Französisch für Anfänger (2006)
Französisch für Anfänger (2006)
Oder: Schö tö vöö
Französisch? Welch ein Gräuel! So denkt zumindest Henrik, der von seinem Französischlehrer ständig schikaniert und gequält wird. Dumm nur, dass sich der Schüchterne in Teenagerin Valerie verknallt. Dies hält nämlich viel von der gefürchteten Fremdsprache, da sie Halbfranzösin ist. Doch da man bekanntlich alles für die Liebe tut, und in dem Alter sowieso, beschliesst Hendrik mit Valeries Klasse zum Austauschprogramm in Frankreich mitzukommen, wo sein ganzer Mut gefordert ist.
In Frankreich angekommen jedoch, fällt Valerie gleich einem französischen Austauschschüler um den Hals, den sie anscheinend im Jahr zuvor kennen gelernt hatte. Ein gut aussehender, stämmiger Prollbruder, versteht sich. Desillusioniert überlegt sich Henrik, ob die nette Charlotte, die ihn immer anmacht, vielleicht nicht auch ganz in Ordnung sei, oder ob er um Valeries Liebe mehr kämpfen sollte, als es ihm vorgeschwebt hat.
Kinofilm-Rating
Sommer 2006: Die Fussball WM ist in vollem Gange und nach einem ewigen Winter sind die Temperaturen endlich bis zur 28 Grad Marke angestiegen. Die Kino bussen heftigst ein, dabei lässt sich im UV-geschützten, kühlen Saal doch wunderbar kuscheln. Regieneuling Chistian Dittler hat den passenden Film dazu.
Keine redender Penis, keine baren Brüste, kein orgasmusauslösender Fahrradsattel und kein Eis am Stiel. Französisch für Anfänger verzichtet auf derbe Zoten und blöde Sprüche und erzählt liebevoll die Geschichte einer ersten Liebe. Das ist zwar alles vorhersehbar Kost ganz nach dem Muster hollywoodianischer Rom-Coms, dich serviert wird das so charmant und frisch, dass guter Unterhaltung nichts im Wege steht.
Beim Culture Clash zwischen den Franzosen und den Deutschen ist mit Klischees gespickt, bleibt jedoch politisch Korrekt und augenzwinkernd und enthält auch gewisse Wahrheiten, die zum Schmunzeln anregen. ¨Schmunzeln ist dann auch die Devise des ganzen Filmes. Lautes Lachen dürfte während den Vorführungen kaum hören zu sein, denn der Schwerpunkt wird bewusst auf die Romanze, nicht auf den Humor gesetzt, der trotzdem nicht zu kurz kommt.
Das Hauptdarstellerpärchen kann man nur als "schnuggelig" bezeichnen. Sie wirken glaubwürdig und echt. Überhaupt sind die Figuren gut gezeichnet. Klar, sind sie alle leicht klischiert, doch schlussendlich können wir uns in allen ein bisschen wiederfinden und sie lassen uns mit Nostalgie auf die Teenagerzeit zurückblicken, wie lange die auch her sein mag, und lässt uns darüber nachdenken, ob sich seit dann eigentlich so viel verändert hat.
Bis auf das unpassende, übertriebene Hollywood-Ende macht die Französischlektion also durch und durch Spass, schöne Landschaftsbilder und Songs von "Wir sind Helden" inbegriffen.
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4.8 Sterne (8 Bewertungen) | 0 Kommentare


