Le dernier des fous (2006)
Le dernier des fous (2006)
Oder: Hier spielt keine Musik
Martin (Julien Cochelin) ist elf Jahre alt und scheint in der Schule aufgrund seiner leichten Behinderung kaum Freunde zu haben. Er lebt mit seiner Familie auf einem abgelegenen Hof in der französischen Provinz. Auch zuhause ist er nicht wirklich beliebt, was wohl weniger an seiner Person liegt als an der Tatsache, dass dort kaum einer normal ist. Die Mutter hat irgend ein Leiden und verlässt ihr verdunkeltes Zimmer nie. Zutritt hat nur die marokkanische Haushälterin Malika (Fettouma Bouamari). Sie ist auch die Einzige, die sich ab und zu etwas um den kleinen Jungen kümmert. Der Vater von Martin steht unter den Fittichen seiner Mutter, er hat kaum einen Einfluss auf das Familienleben. Zu guter Letzt gibt es noch Didier (Pascal Cervo), den um einige Jahre älteren, schwulen Bruder von Martin. Er ist ein erfolgloser Autor, der seinen Frust im Alkohol ertränkt.
Der kleine Junge versucht irgendwo in der zerrüttelten Familie Halt zu finden, doch überall wird er wieder und wieder zurückgewiesen. Als sich seine beste Kollegin plötzlich für die coolen Jungs zu interessieren beginnt, versteht er die Welt nicht mehr. Alle sind sie auf ihre eigene Art verrückt, bis Martin beschliesst, der ganzen Angelegenheit ein Ende zu setzen.
Kinofilm-Rating
Viel zu lange Szenenbilder, eine extrem magere Story von durchgeknallten Provinzlern aus der französischen Pampa und ein doofes Kind, welches sich wie ein Roboter fortbewegt - all das erwartet den Zuschauer von Le Dernier des Fous.
Es ist wahrhaftig zermürbend, jede Szene wirkt scheinbar endlos - vergebens wartet man auf den nächsten Schnitt oder ein Ereignis. Nach der fünften statischen und tonlosen Einstellung des Hauptgebäudes auf dem Hof weiss auch der letzte Zuschauer, wie viele Ziegel sich auf dem Dach befinden. Oder warum auch nicht mal 30 Sekunden lang das vollkommen emotionslose Gesicht der Mutter im Grossformat, ohne eine Regung, ohne Text, ohne Ton, nur sie und ich, ganz alleine. Die Charaktere der Hofbewohner sind alle psychisch krank, das ist klar, doch die Situation ist weder tragisch noch unterhaltend, sondern schlicht und einfach langweilig. Eine sinnlose Aneinanderreihung von Momenten aus dem Leben auf dem Hof.
Der gesamte Film ist von keiner Musik unterlegt, Vor- und Abspann flimmern in vollkommener Stille über die Leinwand. Auch der Ton wird auf dem absoluten Minimum gehalten. Die meisten Einstellungen haben nur ganz wenig Bewegung und der Schnitt ist eine einzige Katastrophe. Man kann sich fragen, ob der Regisseur ein Feldexperiment durchführen möchte, wieviel es braucht, um ein Kino während dem Film komplett zu leeren. Wieviel kann der Zuschauer ertragen, bevor er einfach nur noch raus will - so schnell wie möglich?
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