Ein Freund von mir (2006)

Ein Freund von mir (2006)

Oder: da kommen all die grauen Haare her....

Ein Freund von mir

Einmal Waschen bitte.

Karl (Daniel Brühl) gehört zu den unscheinbaren Einzelgängern, die alleine in ihrem Büro arbeiten und so am leistungsvollsten sind. Er es schafft sogar, den "goldenen Bogenschützen"-Award für den meistverkauften Artikel einzuheimsen, im Team versagt er jedoch komplett. Deshalb erhält er von seinem Boss den Auftrag, für ein paar Tage bei einer Autoauslieferungsfirma zu arbeiten, um etwas Einblicke ins System zu erhalten.

Ein Freund von mir

Du musst die Finger erst wärmen, dann geht's besser

Dort lernt er Hans (Jürgen Vogel) kennen, den eher etwas verdrehten Typen mit viel Fantasie und einem unaufhaltsamen Redefluss. Gemeinsam beginnen sie, die Autos auszuliefern und erleben so manch komisches Abenteuer zusammen. Auf diesen Ausfahrten lernt Karl auch Stelle (Sabine Timoteo) kennen, die ihm sofort sehr sympathisch ist. Allerdings haben beide keine Ahnung von Karls wirklichem Auftrag und so trifft es Hans auch entsprechend hart, als er letztendlich erfährt dass Karl eigentlich in einer Versicherung arbeitet.

Wird Karl seine Freundschaft mit Hans retten können, wird sich in seinem Leben etwas Entscheidendes ändern und was wird aus Stelle, die in den nächsten Tagen nach Barcelona fährt? Karl muss sehr bald, sehr wichtige Entscheidungen treffen: Was ist ihm wichtiger Beruf oder Freundschaft?


Film-Rating

Ein Freund von mir beginnt äusserst geduldig und gewinnt erst an Fahrt, als Karl bei der Autoverfrachtfirma anheuert und Hans kennen lernt. Ab da bilden die beiden das typische Man in Black-Gespann. Während der eine quasselt wie ein Buch, hält sich der andere anfänglich steif zurück und taut erst ganz langsam auf. So regiert dann auch köstlicher Szenenhumor und grandiose Dialoge, die fein gespickt sind mit irgendwelchen Weisheiten, über die man nur schmunzeln kann. Die Schauspieler wurden allesamt gut ausgewählt und, obwohl es ein sonderbares Trio ist, bei dem man anfänglich nicht so mitkommt, was da eigentlich mit wem läuft, sind sie sofort sympathisch und es harmoniert perfekt.

Dennoch hält der Lobgesang leider nicht an, denn etwa in der Hälfte bricht das Trio auseinander und die Komödie wird zu einem esoterischen Selbstfindungstrip, welcher zwar erwachsener wirkt, als das vorherige, aber so plötzlich kommt, dass es irgendwie langweilig wirkt. So dümpelt der Streifen, der mit Vollgas angefangen hat und die überlangen Autofahrszenen geschickt mit viel komödiantischen Elementen kompensiert hat, letztendlich nur noch vor sich hin. Am Ende wird er immer mehr zu einem verschlafenen Studiofilm, der dann auch einen eher unerwarteten Schluss hat.

Fazit: Ein Freund von mir überrascht anfänglich mit einer geballten Ladung gut geschriebener Dialoge und einige zum Schiessen komischer Szenen, die den Film sehr kurzweilig und interessant machen. Danach wird es nach einem abrupten Wechsel viel zu ernst und plötzlich ist alles weg, was man anfänglich geschätzt hat. Dieser Schock hinterlässt schlussendlich auch einen eher bitteren Nachgeschmack und nach dem eher plötzlichen Ende, wird dieser Eindruck leider nicht mehr besser. Dennoch ist der Film zu empfehlen.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

08.10.2006 / db

Community:

Bewertung: 3.8 (26 Bewertungen)

 

 

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