The Grudge 2 (2006)

Der Fluch - The Grudge 2

The Grudge 2 (2006) Der Fluch - The Grudge 2

Oder: Es knarrt wieder!

The Grudge 2

Was guckst du?

Angedeutet wurde es am Ende von The Grudge ja schon. Der Flucht des blassen Fräuleins mit den langen Haaren und dem monotonen Stimmgeräusch ist noch nicht besiegt. Dass muss auch Karen Davis (Sarah Michelle Gellar) erfahren. Die hat zwar das vermeintlich verfluchte Haus in Tokio abgefackelt, doch der Geist da drin ist ihr noch immer auf den Fersen. Grad als Karens Schwester Aubrey (Amber Tamlyn) auf Besuch ist, um Karen nach Hause zu bringen, fängt das Licht an zu flackern und die langen schwarzen Haare schlagen wieder zu. Karen stürzt sich vom Dach des Krankenhauses. Selbstmord? Mitnichten. Und Aubrey will jetzt endlich Klarheit darüber, was hier eigentlich ab geht.

Dass Schulmädchen in Japan in ihren Uniformen unerschrocken Mutproben durchziehen, beweist uns Allison (Edison Chen). Sie wird von zwei Kolleginnen in das alte, verfluchte Haus gelockt und dort so ziemlich erschreckt. Als der "Spass" dann vorbei ist, bringen die beiden begleitenden Mädchen die Tür zum Estrich nicht mehr auf und der bleiche Bub, der immer miaut, sitzt auch schon in der Ecke. Allison wird nie mehr die selbe sein.

The Grudge 2

Gleich schreit jemand!

In Chicago bezieht eine Familie ihre neue Wohnung. Der Vater (Christopher Cousins) hat neu geheiratet und will jetzt mit seiner neuen Frau (Jennifer Beals) sowie seinen aus erster Ehe stammenden Kindern das Familienleben geniessen. Die Tatsache, dass er allerdings sack-eifersüchtig ist, bringt einige Probleme mit sich. Ausserdem schleicht der Sohnemann gerne im Treppenhaus rum und entdeckt dort eine komische Gestalt, deren Gesicht von einer Kapuze verdeckt wird und die scheinbar etwas Böses zu verbergen hat.

Drei Geschichten. Auf den ersten Blick völlig unabhängig voneinander und ohne Zusammenhang, werden zu einer gemeinsamen Geschichte verflochten. Und über allem steht die Tatsache, dass der grausame Fluch von "Kayako" noch keineswegs gebannt ist. Im Gegenteil.


DVD-Rating

Die Geistergeschichte Ju On gibts in Japan seit dem Jahr 2000 in verschiedenen Fassungen. Ein Original, ein Sequel, das Prequel, amerikanische Versionen und auch grad noch eine Fortsetzung davon. Der Mann hinter diesen Geisterbahnfahrten ist Takashi Shimizu, der 2008 einen weiteren Teil der Serie veröffentlichen will. Grundsätzlich hat man aber bereits alles Wissenswerte gesehen, wenn man sich das japanische und das amerikanische "Original" anguckt. Denn was danach folgt, sind versuchte Vertiefungen in eine alte Geschichte, die mit immer öfteren Schock- und Gruselmomenten angereichert werden. So auch in Grudge 2, der ausserdem noch eine verzwickte und fast unübersichtliche Erzählstruktur hat.

Präsentiert werden drei Geschichten, die sich am Ende des Films ineinander verknüpfen und für den einen oder anderen "Aha"-Effekte sorgen. Wer jedoch den Kopf ein bisschen bei der Sache hat, wird bald mal merken, wie der Hase läuft und entsprechend cool die Auflösung über sich ergehen lassen können. Positiverweise wird aber in Grudge 2 in einer der Storybögen ein bisschen näher auf den eigentlichen Fluch eingegangen und ein paar Fragen, die sich nach The Grudge stellten, dürften beantwortet werden. Natürlich nicht ohne, dass sich gleichzeitig neue komische Sachen ereignen, die man nicht einfach so erklären kann.

