Handyman (2006)
Handyman (2006)
Oder: wie man(n) tanzt, so bummst man(n)
Es klappt einfach nicht mit den Frauen. Schon wieder steht Mike Dürst (Marco Rima), seines Zeichens Musikproduzent, vor den Scherben einer Beziehung. Denn wenn die Freundin nach nur vier Wochen Beziehung in der siebten Woche schwanger ist, hat das ganze mit Mike selber recht wenig zu tun. Drum trennt man sich und der Verlassene will so nicht weitermachen. Da hört er im Autoradio eine Stimme, die ihm Hilfe verspricht.
Gregor Frank (Oliver Korittke) ist Psychologe und plappert sich im Zürcher Lokalradio durch die Nacht. Zuhause eine Freundin, auf dem Schoss ein heisser Feger und immer ganz kluge Ratschläge auf den Lippen. Zudem sollte er sein neuestes Buch fertig schreiben, hat aber weder Thema noch Titel, obwohl er seinem Verleger (Dietmar Schönherr) die bestellten Seiten hoch und heilig auf den nächsten Morgen verspricht. Da kommt ihm der Anruf dieses Typs grad recht, der seine Beziehungsprobleme nicht auf die Reihe kriegt und dem Psycho-Talker somit ein perfektes Modell bietet, um das sich das nächste Buch drehen soll. Und weil der "Patient" immer am Knochen hängt, tauft man das Werk: "Handyman - oder wie finde ich meine Traumfrau in fünf Tagen."
Die beiden Jungs freunden sich an und der in Sachen Weiblichkeit "erfahrene" Berliner bringt den Schweizer so manchen Trick bei. Doch so richtig zu klappen tuts trotzdem nicht. Ausserdem hat Gregor Stress mit seiner als Pilotin arbeitenden Freundin Christina (Regula Grauwiller), die über die beziehungstechnischen Probleme reden will. Doch welcher Mann tut das schon freiwillig.
Mike, in seinem Job zwischen der Castingshow "Be a Star", Krokus und Alice Cooper (den man nie zu Gesicht bekommt) hin und her gehetzt, verliebt sich auf dem Flug von Frankfurt nach Zürich doch tatsächlich in eine Frau. Die Frau, die er "Heidi" nennt und die seiner Traumfrau Marke "Engel" extrem nahe kommt, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Gregor wird informiert und dieser glaubt, dass seine Therapie doch tatsächlich Wirkung gezeigt hat.
Bis zu dem Moment, als Gregor herausfindet, was es mit dieser "Heidi" auf sich hat und wer Mikes Traumfrau wirklich ist...
Kinofilm-Rating
Der Schweizer Film liefert momentan Werke im Wochentakt ab. Wenn dann ein Publikumsliebling wie Marco Rima einen Film verspricht, der A) richtig lustig sein soll und B) mit einem kaum zu überbietender Promidichte auffährt, dann scheint der Kinohit fürs Schweizer Publikum garantiert. Und sogar der Trailer macht einen witzigen Eindruck - wie das mit dem Handy und dem Landeklappen-Ausfahren des Flugzeugs funktioniert, möchte man eh wissen, oder?
Und siehe da, nachdem die Arschbacken des Innerschweizers die Anfangsmomente des Films bestimmen und die ersten (gelungenen) Witzchen ihre Abnehmer gefunden haben, fängt man sogar an, eine Story zu erzählen. Eine Story, die aus einem anfänglich erwarteten Totalklamauk eine einigermassen ansprechende Handlung fertigen sollte. Nur geht das leider gründlich in die Hose und manch einer wird sich wünschen, die Macher wären doch beim Aneinanderreihen der Witze und der lustigen Szenen geblieben. Denn was nach der sympathischen Startphase (in der sich die Rockband "Krokus" als Tierdoku-Liebhaber outet) gezeigt wird, ist storytechnisch kaum der Rede wert und mag als TV-Spielfilm seinen Reiz haben. Im Kino hingegen macht sich gepflegte Langeweile breit.
Der Film schwingt sich von einer müden Pointe zur nächsten und nimmt mit dem Verlauf der Geschichte nur noch seinen Reiz aus dem Fakt, dass sich mehr oder weniger bekannte Promis in Handyman ein Stelldichein geben. Das machen einige sehr gut (Fiona Hefti hat als Krankenschwester eine Minirolle und ist verdammt komisch wie auch DJ Bobo als Vorzeige-Aargauer), andere mittelmässig (Stephanie Berger ist herzig, aber kaum gefordert) und wiederum andere gehen einem schon nur mit der blossen Präsenz auf den Sack (Chris Von Rohr, Guguuseli!).
So schwach die Story auch ist, so sympathisch ist der Hauptdarsteller und ebenso gelungen ist das Zusammenspiel von Marco Rima und Oliver Korittke. Die beiden mögen sich sichtlich und bringen wenigstens ein bisschen frischen Wind in die 08/15-Geschichte. Doch sogar die HauptdarstellerIN hat mir nicht zugesagt. *hmm*... Dazu kommen Productplacements von Fluggesellschaften, Zürcher In-Lokalen, einem (bereits erwähnten) Lokalradio und natürlich Telefonherstellern. Damit man wenigstens weiss, wer mitgeholfen hat, diesen Film zu drehen und zu finanzieren.
So sehr ich Marco Rima mag (und ich empfehle jedermann seine Bühnenshows), so leid tut es mir, dass sein neuster Leinwandauftritt einfach nicht über die Qualität und die Machart einer romantischen Komödie hinweg kommt, die man mehr als genug kennt. Klar, Zürich auf Grossleinwand zu sehen macht Spass. Aber ein bisschen Interessantes drum herum, sollte es schon noch sein. Die wenigen Witze, die wirklich zum laut rauslachen sind und die beiden sehr sympathischen Hauptdarsteller bringen den Film grad noch gaaanz knapp auf ein "durchschnittlich". Und da ist wirklich aller Respekt und Bewunderung schon mit eingerechnet.
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