Eccezzziunale... veramente: capitolo secondo... me (2006)
Eccezzziunale... veramente: capitolo secondo... me (2006)
Oder: Was für ein Tifosoleben.
Donato (Diego Abatantuono), ein berüchtigter Tifoso der AC Milan, macht sich eine dolce Vita in Ibiza mit seiner Fatima (Lola Marceli) und seinem Ristorante Italiano. Er gerät jedoch aufgrund von ein paar Milan-Tifosi, die ihn am Strand wieder erkennen, bald in Versuchung, ein Heimspiel des FC Barcelona gegen seinen AC Milan mit dem lustigen Quartett zu besuchen, was Fatima zetern lässt. Aber einmal Tifoso, immer Tifoso, und er zieht ohne Gewissensbisse mit. Doch mit grosser Klappe und ohne Geld, bereist man schlecht die Welt, und so lassen ihn die vier genervten Gastgeber auf einer Autobahnraststätte sitzen und dadurch in verschiedenen Abenteuern schlittern, wo er auf seine ehemalige Freundin Ginevra (Anna Maria Barbera) trifft, die ihm, als er vor langer Zeit nach einer Scopata mit ihr wieder von Dannen zog, später einen unehelichen Sohn gebar, der zudem durch den Stiefvater und altbekannten Feind ein Capo-Ultra der verhassten FC Inter wurde.
Felice "Tirzan" La Pezza (Diego Abatantuono), ein Lastwagenfahrer und Juventino, hörte dem Spiel seiner Mannschaft Juventus Torino im Radio dermassen innigst zu, dass er einen Auffahrtunfall mit dem korrekt entgegen fahrenden SC Napoli-Fan Beniamino (Carlo Buccirosso) verursachte und fünfzehn Jahre im Koma lag, bis er durch einen Kurzschluss eines medizinischen Geräts im Spitalbett einen Stromschlag erhielt, der ihn zwar erwachen liess, aber sein Gedächtnis raubte. Und so lebt er nun ohne Erinnerungen in den Tag hinein und wird ehrenvoll wie ein "Charles de Goal" empfangen im neapolitanischen Dorf von Beniamino. Dazu macht er sich an eine unbekannte Bella mit schönen Augen namens Nunzia (Sabrina Ferilli) ran, die sich dann als seine ehemalige Frau erweist, aber aufgrund der langen Komadauer sich mit Beniamino zusammen tat und es tut.
Franco (Diego Abatantuono), ein unglücklicher Scommettitore aus Milano, der durch das ständige Setzen auf seinen Club FC Inter nur Schulden anhäuft, reist mit ein paar Amici von der Fanclubbar in die Schweiz, weil dort der FC Inter gastiert. Vor einem Hotel in Zurigo schnappt er sich anstatt seinen, versehentlich den Koffer des Mafioso Turi (Nino Frassica), der randvoll mit schmutzigen Soldini belegt ist und macht daraufhin jauchzend subito wieder kehrt nach Milano. Dort baut er erfreut bis auf der letzten Lira seine Debiti ab, wird aber bald aufgesucht von dem hintergangenen Mafioso Turi, der ihn zu seinen Dons, den Fratelli Calì, entführt. Diese kühlen Köpfe, Don Calogero (Luigi Maria Burruano) und Don Pippo (Tony Sperandeo), lassen das Geschehene souverän lächelnd als Ungeschehen durchgehen, aber bitten ihn um den kleinen Gefallen, den er wohl nicht rifiutare kann, irgend ein hohes Tier aus dem Weg zu schaffen.
Kinofilm-Rating
Der Film knüpft an den Abenteuern des ersten Teils namens Eccezzziunale... veramente an, der schon 1982 das Leben der Tifosi humorvoll porträtierte. Erfreulicherweise werden hier durch einen Erzähler die Vorgeschichten kurz angeschnitten, dennoch beginnen die Geschichten zäh, bieten banalen Humor und wird das Tifosoleben flüchtig karikiert.
Gewöhnungsbedürftig ist der Einsatz des selben Schauspielers in den drei Hauptrollen - nicht immer kann man die Figuren unterscheiden. So schwafeln sie sich von einem Abenteuer zu einem anderen und treffen passende Zutaten (zB. Mafioso, bella Donna, Geldkoffer, feindliche Tifosi). Wobei man über Prominenz und politisches Geschehen in Italien (zB. Raffaella Carrà, Silvio Berlusconi) und ein klein wenig über den italienischen Fussball wissen sollte, um die Anspielungen und Witze zu verstehen - glücklicherweise wird weniger Dialekt, als Hochsprache gesprochen. Echte Problemthemen rund um den Fussball oder die Tifosi, wie zum Beispiel Hooligans (oder Anheizer wie die Hohlbirne Paolo di Canio), wurden vermieden beziehungsweise parodiert und nur durch gewichtig tönende Worte und archaisches Verhalten angedeutet (ein AC Milan-Tifoso im Interblock wäre wahrscheinlich geteert und gefedert worden).
Die Schauspieler verdienen sich routiniert ihr Brot und schmeissen hie und da Funken sprühend die Textpassagen hin, es gibt ein paar liebevolle Hommagen (zB. die Bettszene, wo zwischen zwei streitenden Herren eine Dame liegt, erinnert an Letto a tre piazze mit Totò) und lukrative Cameo-Rollen (Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo fährt Fiat und ein paar Fussballer der drei grossen Klubs quasseln).
Wenig Sorgfalt wurde auf die technische Umsetzung des Kinofilms gelegt (die Bezeichnung "Fernsehfilm" wäre passender). Obwohl in Originalsprache (italienisch ohne Untertitel), wurden manchmal Dialogsequenzen re-synchronisiert, die dermassen schlecht sind, dass eine Figur plötzlich zwei andersartig tönende Stimmen hat (auffällig in hallenden Räumen oder wenn eine Figur eine andere verlässt und das Mikrophon beim Verlassten bleibt). Zudem gleiten Statisten im Hintergrund unnatürlich von A nach B und werden unbeteiligte Schaulustige, die stehend zugucken, eingefangen.
Wer eine leichte Komödie, die über das Leben und Leiden eines einfachen Tifoso in Italien erzählt, sucht und dem das oben beschriebene anspricht oder/und nicht weiter stört, der wird gut unterhalten. Mich liessen die Geschichte und die Machart des Films (leider) kalt (obwohl auch mediterranes Blut in meinen Adern fliesst).
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