The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006)
The Fast and the Furious: Tokyo Drift (2006)
Oder: Kurvenkratzen mit Profis
Sean Boswell (Lucas Black) hatte schon öfters Probleme mit der Polizei. Beim letzten illegalen Autorennen, welches in einem Totalschaden mit Verletzten endete, wurde er nun aber erstmals gefilmt. Gegen das erdrückende Beweismaterial hat er keine Chance. Seine Mutter (Lynda Boyd) sieht nur noch einen Ausweg: Den Flegel zu seinem Vater Major Boswel (Brian Goodman) nach Tokio zu schicken. Soll dieser seinem Sohn endlich Manieren beibringen...
Der strenge Papa verbietet dem Sohnemann selbstverständlich pflichtbewusst, auch nur schon in die Nähe eines Autos zu kommen. Brav widmet Sean sich darum seinem Studium, wo er seinen neuen "besten Freund" Twinkie (Bow Wow) sowie die hübsche Neela (Nathalie Kelley) kennen lernt. Letztere zeigt sich gerne mit D.K. (Brian Tee), dem lokalen Beherrscher der Strassen. Das eine führt zum anderen, und schliesslich Sean ans Lenkrad einer japanischen Reisschüssel. Im Rennen durch ein Parkhaus will der Ami den Japsen zeigen, wie man richtig Auto fährt... und fährt sogleich das ausgeliehene Auto zu Schrott.
Das Fahrverhalten ist auf der anderen Seite des Planeten eben halt doch bisschen anders. Durch die leichtgewichtigen Autos fehlt eine saubere Bodenhaftung - mit geeignetem Handbremsengefühl lässt sich so wunderbar um die Kurven schleudern äh driften. Und nicht umsonst steht "D.K." für "Drift King".
Das Auto, bzw. was davon übrig blieb, gehört Han (Sung Kang). Und dieser ist - wie der Rest der Bande - Teil der lokalen Yakuza. Sean muss seine Schulden mit Auftragsarbeiten für den Mafiagangster abarbeiten, darf aber gleichzeitig unzählige Pneusets verschwenden, um das Driften zu lernen: Han würde nur zu gerne mal den D.K. verlieren sehen - und Sean endlich ein bisschen an Neela rumtunen...
DVD-Rating
The Fast and the Furious überraschte 2001 an den Kinokassen und setzte neue Levels im Autotuning. Kein Gag zu aufwändig, kein Auto zu getuned. Glänzend, farbig, auffällig und vor allem laut und schnell. So mussten die Karren sein, wenn man den Anspruch hatte, in ihnen cool auszusehen. Zwei Jahre später kam 2 Fast 2 Furious und spielte ebenfalls über 100 Millionen Dollar an den amerikanischen Kinokassen ein. Zwar war die Geschichte noch doofer als in Teil Eins, aber wenn rauchende Autos, schöne Frauen und guter Sound in die Kinos kommen, dann erreicht das Testosteron ungeahnte Höhen. The Fast and the Furious: Tokyo Drift verlegte die Szenerie vom sonnigen Amerika ins neon beleuchtete Japan. Das Resultat: Der Film war zwar rentabel, aber weit nicht so erfolgreich wie seien Vorgänger.
Getunte Autos sind das Mass aller Dinge. Ein geiler Heckspoiler, tiefergelegtes Fahrgestell, fetziges Design und eine vibrierende Soundanlage. Dazu vielleicht noch ein hübsches Fräulein auf dem Beifahrersitz und die modernen Manta-Fahrer sind im Rausch. Und auch wenn man heimlich über solche Menschen auf den Stockzähnen schmunzelt, es gibt (fast) keinen Mann, der nicht auch mal so einen Boliden fahren möchte. Die Karren sehen einfach geil aus.
Leider sind die Autos praktisch das einzig Gute am Film selber. Die Geschichte wiederholt sich nun zum zweiten Mal, die Charaktere sind so extrem oberflächlich und unsympathisch und wenn die Rennszenen sich im Dunkeln oder in den mit Neonlicht überfluteten Strassen von Tokio abspielen, dann vergeht einem der Spass bald mal. Wenigstens hat man mit dem "driften" eine Neuheit in die Filmserie gebracht, die nicht schlecht ist. Jedoch hat man auch von diesem "Kurven schneiden" bald mal genug und dann holpert der Film aufs Happy-End von der Stange hin.
Lucas Black ist irgendwo zwischen einem lahmen Paul Walker und einen Channing Tatum anzusiedeln. Leider heisst das für einen Hauptdarsteller selten was Gutes. Rapper Bow Wow ist ein Anhängsel, das es nicht braucht und Nathalie Kelley ist zwar niedlich, aber völlig ersetzbar, da sie trotz ihres Aussehens nach dem Abspann wieder vergessen ist. Gelungen ist jedoch der inzwischen wohlbekannte Auftritt von Vin Diesel am Ende des Films.
Fazit: The Fast and the Furious: Tokyo Drift ist ein Männerfilm. Basta. Dafür braucht man kein Hirn, kein Einfühlungsvermögen und wenn man die Geschichte nicht schnallt, ists auch nich so wild. Denn Hauptsache die Autos sind geil, die Frauen heiss und die Bilder cool. Dass die Rennen viel zu selten stattfinden und das Ganze einen recht sterilen Eindruck macht, trübt jedoch auch diese elementaren Voraussetzungen.
Die DVD hat einige nette Features zu bieten. So wird einem kurz erklärt, wie die Schauspieler denn das "Drifting" gelernt haben und wie die Dreharbeiten in Tokio doch schwierig waren. Ausserdem (und das ist das wahre Highlight) werden ein paar Autos näher unter die Lupe genommen. Der echte D.K. kommt auch noch zu Wort und mit einer "Cast-Cam" wird man als Zuschauer knapp 4 Minuten aufs Extremste genervt. Ein Video (in Spanisch, nicht Japanisch) und der optional zuschaltbare Audiokommentar des Regisseurs machen den Abschluss einer DVD, die Tonmässig recht cool rüberkommt, aber in Sachen Bildqualität in den Nachtsequenzen ein bisschen Mühe hat, die Qualtität zu liefern, die wir uns wünschen.
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3.4 Sterne (95 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 15.11.2006
- Bildformat: 2.35:1 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch
- Extras: Unveröffentlichte Szenen, Drifting-Schule, Cast-Cam, Han's letzte Fahrt, Aufgemotzt, Der wahre Drift-King, Die japanische Art, Musikvideo, Audiokommentar



