Don (2006)
Don (2006)
Oder: It's not only difficult to catch him, it's impossible!
Don (Sharukh Khan) ist der Oberchecker unter den Gangstern in Malaysia. Wenn er nicht gerade Golfbälle in Richtung Spitzelschläfen schiesst, schaut er sich gerne Tom und Jerry in der Badewanne an. Er liebt das Wörtchen Bitte, kennt aber keine Gnade, wenn ihn einer seiner Handlager verlassen will. So killt er kurzerhand Ramesh. Dessen Frau (Kareena Kapoor), deren Racheplan allzu dilettantisch ausgeführt wird, muss später auch dran glauben. Das ärgert Schwester/Schwägerin Roma (Priyanka Chopra). Sie lässt sich ihre Martial-Arts-Kenntnisse zugute kommen und bei heuert bei Dons innerem Machtzirkel an, um ihn aus nächster Nähe zu erledigen.
Als Don nach einer Verfolgungsjagd ins Koma fällt, freut sich Inspektor DeSilva (Boman Irani). Endlich scheint der Staatsfeind Nummer Eins aus dem Verkehr gezogen. Damit die Polizei aber noch an weitere sensitive Daten des Gangsters kommt, wird der Strassenmusiker Vijay (Sharukh Khan) rekrutiert, der Don wie aus dem Gesicht geschnitten. Er soll sich inkognito im Anwesen Dons einnisten und als mächtigster Maulwurf ever agieren.
Kinofilm-Rating
Die Verfolgungsjagden sind noch nicht so spektakulär wie bei Michael Bay, die Kämpfe noch nicht so atemberaubend wie bei Ryoo Seung-wan, aber die Inder sind mit Don einem ordentlichen Actionfilm doch recht nahe gekommen. Das Remake des gleichnamigen Films aus den Siebzigern mit Amitabh Bachchan hat Plottwists für vier Filme, ist aber zurückhaltend in Sachen Schnulzigkeit. Die Anziehsachen vermitteln noch etwas Siebziger-Groove, ansonsten ist die Neufassung die vercoolte Version in grün-beige.
Ich kenne das Original (noch) nicht, aber man ist der Geschichte ziemlich treu geblieben. In Malaysia und ein bisschen Paris darf Shahrukh Khan für einmal den Bösewicht mimen. Innerhalb der verzwackten Story verschwindet aber seine altbekannte Paraderolle des charmanten Doofkopfs von der Strasse nicht. Eine Doppelrolle à la Face/Off ermöglich ihm zwischendurch den Killer Don beiseite zuschieben und als Vijay ein paar Grimassen zu schneiden. Auch die Songs hat man beibehalten - nicht ohne sie vorher durch den Remixer zu lassen. Das erklärt eine gewisse Lahmheit bei den Melodien, und ob man die pumpenden Bässe von heute dem psychedelischen Gefiepse von vor dreissig Jahren vorzieht, muss man selber wissen. Aus heutiger Sicht ein bisschen abtörnend ist, wenn Kareena Kapoor in einem Gastauftritt den armen Don zu Tode wackeln will. Ihr goldenes Kleid ist eine Nummer zu eng und zu Verführungszwecken eignen sich Hommagen an den Tanzstil der 70er im Actionkino von heute nicht wirklich.
Dafür ist Priyanka Chopra den ganzen Film hindurch ein lecker Mädchen. Sie ist Teil von bis zu vier Neben- und Subplots, die sich während des Films entwickeln. Seid nicht überrascht, wenn in der Hälfte des Films plötzlich weitere Figuren auftauchen, die alles wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Arjun Rampals Compiexperte Jasjit ist so ein Fall. Das Ende schreit dann "Keyzer Soze" während das Publikum lieber "So nicht!" hören würde. Nichtsdestotrotz kracht's für Bollywood-Verhältnisse in Don recht ordentlich, und der olle Sharukh kann ja doch auch ein männliches Publikum begeistern.
![]()
4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 1 Kommentar


