The Fall (2006)

The Fall (2006)

Oder: Bilderorgie par excellence

The Fall

"Du da... hinten links!"

Es war einmal vor langer langer Zeit: Im Jahr 1920 sitzt der Stuntman Roy (Lee Pace) mit verletztem Bein in einem Krankenhaus. Eines Tages bekommt er Besuch von der kleinen Alexandria (Catinca Untaru), die ihren gebrochenen Arm ausheilen muss. Sie ist von Anfang an von ihm fasziniert, also fängt Roy spontan an, ihr eine epische Geschichte von fünf Helden zu erzählen, die sich auf eine Odyssee begeben, um den teuflischen Gouverneur Odious (Daniel Caltagirone) zu besiegen und seine indische Verlobte zu befreien. Roy packt sich selber als Black Bandit in die Geschichte ein. Zwischen ihm und Alexandria entsteht mit der Zeit ein enges Band.

The Fall

And it burns, burns, burns...

Tag für Tag erzählt Roy seine epische Geschichte weiter, fügt immer mehr autobiografische Einzelheiten ein und sinkt dabei in einen Selbstzweifel. Langsam scheinen sich Fiktion und Realität zu vereinen, und Alexandria wird allmählich ebenfalls ein wichtiger Teil der Geschichte. Zusammen nehmen sie schliesslich den Kampf auf, Odious endgültig zu besiegen und die Verlobte aus seinen Fängen zu befreien...


Blu-ray-Rating

Es gab eine Zeit, da waren Werbe- und vor allem Musikvideo-Regisseure die wohl exzentrischsten Künstler der Medienbranche. Der indische Star Tarsen Singh (kurz: Tarsen) katapultierte sich in den Neunzigerjahren mit Spots für Coca Cola und Musikvideos für R.E.M. aufs höchste Level. Sein Filmdebüt gab er mit dem Thriller The Cell.

Genau wie sein Vorgänger ist The Fall in erster Linie ein orgiastisches Bilderspektakel, wobei Tarsen hier noch einen Zacken zulegt. Gedreht in über 18 Ländern während mehreren Jahren und grösstenteils eigenfinanziert, muss man dem Film das Adjektiv "episch" zweifellos zusprechen. Wer über einen grossformatigen TV und ein starkes Soundsystem verfügt, wird sich hier die Finger lecken. Bereits in der Anfangsszene, perfekt untermalt mit Beethovens Siebter Symphonie, wird klar, dass hier ein Profi am Werk ist. Doch alles, was glänzt, hat auch eine Kehrseite: Hatte The Cell noch eine spannende Story und zog einem als Gesamtwerk in den Bann, sind es bei The Fall nur noch die Bilder, die überzeugen. Die Freundschaft zwischen Roy (Lee Pace, Pushing Daises) und Alexandria (Catinga Untaru) wirkt am Anfang herzlich, verliert jedoch im Laufe der Geschichte an Intensität. Selbst die Helden-/Banditengeschichte, die Roy während des Filmes erzählt und die den eigentlichen Kern des Filmes ausmacht, fasziniert nur auf der visuellen Ebene. Roys Figuren basieren auf deren äusserlichen und klischeehaften Einzigartigkeit. Schlussendlich zählt der Selbstheilungswert, auf den es Tarsen bei diesem Film abgesehen hat, und der besteht aus einer Menge Selbstzweifel, einem Funken Hoffnung und der obligaten Liebe. Schön, dass nicht noch gesungen wurde.

Mit The Fall beschert uns Tarsen eine Orgie aus ultrascharfen, surrealistischen Bildern - ein Märchen aus dem fernen Osten, bei dem die Tiefe der Story und der Charaktere nicht oberste Priorität hat, sondern die Unterhaltung. Daher bitte Licht ab, Laustärke aufdrehen und sich dem knapp zweistündigen "Musikvideo" hingeben.

Die Blu-ray-Version überzeugt mit einem makellosen Bild. Farben, Schärfe und Bewegungen sind gigantisch. Der Ton brummt ohrenbetäubend durch die Boxen.

4.5 Sterne 4.8 Sterne
4.5 Sterne (21 Bewertungen) | 1 Kommentar

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16.03.2010 / woc


Blu-ray-Infos

Blu-ray erschienen am 05.10.2009

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Englisch; Deutsch
  • Extras: 2 Audiokommentare, Kinotrailer