Glimpse - Glimt (2006)
Glimpse - Glimt (2006)
Oder: *gähn*: schon wieder Mädchen mit langen schwarzen Haaren...
Morten (Elias Eliot) ist ein talentierter, erfolgreicher Medizinstudent, der die Erwartungen seiner Dozenten übertrifft. Als Wissenschaftler hat er nur wenig mit übernatürlichen Geschichten am Hut und versucht, alles logisch zu erklären. Diese logische Welt bricht in sich zusammen, als er eines Abends ohne Erinnerung an die Geschehnisse letzter Nacht aufwacht und seine Freundin Reiko (Sophie Jørgensen) tot im Badezimmer findet. Was ist mit ihr geschehen?
Was als ein etwas mysteriöser Todesfall beginnt, nimmt mehr und mehr bizarre Formen an. Plötzlich taucht ein Bruder seiner verstorbenen Freundin auf, von dessen Existenz er nicht gewusst hatte. Morten wird bewusst, dass er seine Freundin überhaupt nicht gekannt hatte. Was hat es mit jenem Fluch auf sich, der angeblich auf Reikos Familie lastet? Wie kann er gebrochen werden? Fragen über Fragen, deren Antworten ein immer düsteres Bild zeichnen. Während Morten die wüste Wahrheit über Reikos Familie herausfindet, deckt er zunehmend Details zu seiner eigenen Familie auf...
DVD-Rating
In letzter Zeit kommt es vermehrt vor, dass man bei französischen Filmen oder anderen europäischen Produktionen suchen muss, um originellen Horror zu finden. Inside oder Sl8n8 sind die neusten Beispiele dieser Kategorie. Die holländische No-Budget-Produktion Glimpse versucht sich ebenfalls in dem Genre und will laut Beschreibung einen Grusler im Stil von The Grudge abliefern. Dabei kombinieren sie offensichtlich die Gruselelemente von Dark Water und The Ring, brauchen jedoch enorm lange, bis sie mit den kopierten Buh-Momenten überhaupt eine Spannung erzeugen, geschweige denn eine packende Handlung abliefern können.
Wie bei der Etablierung eines neuen Killers üblich, beginnt seine Story mit einem Todesfall, der eine Kettenreaktion auslöst. Dieser führt den Hauptdarsteller mehr und mehr in Teufels Küche. Wie in den amerikanischen Remakes geistert plötzlich das übliche Mädchen mit den langen schwarzen Haaren durch den Film (*gähn*) und kombiniert ihre Auftritte mit flackernden Lichtern, unerwarteter Dunkelheit und plötzlich sich bewegenden Gegenstände. Zu dieser Mischung wird noch eine japanische Legende hinzugefügt, die für den Tod einer ganzen Familie gesorgt hatte. Alle Elemente hat man bereits in so vielen anderen Horrorfilmen gesehen, dass sie hier kaum noch überzeugen - geschweige denn eine Wirkung erzielen können.
Der Film selber hat deutlich die Handschrift einer No-Budget-Produktion. Er braucht sehr lange, um in die Gänge zu kommen. Erst nach einer Beerdigung und einer langen Trauerphase taucht der Geist zum ersten Mal auf. Ab da versucht Glimpse Spannung aufzubauen. Dies mag jedoch nicht richtig gelingen, denn obwohl die Musik zwar gute Vorarbeit leistet, verpuffen die eigentlichen Schockmomente ungenützt, da sie schlichtweg schlecht inszeniert und im Timing falsch platziert wurden.
Obschon das Ganze als Grusler deklariert wird, verbringt Glimpse erstmals viel Zeit mit dem Tod, der Trauer um die verstorbene Freundin und das anschliessende Aufarbeiten der japanischen Legende. Dies ist zwar gelegentlich durchaus interessant - einige gruslige Momente verkürzen dabei die Zeit -, doch die Spannung bleibt aus. Erst im letzten Drittel häufen sich die wirklich gelungenen Momente. Über die Auflösung des Mythos und das eigentliche Finale lässt sich streiten. Zumindest ist es unerwartet. Die Schauspieler geben sich dabei redlich Mühe. Bis auf Hauptdarsteller Elias Eliot bewegen sich jedoch alle auf durchschnittlichem TV-Niveau.
Fazit: Glimpse ist insofern ein gelungener Film wenn man beachtet, dass der Produktion nur 3000 Euro Budget zur Verfügung standen und man auf keine weitere finanzielle Unterstützung zurückgreifen konnte. Das Ergebnis ist ein mässig interessanter Grusler, der klar von asiatischen Horrorfilmen inspiriert wurde und an erheblichen Spannungsprobleme krankt. So wird auch die konstruierte Legende unsauber aufgelöst und vieles - wie zum Beispiel das Umherwandern des Notenblattes - bleibt schlichtweg ungeklärt. Unter dem Strich bleibt Glimpse weder etwas Überzeugendes noch etwas Eigenständiges.
Die DVD bezeugt das beschränkte monetäre Budget und ist nur auf den lokalen Markt zugeschnitten. Eine alternative Tonspur sucht man vergebens und die Bildqualität ist eine wahre Zumutung. Die jämmerliche Bildqualität kommt wohl auch vom Kamera-/Filmmaterial, über das die Herrschaften verfügt haben. Von Genuss kann hier leider nicht gesprochen werden. Das Bonusmaterial enthält unter anderem den Kurzfilm, der Glipse letztlich ermöglicht hat. Dazu gibt es eine Bildergalerie, eine Dokumentation über den Sound des Filmes und einen 60-minütigen Blick hinter die Kulissen. Es ist durchaus spannend zu sehen, wie die Filmemacher den Film mit minimalen Mitteln umgesetzt haben.
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2.0 Sterne (2 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: Widescreen 2.35:1 Anamorph
- Sprachen: Dänisch
- Untertitel: Englisch, Dänisch
- Extras: A GLIMPSE of Talent, Sound of GLIMPSE, Private Talks, Slideshow, Trailers



