H6: Diary of a Serial Killer - H6: Diario de un asesino (2006)
H6: Diary of a Serial Killer - H6: Diario de un asesino (2006)
Oder: Anatomiestudien im Hotel
Vor acht Jahren ermordete der krankhaft eifersüchtige Antonio (Fernando Acaso) seine damalige Freundin und wanderte dafür 25 Jahre ins Gefängnis. Während dieser Zeit hatte Antonio viel Zeit um nachzudenken und entwickelte nach und nach einen teuflischen Plan: Er wollte die Welt von ihrem menschlichen Abschaum befreien und als grösster Serienkiller aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingehen.
Wie ein Wink des Schicksals erhält er, kaum ist er wieder aus dem Gefängnis, durch eine Erbschaft ein heruntergekommenes Hotel im Rotlichtviertel. Dieses bezieht er mit seiner neuen Frau und macht sich kurz darauf an die Arbeit. Nacheinander lockt er Hure für Hure in sein Hotel und fesselt sie in Zimmer 6 auf einen Tisch. Ein langer und schmerzhafter Läuterungsprozess beginnt, bei dem die Opfer durch die Hölle gehen. Während er mit grosser Befriedigung jeden Schritt bis zum bestialischen Ermorden der Opfer aufschreibt, kommt er seinem Ziel immer näher. Doch da begeht er einen schweren Fehler, und die Polizei kommt ihm auf die Spur. Werden sie den psychopatischen Antonio überführen können oder wird er ihnen entkommen?
DVD-Rating
Serienkiller gibt es viele. Hannibal Lecter, Ted Bundy und Zodiac sind nur einige von denen, welche schon einen Leinwandauftritt hatten. H6 erzählt die Story von Antonio, der, wie auch die anderen Schlachter, in die Geschichte eingehen und unsterblich werden will. Um dieses Ziel zu erreichen, folgt er einem einfachen und bekannten Muster: Ein gesuchtes Motiv, Zeit, Ruhe und natürlich eine möglichst hässliche Art, die Opfer umzubringen.
"Härter als Hostel" steht gross auf der Hülle. Ein Urteil, das relativ einfach zu erreichen ist, da Hostel nur etwa zehn Minuten knallharte Folterszenen bietet und sonst eher andere Prioritäten aufweist. H6 hingegen fesselt die Frauen über längere Zeit an einen Tisch, und neben täglichen Vergewaltigungen werden sie, nachträglich gut kommentiert, in vierzehn Stücke geschnitten. Soweit kann ich zustimmen, ist er jedoch besser als Hostel? Nein, bei weitem nicht. H6 bietet weder einen spannenden Storyverlauf, noch eine wirklich interessante Auflösung. So bastelt Antonio still in seiner Kammer an den Frauen herum, und es wird völlig vergessen, das übliche Duell zwischen der Polizei und dem Killer hochzuschaukeln. Bei Seven und auch bei Schweigen der Lämmer hat sowas einen zusätzlichen Thrill hineingebracht und der in Kombination mit den hässlichen Szenen eine spannende Mischung ergeben.
Was deutlich und auch positiv auffällt, ist die Art, wie der Film gedreht wurde. Der düstere Videoclip-Look fehlt gänzlich und der Schnitt bleibt auch bei den Mordszenen ruhig. So distanziert er sich von den Horrorfilmen der Neuzeit, welche intensive Momente primär damit erzeugen, dass sie den Zuschauer mit einer Bilderflut überrollen, die in Sekundentempo zusammen geschnitten ist. Dies gibt dem Film zwar einen sehr reifen und erwachsenen Look, ist aber gleichzeitig der Grund, warum es gegen Ende mehr und mehr langweilig wird, da weder Neues geboten wird und die Polizei als einziger Gegner kaum zum Zug kommt. Offensichtlich ist, dass es eine europäische Produktion ist, denn die Opfer sind deutlich natürlicher und freizügiger als ihre amerikanischen Kolleginnen, was dem Streifen einen beängstigend, realistischen Touch gibt.
Fazit: H6 gehört zu den Filmen, die ein weiteres krankes Hirn etablieren wollen, es jedoch nicht schaffen, einen durchwegs überzeugenden Film zu präsentieren. Natürlich ist man anfänglich fasziniert / schockiert von Antonios kranker und ruhiger Vorgehensweise, was auch durch die guten Schauspieler sehr glaubhaft dargestellt ist, doch spätestens wenn die zweite Frau zersägt ist, wird nichts Neues mehr geboten und ein Finale bleibt gänzlich aus. Schade um die realistische Umsetzung, doch unter dem Strich bleibt es doch nur ein weiterer Killer in einem laschen Streifen.
Die DVD bietet den Film in einer körnigen Bildqualität und teilweise krassen Farbfehlern. Das Bonusmaterial beschränkt On-Set Aufnahmen, welche zwar Einblicke in die Dreharbeiten bieten, aber sonst eher langweilig sind. Neben dem obligatorischen Trailer gibt es kurze Interviews welche keine wirklich interessanten Infos bieten. Nichts Weltbewegendes zu einem nicht weltbewegenden Film.
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2.6 Sterne (8 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 16.02.2007
- Bildformat: 1.78:1 (Anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1) , Deutsch: DTS 5.1 Surround, Spanisch (5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Interviews, Behind the Scenes, Trailer


