The Departed (2006)
Departed - Unter Feinden
The Departed (2006) Departed - Unter Feinden

Kult-Regisseur Martin Scorsese ist einer jener Hollywood-Schaffender, der mit seiner vielfältigen Filmographie die Kinolandschaft immer wieder mit Perlen ausstattet: 2002 mit seinem Opus-Magnum Gangs of New York, 2004 mit dem Aviatik-Drama The Aviator und 2006 beschert er uns nun den Gangsterthriller The Departed. Dass dabei nicht nur der Cast sondern auch die Story erste Sahne ist, macht den Film umso sehenswerter. Wie schon bei The Aviator hält Scorsese auch bei The Departed an der Politik fest, zwei silberne Scheiben zu veröffentlichen: das Score-Only-Album, welches die Musik von All-Rounder Howard Shore enthält und das uns vorliegende Soundtrack-Album mit zahlreichen Source-Tracks.
Passend zur Stimmung und zur Zeit, in welcher der Film spielt, gesellen sich Grössen wie Van Morrison, The Beach Boys, The Rolling Stones und auch Patsy Cline. Mit ihren Songs verbreiten sie mehrheitlich bluesige, rockige Unterhaltung. Besonders erfreulich ist auch, dass dieses Mal wirklich alle essentiellen Songs aus dem Film auf der CD enthalten sind (anders als beim Soundtrack zum diesjährigen Michael Mann-Film Miami Vice, worauf die besten Songs aus Film und Trailer fehlten).
Mit dem 1. und dem 7. Titel kriegen wir die beiden schmissigen Nummern dargeboten, welche aus dem Trailer bestens bekannt sind. Dies hält besonders beim ersten Hören bei Laune! Hauptattraktion für die wahren Filmmusikfreunde bieten jedoch die zwei letzten Stücke: Der Komponist der Lord of the Rings-Musik, Howard Shore, hat mit dieser Komposition wieder einmal seine Vielseitigkeit unter Beweis gestellt und abseits vom grossorchestralen Sound einen sehr rhythmischen funky Score komponiert und produziert. Die Idee von Scorsese war es, den Kampf zwischen Gut und Böse musikalisch in Form eines leicht aggressiven, jedoch auch verspielten und stets sexy-spannenden Tangos zu untermalen. Was Shore aus dieser Idee gemacht hat, hört sich sehr schön im Stück "The Departed Tango" an. "Beacon Hill" wird etwas melancholischer und ruhiger, jedoch nicht minder unterhaltsam und beendet das eher kurz geratene Album sehr stimmungsvoll.
Fazit: Mit dem vorliegenden Album kriegen wir eine nette Platte geboten, welche jedoch keine allzu hohe musikalische Ansprüche stellt. Die Source-Stücke hören sich gut an, präsentieren logischerweise aber nichts Neues. Die Score-Stücke hingegen sind ein feiner Vorgeschmack auf das im Dezember erscheinende Score-Only-Album. Im Grossen und Ganzen leichte Kost, ohne allzu starken und bleibenden Nachgeschmack. Easy Listening halt!
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