haben...


Kinofilm-Rating

Während in den Geschäften und Läden um die kauffreudige Kundschaft für das Weihnachtsgeschäft geworben wird, buhlen in den Kinosälen die grossen Blockbuster und möglichen Oscar-Favoriten um ihr Publikum. Das diesjährige Weihnachtskino-Programm scheint vor allem für die Männer reichlich was her zu machen: mit dem Mafia-Thriller The Departed von Martin Scorsese, dem Kriegsepos Flags of our Fathers von Clint Eastwood, dem blutrünstigen Apocalypto von Mel Gibson und dem Ritter-und-Drachen-Film Eragon sah es bis jetzt so aus, als müsse man, bzw. vor allem Frau, sich die Weihnachtsstimmung andernorts suchen als im Kino. Aber, geschätzte Frauen, es gibt Hoffnung: mit Nancy Meyers neuer Romantischen Komödie The Holiday, angesiedelt in der Weihnachtszeit, kommt ein Streifen in die Kinos, welcher durchaus für verliebte und unterhaltsame Stimmung sorgen wird.

Mit The Holiday erfindet sich Nancy Meyers nicht neu. Schon mit Filmen wie What Women Want's und, ihrem letzten Werk, Something's Gotta Give tat sie das, was sie am besten kann: Schrulligen Charakteren in schier auswegslosen Herz-Schmerz-Situationen, welche sich einen nie endend wollenden Kampf der Geschlechter liefern und dabei genau das finden, was ihnen bis anhin immer gefehlt hat. Auch hier erzählt die erfolgreiche Drehbuchautorin und Regisseurin einmal mehr die Geschichte zweier gebrochener Herzen, welche auf ihrem katharsischen Weg aus der Misere, genau das finden, was in ihnen das Feuer der Liebe wieder aufflammen lässt. Hübsch verpack und unterhaltsam präsentiert, unterhält The Holiday, auch dank amüsantem Schauspiel, sein Publikum während 120 Minuten gekonnt.

Das Cast in den Nancy Meyers Filmen ist immer wieder beachtlich. Hatte sie Mel Gibson und Helen Hunt für ihren What Women Want's gewinnen können, so konnte sie für Something's Gotta Give Schwerenöter Jack Nicholson und Diane Keaton für die Hauptrollen begeistern... und diese das Publikum. Auch in The Holiday versammeln sich einige der bekanntesten Gesichter zum gemeinsamen Suchen und Finden der Liebe: Kate Winslet, Cameron Diaz, Jude Law, Jack Black und besonders unterhaltsam, in der Videothek wartet auch noch Dustin Hoffmann auf (wenn auch sehr kurzen, dafür umso gelungeneren) Auftritt. Die schauspielerischen Leistungen sind absolut solide und die Romanze zwischen Kate Winslet und Jack Black wird von diesen sehr unterhaltsam vorgetragen. Für eingefleischte Film- und Filmmusikfreunde bringt dieser Streifen noch ein kleines Schmankerl: da die meisten Figuren in diesem Film irgendwie mit dem Filmbusiness verbunden sind, gibt es immer mal wieder lustige und auch wahre Anspielungen an das vergangene und gegenwärtige Hollywood und Black als Filmmusikkomponist redet von Morricone, Zimmer und Co. Lustig!

Ebenfalls eine frische und lustige Idee ist diese, dass Diaz' Charakter Amanda, welche im Kinotrailer-Business tätige ist, ihr eigenes Leben immer mal wieder wie einen Trailer betrachtet und dabei ertönt die typisch amerikanische Off-Trailer-Stimme mit ihrem tiefen Bass. Zum schreien!

Das ganze wird untermalt mit einem festlich, frechen Score von Hans Zimmer, welcher nach seinen musikalischen Ausflügen in die Abgründe der DaVinci-Verschwörung (The DaVindi Code) und zu den Karibik-Piraten (Fluch der Karibik 2) hier mal wieder mit leichterer Kost aufwartet.

Fazit: Auch wenn Nancy Meyers das Rad nicht neu erfindet und uns mit The Holiday bekannte Kost vorsetzt, so vermag der Film durch die überdrehten Charaktere, die knisternde Romantik und den gut platzierten Humor für zwei Stunden gut zu unterhalten und, wenn auch ein bisschen als Einzelkämpfer, weihnächtliche Stimmung zu verbreiten. Gute Unterhaltung!

4.0 Sterne
4.0 Sterne (88 Bewertungen) | 15 Kommentare

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09.12.2006 / bab