Garfield: A Tail of Two Kitties (2006)

Garfield 2: Faulheit verpflichtet

Garfield: A Tail of Two Kitties (2006) Garfield 2: Faulheit verpflichtet

Oder: Zwei dicke Kater mischen London auf

Garfield macht die Pisa-Studie

Garfield macht die Pisa-Studie

Nachdem der eifersüchtige Garfield (Stimme: Bill Murray; in der deutschen Version spricht Oliver Kalkofe) erfolgreich einen Heiratsantrag seines Herrchens Jon (Breckin Meyer) an dessen Freundin Liz (Jenniffer Love Hewitt) verhindert hat, entschliesst sich dieser kurzerhand, ihr nach London nachzureisen, wo sie als Gastrednerin für einen Kongress engagiert ist. Ehrensache für Garfield, dass er sich - zusammen mit seinem Anhängsel Odie - in Jons Gepäck schmuggelt. Denn alleine zu Hause zu bleiben kommt für den verwöhnten Kater natürlich nicht in Frage.

Herrchen und Frauchen

Herrchen und Frauchen

Kaum in der britischen Hauptstadt angekommen, geht Garfield auf eigene Faust auf Entdeckungsreise und wird bald mit seinem königlichen Doppelgänger namens Prince verwechselt. Dieser lebt, von Mensch und Tier umsorgt und gehätschelt, auf einem vornehmen Anwesen, welches ihm von der kürzlich verstorbenen Besitzerin vererbt wurde. Ein wunderbares Katzenleben also - wäre da nicht der hinterhältige Lord Dalgis (Billy Connolly), an welchen das Anwesen im Falle von Princes Hinschied fallen würde und welcher mit allen Mitteln versucht, den adligen Kater um die Ecke zu bringen. Aber da hat er die Rechnung ohne Garfield gemacht!


Film-Rating

Während der simple Plot mit dem dicken, faulen Kater in den kurzen Cartoon-Episoden bestens funktioniert und mittlerweilen Kultstattus geniesst, ist für einen abendfüllenden Spielfilm zusätzlich eine einigermassen funktionierende Story vonnöten. Das ist wie schon bei Teil eins das Grundproblem dieses Sequels, denn diesbezüglich können die Drehbuchautoren nicht auf die Cartoon-Vorlage zurückgreifen. Das Resultat ist dürftig.

Aber betrachten wir den Film unabhängig von der übermächtigen Vorlage als einen eigenständigen Film, dessen primäre Zielgruppe die Kinder sind. Denen dürfte die einfach gestrickte, jedoch amüsante Verwechslungsgeschichte mit dem computeranimierten Büsi und den anderen knuddeligen Tieren durchaus Spass machen. Da die Comicserie aber auch einen grossen Fankreis unter nicht mehr ganz so jungen Leuten besitzt, darf von deren Verfilmung sicherlich ein gewisser Unterhaltungswert für den erwachsenen Kinogänger erwartet werden. Und dieser ist überraschenderweise durchaus vorhanden. Für die witzigen Momente sorgen dabei die tierischen Charaktere, in erster Linie Garfield und sein Doppelgänger, aber auch die zahlreichen weiteren auf dem noblen englischen Anwesen lebenden Untertanen von Prince, welche mit herrlich blasiertem britischen Akzent die vornehme englische Gesellschaft parodieren. Exquisit übrigens die Besetzung der Sprecher-Rollen, neben dem bewährten Amerikaner Bill Murray als Garfield konnten dafür bekannte Figuren des englischen Kinos gewonnen werden: Tim Curry als Prince sowie Bob Hoskins, Rhys Ifans und Vinnie Jones in weiteren Rollen lassen auch dem anspruchsvollen Filmfan das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dies bedeutet freilich, dass der Film in Originalsprache geschaut werden muss! Wer - vielleicht aus Rücksicht auf die lieben Kleinen - den Film in der deutschen Synchronfassung ansieht, verpasst leider dessen beste Szenen.

Was nun allerdings die menschlichen Charaktere betrifft: Auweia. Breckin Meyer als liebenswerter Jon besitzt keine Ecken und Kanten und hangelt sich mit dämlich verlegenem Lächeln mehr schlecht als recht durch die dünne Geschichte. Jennifer Love Hewitts Aufgabe als Tiermedizinerin Liz scheint wie schon im ersten Teil hauptsächlich darin zu bestehen, süss auszusehen. Dies zumindest erledigt sie mit Bravour. Ja, sie macht ihrem zweiten Vornamen alle Ehre, denn so eine liebenswerte und pflegeleichte Freundin, welche zudem erst noch blendend aussieht, wünscht sich wohl so mancher. Die Liebesgeschichte der beiden trieft nur so vor Harmonie, man wünscht sich beinahe, dass sich die beiden mal streiten mögen. Billy Connolly schliesslich als fieser Lord Dalgis erinnert stark an John Cleese, ist jedoch nicht ganz so lustig. Immerhin sorgt er mit seinen Slapstick-Einlagen für die eine oder andere von einem menschlichen Wesen generierte witzige Szene.

Trotzdem gehört der Film den Tieren. Und das ist gut so. Für deren Synchronisation sowie für die akzeptable Kindertauglichkeit verdient er das Prädikat "knapp genügend". Über den ganzen Rest darf freilich getrost der Mantel des Vergessens gelegt werden. Teil drei wird schliesslich kaum lange auf sich warten lassen.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.52.5

 

23.07.2006 / ebe

Community:

Bewertung: 2.6 (37 Bewertungen)

 

 

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