Frostbite - Frostbiten (2006)

Frostbite - Frostbiten (2006)

Oder: es ist kalt in der Dunkelheit

Frostbite - Frostbiten

Bei dieser Mucke blutet's aus den Ohren!

Teenagerin Saga zieht mit ihrer Mutter in eine neue Wohnung ganz im Norden Schwedens, wo die Sonne für über einen Monat nicht zu sehen ist. Während Mutter Annika eine neue Stelle im örtlichen Krankenhaus antritt, lernt Saga an ihrer Schule interessante Leute kennen, die sie sofort in ihren Freundeskreis aufnehmen. Man lädt sie an eine Party ein, wo seltsame, rote Pillen auftauchen, die dem Spital entwendet wurden. Diese werden in den Punsch gemischt, so dass bald jeder der Partygäste eine solche zu schlucken bekommt, und somit der Party ein blutiger Verlauf garantiert wird. Denn plötzlich wachsen den Teenagern scharfe Beisserchen und Durst macht sich breit.

Währenddessen wird Annika von ihrem neuen Boss, dem mysteriösen Genforscher Beckett, in ein schreckliches Geheimnis eingeweiht: Während des zweiten Weltkrieges gehörte er einer Spezialeinheit an, die in ihrem Einsatz in der klirrenden ukrainischen Kälte Unterkunft in einer verlassen Hütte fanden. Doch sie waren nicht alleine. Sie machten einen grausigen, bissigen Fund, der den scheinbar kaum gealterten Beckett noch bis zum heutigen Tage zu verfolgen scheint.


DVD-Rating

Vampirfilme gibt es wie Sand am Meer. Immer wieder versucht es wieder einer, dem ausgelutschten Genre einen frischen Hauch zu verleihen. Frostbite ist da nicht anders, und teilweise gelingt es ihm sogar, und obwohl es einige Ungereimtheiten gibt, vermag Frostbite zu gefallen.

Was Frostbite auszeichnet, sind die vielen Genrebrüche: Zuerst sind in den ersten paar Minuten ss-Soldaten in der Hauptrolle, die sich im tiefsten Winter gegen die feindlichen Truppen wehren. Die darauf folgenden hässlichen Szenen bilden ein guter Auftakt und schüren die Hoffnung, einen guten Schocker zu sehen. Diese wird jedoch schnell zerschmettert, als plötzlich Annika (Petra Nielsen) und ihre Tochter Saga (Grete Havnesköld) die Hauptrolle übernehmen. Ab da nimmt der Film eher ein Friedhof der Kuscheltiere-Stil an, bei dem die Vampire kaum Präsenz haben, jedoch durch schleichende Hinweise immer wieder ins Gespräch kommen.

Hier liegt unter anderem auch der Knackpunkt. Diese Zwischenpassage mit einigen Rückblenden und dem Vorstellen der beteiligten Figuren kommt zu langsam voran, und die in den Anfangsszenen aufgebaute Spannung geht völlig verloren. Nicht, dass dies unbedingt schlecht wäre, so interessiert man sich wenigstens für die Figuren und, wenn letztendlich im letzten Drittel das Blut zu spritzen beginnt, hofft man wenigstens, dass gewisse Charaktere überleben. Etwas, das mir schon lange nicht mehr geschehen ist.

Negative Punkte gibt es natürlich auch: Neben den mehreren Genrewechseln und dem eher lahmen Mittelteil bleiben recht viele Fragen offen, und, obwohl sie die alte Vampirstory und Evolution sehr kreativ interpretiert haben, wirkt es auch gesucht und konstruiert. Über die typischen Teenagerszenen und die platten Figuren der Jungen lässt sich auch streiten. Wenigstens gelingt es ihnen dadurch, ein neues Licht auf die negativen Seiten des Vampirdaseins zu werfen, welche bisher nicht allzu oft gezeigt wurde.

Fazit: Frostbite ist trotz der jungen Darsteller ein erwachsener Film, der sehr gemächlich an das Thema heran geht und mit guter Kameraarbeit und dem ungewöhnlichen Drehort eine sehr düstere Atmosphäre schafft. Wer sich an den Vampiren nicht satt gesehen hat, erhält einen ungewöhnlichen Gruselfilm, der erfrischend neu an das Vampirthema herangeht und neben der Evolutionsgeschichte auch das Teenagerleben eines Vampirs auf den Kopf stellt. Wem aber Vampire und andere blutsaugende Artgenossen bereits aus dem Hals heraus hängen, kann den Film auch im Regal lassen.

Die DVD bietet den Film in inzwischen zu erwartenden guten Bild- und Tonqualität und schmälert somit den Filmgenuss nicht. Das Bonusmaterial fällt überraschend umfassend aus und neben einigen nicht verwendeten Szenen, gibt es auch Probeaufnahmen und drei Featurettes, die etwas mehr versprechen, als sie halten, aber dennoch einen Blick wert sind. Im Vergleich zu anderen Filmen auf dem Horrormarkt muss sich dieses Bonusmaterial sicher nicht verstecken und gibt noch gute Hintergrundinfos über die Entstehung des Filmes.

3.6 Sterne 4.6 Sterne
3.6 Sterne (10 Bewertungen) | 0 Kommentare

3.53.5
10.04.2007 / ma (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.03.2007

  • Bildformat: 1.85:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Deutsch: DTS 5.1 Surround, Schwedisch (DD 5.1), Schwedisch: DTS 5.1 Surround
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Featurette: Produktionsdesign, Featurette: Visual-FX, Featurette: Musikkonzept, Making of..., Nicht verwendete Szenen, Bloopers, Probeaufnahmen, Trailer