Failure to Launch (2006)

Zum Ausziehen verführt

Failure to Launch (2006) Zum Ausziehen verführt

Oder: A crazy little thing called love

Failure to Launch

Wer sagt, dass Push-ups nicht helfen?

Tripp (Matthew McConaughey) ist 35, sieht knackig aus, hat einen coolen Job als Bootsverkäufer und coole Kumpels. Mama (Kathy Bates) macht ihm artig die Wäsche, bereitet ihm das allmorgendliche Frühstück zu, gibt ihrem Sprössling einen Apfel auf den Weg mit und räumt sein Zimmer auf. Jawohl, Tripp wohnt noch zuhause und denkt nicht im Traum daran, das "Hotel Mama" zu verlassen.

Mama und Pops (Terry Bradshaw) lieben ihren Sohn, keine Frage. Und trotzdem sind sie sich mehr oder weniger einig: Er muss raus! Er soll selber seine Wäsche waschen, seine Sauerei aufräumen und vor allem soll er mal endlich eine Frau kennenlernen, die ihn zum Auszug bewegen soll. Und so eine Frau ist Paula (Sarah Jessica Parker).

Failure to Launch

Neulich an der Star Wars Convention

Paula macht ihr Geld auf ungewöhnliche Weise. Sie ist eine "Auszieherin". Das hat weniger was mit Kleider und Stangen zu tun, sondern sie bietet sich an, der neue Mittelpunkt der Kunden zu werden und ihn bis zu einem bestimmten Datum soweit zu haben, dass er das elterliche Nest verlässt. Die "Operation Tripp" läuft an und anfänglich besteht keine Frage, dass auch bei diesem Fall die Methoden der attraktiven Frau zum Erfolg führen werden.

Failure to Launch

A (Wo-)Mens Dream?

Als sich aber Paula über eine ihrer Regeln hinwegsetzt ("Never have Sex with a Client") wirds kompliziert. Denn nicht nur, dass sie sich Hals über Kopf in das attraktive Muttersöhnchen verliebt hat, nein, auch ihre Absichten werden öffentlich gemacht, was sie, Mama und Pops in eine schwierige Lage bringt. Da kann auch Paulas beste Freundin Kit (Zooey Deschanel) nicht mehr weiter helfen. Die hat eh selber Probleme mit einem nervenden Singvogel vor dem Fenster und einer überraschenden Anziehung zu einem von Tripps Muttersöhnchen-Kumpels.

Die Frage, ob die beiden Turteltäubchen trotz gegenseitigem anlügen und spielen miteinander sich doch noch finden werden, scheint dieses Mal durchaus berechtigt.


Kinofilm-Rating

Er, Matthew McConaughey ist, laut amerikanischen Magazinen, der momentan attraktivste Mann auf Erden. Sie, Sarah Jessica Parker hat sich mit Sex and the City zum Idol vieler Frauen gespielt. Und nun treffen diese beiden Personen in einer romantischen Komödie aufeinander. Da scheint doch eigentlich gar nichts mehr schief gehen zu können, oder?

Der Grundsatz der Geschichte ist denn auch gar nicht mal so schlecht. Eine professionelle Auszieherin wird engagiert, um den nicht mehr ganz taufrischen Sohn endlich aus dem Elternhaus zu verjagen. Das hätte theoretisch nicht nur Potenzial für viele lustige Momente, sondern auch für eine Geschichte, aus der man etwas nicht Alltägliches hätte machen können. Dumm nur, dass diese Chancen hier leichtfertig vergeben wurden und man uns eine romantische Komödie ab der Stange präsentiert, welche bereits nach wenigen Minuten klar macht, welches Töpfchen denn nun welches Deckelchen bekommt.

Zum üblichen Ablauf einer solchen Komödie (Treffen der Hauptpersonen unter falschen Vorzeichen, Verlieben derselbigen ineinander, Aufdeckung der falschen Tatsachen, grosser Ärger im Paradies, Versöhnung mit Hilfe der Freunde) kommen hier vor allem gutaussehende Menschen zum Zug. Vielleicht von Kathy Bates mal abgesehen, die aber wenigstens in ihren (leider zu seltenen) Auftritten durchaus Spass macht. Die Charaktere sind wohlgeformt, braungebrannt, nett und sehen auch nach verregneter Nacht noch vorzeigbar aus. Und wenn sie nicht genug attraktiv sind, dürfen sie sonst lässig und kumpelhaft auftreten. Ein Film voller Klischees also? Auch die Tatsache, dass Matthew McConaughey durch seine persönlichen Probleme auch grad noch Probleme mit der Tierwelt hat, die ihn das immer wieder schmerzhaft spüren lässt, mag zum schmunzeln anregen, wiederholt sich aber zu oft. Ausserdem wurde hier im Finale eine riesige Gelegenheit für einen richtig coolen Lacher kläglich vergeben.

Für das, dass sich die beiden Hauptdarsteller gegenseitig nicht besonders sympathisch waren, machen sie einen guten Job. Er sieht gut aus und darf zwischendurch mal lustig sein, hat aber in How to Lose a Guy in 10 Days besser gepasst. Sie stöckelt, flirtet und ist stets prächtig gestylt. Überhaupt, die grundsätzliche Antipathie gegen Sarah Jessica Parker bei Seite gelassen, die beiden Charaktere versprühen keinerlei Chemie untereinander. Schade. Dafür sind die Nebenrollen einigermassen okay, wobei sich vor allem Zooey Deschanel als anfänglich nervender Nebencharakter schlussendlich sogar noch zur heimlichen Heldin des Filmes mausert.

Fazit: Failure to Launch schafft es, trotz einigermassen interessanter Ausgangslage, leider nicht, den Kinobesucher zu überraschen und präsentiert sich schlussendlich als "normale" romantische Komödie, bei der es ein paar Mal was zum Schmunzeln gibt, aber die grossen Lacher definitiv ausbleiben. Es scheint so, als ob das mal wieder so ein "Frauenfilm" ist, den wir Männer einfach nicht begreifen, geschweige denn lustig finden. Aber das weibliche Geschlecht wird sicherlich seinen Spass haben.

3.0 Sterne
3.0 Sterne (31 Bewertungen) | 9 Kommentare

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07.03.2006 / muri