The Guardian (2006)

Jede Sekunde zählt - The Guardian

The Guardian (2006) Jede Sekunde zählt - The Guardian

Oder: Hurrah!

The Guardian

Ballermann-Training

Wenns stürmt auf hoher See, müssen sie raus. Wenn die Orkane über die Wellen toben, müssen sie raus. Wenn Gott selber sich auf den Weg macht und die Ozeane dieser Welt in Aufruhr bringt, müssen sie raus. Sie sind die Elite des Wassers. Die letzte Hilfe der Schiffsbesatzungen in Not. Sie kriegen wenig Geld, sind meist unterkühlt und dürfen dafür Leben retten. Es ist ein Scheissjob, aber sie haben sich dazu verpflichtet. Sie sind die Rettungsschwimmer der Küstenwache und Baywatch ist für Weicheier.

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Bitte direkt in die Kamera schauen

Ben Randall (Kevin Costner) ist eine Legende unter diesen Schwimmern. Wenn andere längst aufgeben würden, streckt Ben nochmals seine Hand aus, schlägt auch schon mal einem Opfer aufs Maul um ihn zu retten und sein Name ziert so ziemlich jede Rekordtafel, die es in diesem Geschäft gibt. Als bei einem Einsatz jedoch einiges schief geht und Ben seine ganze Mannschaft verliert, scheint der Mann gebrochen zu sein. Von seinem Vorgesetzten (Clancy Brown) wird er drum aufgefordert, an einer Ausbildungsschule ein paar jungen Ungestümen zu zeigen, auf was es beim Rettungsschwimmen an kommt. Murrend nimmt der Seebär das Angebot an.

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"Lustiges Chäppli" - "Gäll!"

In Louisiana ist die Gruppe Frischlinge parat für die Ausbildung. Jake Fischer (Ashton Kutcher) sticht aus der Menge heraus, weil er übermütig, grossmäulig und ungehorsam ist. Doch Ben Randall weiss genau, dass Mitläufer auf hoher See keine Chance haben und konzentriert seine Arbeit auf diesen jungen Mann, der mit Disziplin jedoch so seine Probleme hat. Als Fischer (auch "Goldfisch" genannt), dem Rekorde wichtiger scheinen als Menschenleben, eines Nachts bei einem Fräulein übernachtet und somit den Appell verpasst, scheint sein letztes Stündchen in der Akademie geschlagen zu haben. Doch Randall hat eigene Pläne, dem Jüngling Disziplin zu lehren. Und dieser Weg wird härter als alles zuvor.


DVD-Rating

Inzwischen kriegte jede Art von "Alltagshelden" ihren eigenen Film. Feuerwehrmänner werden in World Trade Center gelobt, Polizisten in jedem Cop-Thriller und natürlich dürfen Soldaten, Navys, Marines und Konsorten ebenso wenig fehlen. Nun gibts also auch einen Film über Rettungsschwimmer. Doch wer ein Baywatch erwartet, der dürfte bald mal überrascht werden. Kein sonniger Strand, keine grossbusigen Frauen, dafür knallharte Rettungsaction, Ausbildungsdrills und ein bisschen Full Metal Jacket.

Die Geschichte, so aufwändig die Actionszenen auch sind, kommt hingegen stinknormal daher. Ein altgedienter Mann, der seinen Job stets über die Ehefrau gestellt hat und das nun zurückbezahlt kriegt. Ein Ausbildungscamp mit den üblichen Verdächtigen, Hot-Shots und laut schreienden Drillmeistern. Dazu Einblicke ins Privatleben der Hauptfiguren, Barprügeleien und eine langsame Annäherung des grummeligen Altmeisters mit dem aufstrebenden Jungstar. Eine Handlung also, die man schon diverse Male in verschiedenster Form gesehen hat. The Guardian hat ausserdem den Makel, dass der Film mit 136 Minuten klar zu lang ist und aus diesem Grund gezählte dreimal den Absprung, respektive das optimale Filmende, verpasst.

Kevin Costner tut sich schwer in der heutigen Zeit. Als Cowboy will man ihn nicht mehr sehen, als Indianer ebenso wenig. Als Liebhaber (Rumor has it) floppt er auch. Wohin also des Weges, Kevin? Mit Mr. Brooks arbeitet der Mann momentan an einem Psycho-Thriller. Ob das der Ausweg aus der filmischen Misere ist? Filmpartner Ashton Kutcher mogelt sich als Hippie durch Bobby, leiht Animationshirschen die Stimme (Open Season) und arbeitet weiterhin kräftig an einem Imagewechsel, der ihn weg von den Dödelrollen bis hin zur ernsthaften Schauspielerei bringt. The Guardian tut ihm dabei keinen Gefallen. Denn der knallharte Schwimm-Champ nimmt man ihm nicht ab.

In den Nebenrollen verschwinden Sela Ward und Clancy Brown (Highlander anyone?) in der Versenkung und überlassen das Spielfeld kampflos den beiden "grossen" Namen, die allerdings auch nicht wirklich viel mit dieser Freiheit anfangen können.

Was an The Guardian aber passt, sind die Actionszenen. Hier wurde für einmal geklotzt und nicht gekleckert. Hubschrauber in Not auf hoher See, cool animierte Wellen und jede Menge Dramatik. Natürlich ist diese sehr gesucht und wenn sich jemand vom Ende des Films noch überraschen lässt, ist er definitiv zu wenig vertraut mit der Materie des Action-Dramas. Aber im Gegensatz zu den gesuchten, privaten Momenten der Charaktere, geht auf hoher See wenigstens die Post ab.

Fazit: The Guardian ist ein sauber produzierter Film geworden, der das Problem hat, nicht zu wissen, wann er aufhören soll. Für filmerfahrene Zuschauer wird die Geschichte keinerlei Überraschungen bieten und hauptsächlich durch die Actionsequenzen punkten. Fans der Hauptdarsteller sei natürlich ein Kauf der DVD ans Herz gelegt, jedoch alle anderen tun das auf eigene Gefahr.

Wem das Ende des Films nicht passt, der hat die Möglichkeit, ein alternatives Finish auf der DVD anzuwählen. Dazu gibt es vier zusätzliche Szenen, die allerdings nicht gross was Interessantes bringen. Ein kurzes, 11-minütiges Making-Of bringt die Strapazen der Dreharbeiten ein bisschen näher und lässt Schauspieler und Macher zu Wort kommen. Allerdings so richtig was Neues bietet auch dieses kurze Filmchen nicht. Schon interessanter ist das letzte Feature der DVD. Der (leider zu kurze) Bericht über die richtigen Rettungsschwimmer. Die Jungs und Frauen, die wirklich in die hohe See müssen, wenn Schiffe in Not sind. Den Leuten, denen The Guardian gewidmet ist. Leider ist das Teil viel zu kurz geraten, um wirklich packen zu können. Aber immerhin macht er neugierig auf die realen Helden.

Ton und Bild sind geglückt und kommen auf grossen Leinwänden (hey, der Film lief nicht in den Schweizer Kinos und hat, gemäss Procinema, dennoch 341 Besucher gezählt....) wahrscheinlich doppelt so gut, wie auf dem heimischen TV-Schirm. So einen Film müsste man wirklich auf Grossleinwand gucken.

3.8 Sterne 4.6 Sterne
3.8 Sterne (36 Bewertungen) | 1 Kommentar

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27.02.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 01.03.2007

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1), Tschechisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Ungarisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Türkisch, Portugiesisch, etc.
  • Extras: Making-OF, Alternatives Ende, Zusätzliche Szenen, Bericht über die wahren Rettungsschwimmer