The Good Shepherd (2006)

Der Gute Hirte

The Good Shepherd (2006) Der Gute Hirte

Oder: Wie lang gehts noch?

The Good Shepherd

Da war's noch ein "Nice to meet you".

Edward Wilson (Matt Damon) ist Poesiestudent in Yale, ein eher ruhiger Typ, der in die gehörlose und herzensgute Laura (Tammy Blanchard) verliebt ist. Mit Politik hat er nicht viel am Hut und überlässt das Reden generell lieber Anderen.

All das ändert sich, als ihn die Geheimbruderschaft "Skull and Bones" zu ihrem Mitglied macht. Hier kommt er mit vielen wichtigen Persönlichkeiten der Politik in Kontakt. Einen besonderen Eindruck hinterlässt bei ihm jedoch General Sullivan (Robert De Niro), der ihn gerne als seinen Mitarbeiter rekrutieren würde und der später ausschlaggebend am Aufbau des Office of Strategic Services (Oss) beteiligt ist, dem Vorgänger der CIA (Ursprünglich nur als temporärer Dienst gegründet, um Kriegsspionage im 2.Weltkrieg betreiben zu können).

The Good Shepherd

Mit ihr ging's auch ganz flott.

Bei einem dieser Bruderschaftstreffen lernt er auch Clover (Angelina Jolie) kennen, die Schwester eines Verbindungskumpels. Die Beiden schlafen miteinander und Clover wird prompt schwanger. Von seiner Integrität und dem Druck der Bruderschaft angetrieben, heiratet Edward sie, nur um sich noch vor der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes (Eddie Redmayne) von der Oss in London und Deutschland stationieren zu lassen. Trotz negativer Erfahrungen kehrt er mit einer positiven Einstellung zur amerikanischen Regierung nach Hause zurück, wo er und Clover sich nach einer Weile wieder anzunähern scheinen. Ihr Umgang miteinander wird beinahe so etwas wie liebevoll und auch seinen Sohn beginnt Edward zu lieben und zu schätzen.

Als dann jedoch die CIA ins Leben gerufen wird (Viele Mitarbeiter der Oss wurden hier einfach übernommen), ändern sich seine Prioritäten erneut und er vernachlässigt Kind und Ehefrau immer mehr. Je höher Edward die CIA-Rangleiter nach oben klettert, desto skrupelloser wird er. Ist er am Ende auch dazu bereit, alles für seinen Beruf zu opfern?


DVD-Rating

Hollywood präsentiert eine weitere Geschichtslektion mit Starbesetzung. Robert de Niro hat sich auf den Regiestuhl gesetzt und will uns die Entstehungsgeschichte des Geheimdienstes CIA näher bringen. In Amerika konnte The Good Shepherd weder bei den Kritikern, noch an den Kinokassen restlos überzeugen und wenn man sich die Spieldauer des Filmes anschaut (160 Minuten), dann wird schnell mal klar, an welchem Problem der Film scheitert.

Das Positive zuerst. Die Leistung von Matt Damon ist genial, überzeugend und definitiv eine der besten, die er jemals gebracht hat. Die Nebenrollen sind mit William Hurt, Alec Baldwin und Robert de Niro ebenfalls ganz stark besetzt und diese Männer der "älteren" Garde holen das Maximum aus ihren jeweiligen Kurzauftritten heraus. John Turturro darf man hier ebenso wenig vergessen, wie ein schöner Gastauftritt von Joe Pesci, der sichtlich gealtert ist.

Leider beweist The Good Shepherd, dass tolle Schauspieler alleine noch keinen guten Film garantieren. Die Geschichte springt vielfach scheinbar wahllos zwischen den wichtigen Eckdaten hin und her, die Maske lässt Matt Damon und die fehlbesetzte und damit kaum zur Geltung kommende Angelina Jolie auch als in die Jahre gekommene Menschen noch immer gleich aussehen, wie am Anfang des Films.

Dazu kommt die Geschichte selber, die nur Funken von Spannung aufweisen kann und die extremes Sitzfleisch erfordert. Man vermag kaum die immer wieder neu auftauchenden Figuren richtig einzuordnen und verliert bald einmal das Interesse an der grundsätzlich sicher recht interessanten Story. Da helfen auch Twists und dramatischen Wendungen nichts.

Fazit: The Good Shepherd ist langweilig. Sorry. Die guten Darsteller vermögen zwar mehrheitlich zu überzeugen und wer sich grundsätzlich für eine solche Thematik interessiert, wird bestimmt ein bisschen Gefallen am Film finden. Doch für knapp drei Stunden passiert zu wenig und man ist mehr als nur erleichtert, nach dem Film wieder aus dem TV-Sessel aufstehen zu können.

Wer allerdings noch nicht genug von The Good Shepherd hat, der kriegt auf der DVD ein paar unveröffentlichte Szenen zu sehen, von denn einige sogar recht gut gelungen und interessant sind. Ton- und Bildtechnisch wird hoher Standard geliefert und wenn der Film an sich auch so souverän gewesen wäre, hätte mir mein Hinterteil sicherlich weniger geschmerzt.

3.7 Sterne 3.8 Sterne
3.7 Sterne (63 Bewertungen) | 1 Kommentar

2.52.5
07.07.2007 / kat (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.06.2007

  • Bildformat: 2.40:1 (anamorph Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Bulgarisch
  • Extras: Unveröffentlichte Szenen