The Hills have Eyes (2006)
Hügel der blutigen Augen
The Hills have Eyes (2006) Hügel der blutigen Augen
Oder: Radioaktivität, nein Danke!
Atomtests der Regierung haben vor langer Zeit Teile der Wüste Mexikos verseucht. Zwar hat man damals die Bewohner dieser Dörfer zum Auszug aus dem Gebiet ermutigt, doch nicht wenige sind geblieben. Es war ihre Heimat und da konnten auch radiaktive Bomben nichts dran ändern. Was sich in den Jahren nach den Tests abspielte, war an Grauen kaum zu überbieten. Fehlgeburten, Mutationen und schrecklich entstellte Menschen waren die Folge. Doch heute lebt in dieser öden und staubigen Wüste niemand mehr. Oder?
Die Carters haben sich diesen Sommer etwas Spezielles als Familienferien vorgenommen. Mit dem Wohnwagen gehts nach San Diego. Durch die Wüste und immer geradeaus. Vater Bob (Ted Levine) mit Frau Ethel (Kathleen Quinlan), deren Sohn Bobby (Dan Byrd) und die zwei Töchter Brenda (Emilie de Ravin) und Lynn (Vinessa Shaw). Letztere hat ihren handyverkaufenden Mann Doug (Aaron Stanford) und das kleine Baby der beiden dabei. Zwar ist ausser Vati und Mutti niemand so richtig begeistert, dass anstatt Sonne, Strand und Margaritas nun Sand, Hitze und Einöde auf dem Programm stehen, aber der Familie zuliebe macht man ja vieles mit.
Als sie an der letzten Tankstelle vor der Wüste Benzin kaufen, begegnen sie einem komischen Mann, der im Hinterzimmer eine Tasche voll mit Geld und Schmuck hat. Dieser gibt ihnen dann auch den Tip, sie sollen doch nach ein paar Strassen links abbiegen, da dort eine Abkürzung nach San Diego sei. "Komisch, aber nett", denken sich die Leute und nehmen brav den Shortcut in ihr Verderben. Denn nach wenigen Meilen platzen die Reifen. Dass eine präparierte Nagelschnur der Grund für dieses Desaster sein könnte, merkt niemand.
Und während sich, wie üblich, die Männer auf die Suche nach Hilfe machen, richtet sich der Rest der Familie auf einen längeren Aufenthalt in der Wüste ein. Als die Hunde auch noch davonlaufen, wird der junge Bobby als erster der Familie Zeuge einer Übeltat. Dass ein aufgeschlitzter Hund nicht alles ist, was die Familie nun erwartet, scheint klar. Denn in diesen Felsen, in den Höhlen und hinter den Steinen lauern mutierte Gesellen, die nichts lieber tun, als ahnungslose Touristen zu vermetzeln und nachher, wenns irgendwie geht, auch noch zu verschlingen.
Werden die Carters wieder heil aus diesem Albtraum entkommen? Die Chancen stehen denkbar schlecht.
Kinofilm-Rating
Bereits 1977 verfilmte Wes Craven die Geschichte der Mutanten in der Wüste, an deren Existenz eigentlich die Menschheit selber Schuld ist. Durch Atomversuche wurde das Gebiet verseucht und Missgeburten waren die Folge davon. Im Remake, dass nun also der heutigen Generation das Fürchten beibringen soll, hat der gute Mann zwar noch einen Produzententitel, aber sonst nicht mehr viel mit dem Film an sich zu tun. Diese Neufassung hats dann auch in sich und wird vor allem Gelegenheits-Horror-Gucker durchaus entzücken können. Vorausgesetzt man zuckt nicht gleich zusammen, wenn ein bisschen Blut spritzt.
Die Geschichte erinnert stark an Wrong Turn. Die unheimlichen Bösewichte, die Nagelschnur und das Gemetzel. Da ja allerdings die Originalfassung von The Hills have Eyes früher war, kann man davon ausgehen, dass das Abgucken eher umgekehrt war. Auch von anderen Filmen wird schamlos geklaut. The Texas Chainsaw Massacre wäre ein weiterer Kandidat. Und genregeprüfte Gucker werden sicher noch die eine oder andere zusätzliche Referenz entdecken.
In einem Film dieser Sorte sind Spannung, Gemetzel und das berühmte Quentchen Humor sicherlich wichtige Attribute. In The Hills have Eyes ist vom Ersten nur bedingt was vorhanden, vom Zweiten gibt es schöne Beispiele und das Dritte wird wohl unabsichtlich passiert sein. Denn bis der Film einmal Fahrt aufnimmt, dauert es eine ganze Weile. Wenn die Bedrohung dann aber sichtbar wird, geht schön die Meuchelpost ab. Da muss man bei einigen Szenen schön ruhig bleiben und den Puls im Auge behalten. Und wenn der Held (ja, es gibt tatsächlich einen) nach jedem erfolgreich erlegten Mutanten in Begleitung von oppulentem Klassiksound wieder aufsteht und man ihm seine Wut ansieht, dann lacht der Kenner und fiebert der Laie. Schön, dass sich der Film in solchen Szenen selber nicht zu bierernst nimmt. Davon hats im restlichen Film genug.
Die Schauspieler sind alte Bekannte. Einer aus X-Men 2, eine aus Lost, einer aus A Cinderella Story und ein fast unkenntlicher aus Land of the Dead. Auch Billy Drago darf kurz mittun, wird aber vollkommen verbraten. Und das im wahrsten Sinne des Wortes ;)
Fazit: The Hills have Eyes ist ein solider und eigentlich recht gut unterhaltender Horrorfilm, der kein Klischee auslässt und in dem selten einer auf Anhieb stirbt. Auch kann man in der Zeit in der ein Gegner sich umdreht, weil er ein Geräusch gehört hat, ein paar Meter rennen und in ein Auto hechten, ohne dass es der andere merkt. Wen solche, für mich persönlich recht witzigen, Sachen nicht stören, der wird hier spannende und teilweise recht harte Minuten erleben. Ein grosser Wurf ists nicht geworden, aber (nicht nur für Fans des Genres) auf alle Fälle einen Blick wert.
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3.8 Sterne (68 Bewertungen) | 20 Kommentare