Von den Darstellern ist natürlich Scream-Queen Sarah Michelle Gellar die Bekannteste. Ihr Auftritt ist allerdings nur von kurzer Dauer und schliesst die Erlebnisse aus The Grudge gut ab. Ihrer Nachfolgerin Amber Tambyln fehlt hingegen (noch) das Charisma und die mimische Panik für ein Fluch-Opfer. Der Rest des Casts ist mehr oder weniger austauschbar und hat vor allem mit erschreckten Gesichtern und panischen Augen den Zuschauer darauf hinzuweisen, dass grad was ganz Gfürchiges passiert ist.

Aber wegen einer intelligenten Story und grosser Schauspielkunst guckt man sich so einen Film ja auch nicht. Oder wer besteigt an der Chilbi eine Geisterbahn, um ein wichtiges Gespräch zu führen? Eben. Und diese bleichen Gestalten werden uns hier um die Ohren gehauen. Und ein-, zweimal sind sie auch recht gruselig, respektive unerwartet. Mehrheitlich aber kann man mit solchen Figuren nach Filmen wie The Ring oder The Call inzwischen keine grosse Atemnot beim Zuschauer mehr verursachen. Aber sie versuchens wenigstens in Grudge 2.

Fazit: The Grudge 2 will mehr sein, als er schlussendlich ist. Die Geschichten sind recht verworren, die Schockmomente zwar zahlreich aber mehrheitlich recht harmlos und angekündigt. Trotzdem ists ein hübscher Grusler geworden, der 08/15-Horrorfilmgucker ein paar Mal erschreckt. Hartgesottene Fans von solchen Filmen dürften sich hier aber eher langweilen.

Im Feature über die Entwicklung der Geschichte erzählt Regisseur Takashi Shimizu darüber, warum The Grudge 2 bereits sein sechster Film über dieses Thema ist und warum er dennoch keine Abnützungserscheinungen der Geschichte feststellt. Ausserdem kommen Produzenten und andere kreative Köpfe zu Wort und erklären, wie der Film entstanden ist und warum bereits vor dem Kinoauswertung von The Grudge fest stand, dass es eine Fortsetzung geben würde. Vom Regisseur schwärmen und den Mann über alle Massen loben, dürfen dann die gleichen Beteiligten, wenn das Feature zur Arbeit von Takashi Shimizu abgerufen wird. Hier kommen dann auch die Schauspielerinnen zu Wort. Sogar Sarah Michelle Gellar darf ein paar Worte sagen. Die Geisterfigur "Kayako" ist eines der Themen, wenns um die Figuren der Filme geht. Die liebenswerte Darstellerin wird am Set erst dann gefürchtet, wenn sie weiss geschminkt sei und komisch daher gelaufen käme, so die Kommentare. Auch der kleine Bub (nicht mehr der gleiche wie in The Grudge!) darf mal in die Kamera winken. Quietschgeräuschen und anderen Soundeffekten ist ebenfalls ein Feature gewidmet, ebenso wie einigen zusätzlichen Szenen. Das alternative Ende ist dabei recht interessant. Mit einigen Infos zu den Darstellern und einem Filmtip (Fantastic Four 2) werden die Extras beendet.

Das Knarren, Schlurfen und Röcheln der diversen Geistergestalten kommt im schön klaren Dolby Digital 5.1 daher und lädt somit gut zur Geisterstunde ein. Dazu gibts ein Bild, das zwischendurch mal ein wenig grobkörnig daherkommt, aber ansonsten ebenfalls zu gefallen weiss.

2.8 Sterne 4.2 Sterne
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15.04.2007 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 19.04.2007

  • Bildformat: 1:2.35 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Entwicklung der Geschichte, Die Arbeit mit dem Regisseur, Die Grudge-Wesen, Soundeffekte, Deleted Scenes, Darsteller Infos, Besonderer Filmtip, Trailers