Eragon (2006)
Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter
Eragon (2006) Eragon: Das Vermächtnis der Drachenreiter
Oder: One Part Courage, Three Parts Fool
Schon seit Tausenden von Jahren wurden die legendären Drachenreiter ausgebildet und seit je her war ihre Mission, zu wachen und zu beschützen. Sie waren im Kampf und im Heldenmut unübertroffen und da jeder die Kraft von zehn Männern in sich trug, so gut wie unverwundbar, es sei denn, sie sterben an Gift oder dem Schwert. Als sie auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren, wurde ein Junge namens Galbatorix geboren, der bald in den Kreis der Drachenreiter aufgenommen wurde und alle in Geschicklichkeit und scharfem Verstand übertraf.
Mit der Zeit wurden die Reiter überheblich und vergassen die Vorsicht. Während eines Ausfluges wurde dann der Drache von Galbatorix (John Malkovich) getötet. Als Galbatorix schliesslich wieder verarztet zu den Reitern zurückkehrte, gab man ihm keinen neuen Drachen mehr. Verbittert stahl er ein Drachenei, zog sich mit zwölf Gleichgesinnten zurück und übte sich in den dunklen Geheimnissen. Sie gründeten den Bund der Dreizehn Abgeschworenen und zogen in den Vergeltungskrieg gegen die Reiter. Diesen blutigen Krieg gewann Galbatorix und wurde König. Von da an herrschte er mit eiserner Hand über das Land.
Als Eragon (Edward Speelers), ein armer Bauernjunge, viele Jahre später einen leuchtenden Stein findet, hält er es erst für einen glücklichen Zufall, doch als plötzlich ein Drachenjunge schlüpft bemerkt er, dass er auf ein Vermächtnis gestossen ist, das älter ist als das Königreich. Wird Eragon sich würdig erweisen, das Erbe der legendären Drachenreiter anzutreten? Das Schicksal der Welt könnte in seinen Händen liegen...
Doch bis dahin ists noch ein langer Weg. Eragon freundet sich mit dem geheimnisvollen Brom (Jeremy Irons) an, der ihm ein Lehrer und Begleiter ist. Aber vor allem hat Brom dem ungestümen Burschen noch nicht alles mitgeteilt. Weder über den Drachen, noch über sich selbst. Und trotzdem machen sich die beiden (und natürlich Saphira, der Drache) auf zu dem Volk der Varden, von wo sie dem bösen König endlich etwas entgegensetzen wollen. Doch dieser, clever wie er ist, hat bereits seine Armee den Flüchtigen an die Fersen geheftet. Denn Galbatorix duldet keinen Widerstand.
Kinofilm-Rating
Sie kommen regelmässig von Übersee in unsere Kinos. Sie kämpfen um unsere Gunst und geben nicht auf. Drei- und Mehrteiler werden zur Weihnachtszeit präsentiert, beworben und hoffen, das skeptische und verwöhnte Fantasypublikum zu begeistern. The Chronicles of Narnia bekundete vor einem Jahr Mühe, darf aber dennoch nächstes Jahr mit Teil 2 einen weiteren Versuch starten. Dieses Jahr dreht sich das vorweihnachtliche Kino um Drachen, Schwerter mit Namen, schöne Landschaften, Elfenmagie und einen Jungen, der zum Drachenreiter aufsteigt. Willkommen bei Eragon.
Christopher Paolini, ein blutjunger Schreiber aus Kalifornien (Geburtsjahr 1983) schrieb sich mit der Geschichte um den Bauernjungen Eragon und dessen Abenteuer mit einem Drachen in eine Fantasiewelt, die in literarischer Form bereits eine Fortsetzung fand. Teil 3 soll 2007 in die Bücherläden kommen. Und der Film zum Buch ist eigentlich ganz okay. Vor allem beeindruckt natürlich der Drache mit seiner Postur, dem Speien des Feuers und schlussendlich die Ausgangslage mit den Drachenreitern, dem verräterischen König und dem Aufstieg des neuen Helden. Sozusagen A New Hope.
Das bringt den Zuschauer unweigerlich auf den grössten Kritikpunkt, den auch das Buch erleiden muss. Die Frage nach der Eigenständigkeit der Charaktere und der Geschichte. Die Parallelen zu anderen Filmen/Büchern sind so überdeutlich demonstriert, dass es fast unmöglich ist, diese zu übersehen. Da wandelt ein Mann im Umhang durch schlecht beleuchtete Gebiete und man wartet darauf, dass er sein Laserschwert zieht. Die im Film so gfürchigen "Gurgals" erinnern extrem an die Orks aus Lord of the Rings. Es gibt Elfen, dessen Sprache für "gute" Magie genutzt wird. Dann ist da ein Zauberer, der, Saruman-mässig, die Armee des Königs kommandiert. S'hätte nur noch gefehlt, dass der Löwe Aslan aus The Chronicles of Narnia seine Aufwartung gemacht hätte. Man bekommt wirklich das Gefühl, als hätten sich neben Christopher Paolini eine Menge Fantasy- und Sci-Fi-Bücher und Filme gestapelt, als er Eragon schrieb.
Doch zurück zum Film an sich. Der ist, wenn denn Mal der Zapfen rausgenommen wird, recht gut und fetzig. Drachenaction zieht immer schön und wenn ein Jeremy Irons mit Brummelstimme von alten Tagen und neuen Gefahren erzählt, dann hängt man an seinen Lippen und wartet interessiert ab, was denn nun als Nächstes passiert. Sein Kollege John Malkovich bleibt (noch) im Hintergrund, wird aber wohl im nächsten Teil so richtig sauer werden. Fast nicht mehr wieder zu erkennen ist übrigens Robert Carlyle (The Full Monty, The World is Not Enough), der mit rotem Haar und fieser Visage als böser Zauberer so herrlich das Gegenstück zum sauberen, schönen und netten Helden gibt.
Apropos. Edward Speelers, der Drachenreiter, wird wohl in den nächsten Monaten die Kinderzimmer mit seinen Fotos und Poster tapeziert sehen. Er ist ein hübscher Junge, der sich allerdings erst in einem solchen Vehikel beweisen muss. Gute Ansätze sind vorhanden, aber auch er hat mit der Geschichte zu kämpfen, die nicht so richtig auf Touren kommen will. Mal schauen, wie er sich in der Fortsetzung metzget.
Der Drachen ist hingegen sehr gut animiert, macht einen stolzen Eindruck und lässt auf weitere Action in luftiger Höhe hoffen. Dumm nur, dass er mit der Stimme von Rachel Weisz spricht (in der deutschen Version übrigens *achtung* Nena *ächz*) und somit an Bedrohung verliert. Eine tiefe, männliche Stimme hätte da sicherlich optimaler gepasst. Wenn denn überhaupt ein Drache zu reden, oder in diesem Fall zum kommunizieren via Gedanken, hat. Ein einfaches und markerschütterndes Brüllen würde amigs auch reichen, oder?
Fazit: Eragon ist Fantasy pur. Wie ein Märchen zieht sich die Geschichte durch die leider zu lang geratene Filmdauer und lässt in den actionreichen Szenen ahnen, was für ein Potenzial in einer solchen Story gelegen hätte. Leider werden immer wieder stille Momente eingeflochten, die dem Ganzen den Wind aus den Segeln nehmen. Trotzdem passts gut und man darf sich definitiv freuen, was denn nun in der Fortsetzung passiert. Denn König Galbatorix hat am Schluss noch eine nette Überraschung parat.
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