The Fountain (2006)

The Fountain (2006)

The Fountain

Nachdem The Fountain an den Kinokassen grässlich gefloppt ist und von den Kritikern mit gifitigen Kommentaren zerrissen wurde, mochte niemand mehr so recht an andere gute Seiten dieses Projektes glauben. Dabei gibt es diese durchaus. Man mag über den Film sagen, was man will, aber die Filmmusik von Clint Mansell hat Qualität und mit wiederholtem Hören bildet sich sogar ein starker Ohrwurmcharakter heraus. Für seine Arbeit an The Fountain erhielt Mansell grosses Lob seitens der Filmmuik-Community und seine Komposition wurde auch mit etlichen Preisen und Nominierungen geehrt (darunter eine Golden Globe®-Nominierung).

Die vorliegende Komposition zeichnet sich durch das hervorragende Zusammenspiel von zeitgenössischer klassischer Musik und starken synthetischen Elementen aus. Eine gewagte Komposition, deren Qualität sich wohl kaum nach einmaligem Hören eröffnen wird. Darum lohnt es sich, auch ein zweites Mal genau hin zu hören!

Für die Interpretation seiner Komposition trommelte Clint Mansell ein Team aus gerade mal zwanzig Künstlern zusammen. Mit von der Partie waren das berühmte Kronos Quartett, die Band Mogwai und ein zehn-köpfiger Chor. Die Kraft, welche diese zwanzig Personen der Komposition verleihen, ist erstaunlich. Für Mogwai ist die Filmmusik-Luft nichts Neues: Sie hatten gerade erst für Michael Manns Drogen-Thriller Miami Vice zwei Stücke beigetragen und auch schon früher tauchte ihr Name ab und zu auf Filmmusikscheiben und in den End Credits auf.

Das erste Stück, "The Last Man", zeigt die dominierende Stimmung des Scores und das thematische Material sehr schön auf. Dabei wird schnell klar, dass dies keine leichte Kost ist. Die Hauptschwäche des Albums zeigt sich nach dem ersten Stück. Während den Stücken 2-5 stellt sich eine gewisse Monotonie ein. Die beeindruckenden Passagen sind während diesen gut fünfzehn Minuten sehr spärlich vorhanden und lassen den Hörer etwas enttäuscht zurück.

Mit dem sechsten Stück jedoch kommt die Komposition (wieder) in Fahrt und besonders die Titel "Xibalba" und "Death Is The Road to Awe" brodeln regelrecht, wobei letzteres am Schluss zu einer sehr beeindruckenden und äusserst kraftvollen Passage mit Chor und massiger Perkussion ausbricht. In diesen Stücken zeigt sich denn auch die sehr gelungene Kombination aus klassischen Streichern (Kronos Quartett) und aggressiver Perkussion (Mogwai). Teilweise noch ergänzt mit dramatischem Chorgesang, ergibt dies ein Resultat, dass einem Schauer den Rücken runter jagt.

Mit dem letzten Stück, "Together We Will Live Forever", wird es nicht minder dramatisch, aber Mansell holt den Hörer wieder etwas zurück auf den Boden und lässt die Komposition ruhig(er) ausklingen.

Fazit: Clint Mansells The Fountain ist das perfekte Beispiel dafür, wie gut man in Filmmusik klassische Partituren mit modernem elektronischem Sound mischen kann. Vergesst den teils billigen Verschnitt aus dem Media-Ventures-Haus. Wer auf der Suche nach einer etwas anspruchsvolleren Darbietung dieser interessanten Synthese ist, der sollte sich dieses Album unbedingt zu tun und eintauchen in eine faszinierende Welt.

55
27.02.2007 / bab

Sountrack-Infos

Komponisten
Clint Mansell

Release
Label: WB Music (Warner Bros.)
Laufzeit: 46 Minuten
EAN: 0075597990126

Tracks

The Last Man

Holy Dread!

Tree of Life

Stay with Me

Death Is A Disease

Xibalba

First Snow

Finish It

Death Is The Road to Awe

10 

Together We will Live Forever