Hatchet (2006)

Hatchet (2006)

Oder: Versumpft und so

Hatchet

Sternhagel voll ist der!

Es ist der "Mardi Gras" in New Orleans. Die Menschen tanzen, Frauen entblössen ihre Brüste, gesoffen wird an jeder Ecke und manch einer darf sich auch den aufreizenden Damen nähern, die verführerisch von der Strassenecke lächeln. Ben (Joel Moore) mag aber nicht so. Er ist erst grad von seiner Freundin verlassen worden und hats nicht so mit Feiern und Flirten. Da ist ihm die empfohlene "Haunted Swamp Tour" schon lieber. Er überredet Kumpel Marcus (Deon Richmond, einst ein kleiner Hosenscheisser in der Cosby Show) ihn zu begleiten. Von Reverand Zombie (Tony Todd) werden die Jungs an den richtigen Ort geschickt, von wo aus die Tour beginnen kann.

Mit an Bord ist ein älteres Pärchen, eine scheinbar desinteressierte junge Frau namens Marybeth (Tamara Feldman) und zwei Frauen, die von ihrem Kameramann im Sumpf beim Brüste zeigen und rumzüngeln gefilmt werden. Shawn (Parry Shen) heisst der Führer, der die Gruppe mit seinem Klapperboot in die unheimlichen Sümpfe von New Orleans "entführt".

Hatchet

Hausgemachtes Feuerwerk

Lange Rede, kurzer Sinn. Das Boot kentert und die Gruppe stranded genau an der Stelle, wo einst ein Mann namens Victor Crowley (Jason-Darsteller Kane Hodder) von seinem Vater aus Versehen getötet wurde. Victor, deformiert und von der Gesellschaft ausgeschlossen, lebte mit Daddy in der alten Hütte, bis freche Kinder Feuer legten und Victor von seinem Vater mittels Axt unglücklicherweise getötet wurde.

Was als Ammenmärchen und Gruselgeschichte erzählt wird, hat einen wahren Hintergrund. Denn Victor Crowley kommt nur in einer Nacht im Jahr zum Vorschein und metzelt alles nieder, was nicht bis Drei auf den Bäumen ist. Und das ist dummerweise genau heute. Keiner ist auf eine solche Situation vorbereitet. Ausser Marybeth, die ihren Vater und Bruder sucht, welche vermisst werden. Sie hat eine Knarre eingepackt. Aber wird die helfen, wenn der verunstaltete Victor Crowley mit seiner Axt Jagd auf die Touristengruppe macht?


DVD-Rating

Wieder einmal werden junge, teils attraktive, Leute in eine Situation gebracht, in der sie um ihr Leben rennen müssen, um nicht von einem monsterähnlichen Verrückten unter die Erde gebracht zu werden. Hatchet, an fantastischen Filmfesten und Genrefestivals ein Geheimtip, spielt mit dieser Ausgangslage, hat aber schlussendlich doch mehr zu bieten, als Metzgereien vom Fliessband und oberflächliche Charaktere. Und wer weiss, vielleicht ist Hatchet der Startschuss für einen neuen Held am Horror-Himmel?

Zwei Sachen fallen auf, wenn man sich den Film ein bisschen genauer anguckt. Erstmal spielen Candyman Tony Todd, Jason X Kane Hodder und Freddy Vs. Jason-Runzelgesicht Robert Englund zusammen in einem Film. Zwar haben sie keine gemeinsamen Szenen, sondern mehrheitlich nur Kurzauftritte, aber immerhin sind sie dabei. Das Zweite, das auffällt, ist die Brutalität, mit der hier vorgegangen wird. Wie in den guten alten Horrorfilmen, spritzt das Blut, knacken die Knochen und der Mann mit der Axt räumt heftig deftig auf. Auch wurden für einmal wieder ein paar schöne Schreckmomente eingebaut, welche die Zuschauer ein paar Minuten später noch schaudern lassen.

Die Darsteller von Hatchet sind vor allem jung, attraktiv und unverbraucht. Frisch aus irgendwelchen TV-Serien genommen ("Hey, da ist "Harmony" aus Angel und sie zeigt ihre Möpschen!") hinterlassen die Figuren zwar keinen grossartigen Eindruck, aber so oberflächlich wie sie in anderen Filmen vorkommen, sind diese rennenden und sprücheklopfenden Teenies nicht. Vor allem die beiden Porno-Häschen sind so strunzdoof, das man fast nicht anders kann, als lauthals los zu lachen. Beispiel gefällig? "I'm calling the Police to send the Cops"... Oder "Are you sure, 911 is the right number?"....

Aber wir gucken ja solche Filme nicht, um uns über dämliche Blondinen zu amüsieren, sondern um uns erschrecken zu lassen. Und Hatchet hat viele solcher Momente zu bieten, die unerwartet daherkommen und die den Film spannender machen. Dazu kommt ein schön deformierter Bad Guy, der zwar nur stönt und sabbert, das aber mit brutalen Aktionen gegen die hilflosen Touris unterstützt, so das auch der erfahrene Horrorfan mehr als einmal leer schlucken kann.

Fazit: Hatchet mag den Horrorfilm nicht neu erfinden, bietet aber grundsoliden "Spass" und Spannung. Der ganze Film kommt recht unterhaltsam daher, woran die sprücheklopfenden Touris ihren Anteil haben. Es geht schön blutig zur Sache und man wird unweigerlich an frühere Metzelfilme erinnert, wo es noch nicht so dermassen Hostel-eklig zur Sache ging.

Hatchet wird in verschiedenen DVD-Versionen angeboten. Auf der Single-Disc befinden sich nur der englische und der deutsche Trailer. Auf der Doppel-Disc hingegen kriegt man auch Hintergründe der Geschichte und der Machart geboten. Natürlich besonders interessant ist die Verwandlung der jungen Frau (!) in den jungen Victor Crowley. Die ältere Version wird dann von Kane Hodder gespielt, aber unter der jungen Maske steckt Rileah Vanderbilt. Auch gibt es Kurzberichte zu den einzelnen Tötungsarten zu sehen, sowie einen Auftritt von Dee Snider. Der Leadsänger der Rockband "Twisted Sister" hat auch mitgewirkt. Wie? Na, DVD gucken, dann wisst ihrs ;)

Was bei solchen Filmen immer ein bisschen schade ist, sind die dunklen Nächte in denen gekillt wird. Auch in Hatchet verzichtet man aufs Morden bei Tageslicht und der Zuschauer braucht deswegen gute Augen, um die Szenen detailgetreu zu erfassen. Manchmal war auch der Cutter ein bisschen zu euphorisch, aber daran gewöhnt man sich. Der Ton ist dafür auf gutem Niveau und lässt das Geheule und Gejammere des Killers durch Mark und Bein gehen.

3.7 Sterne 4.6 Sterne
3.7 Sterne (27 Bewertungen) | 6 Kommentare

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19.11.2007 / muri


DVD-Infos

Steelbook Edition, erschienen am 09.11.2007

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer, Audiokommentar, Making-Of, Meeting Victor Crowley, Guts and Gore, Anatomy of a Kill, A Twisted Tale, Gag Reel