The Departed (2006)
Departed - Unter Feinden
The Departed (2006) Departed - Unter Feinden
Oder: Oscar! Oscar!
Billy Costigan (Leonardo DiCaprio) bewirbt sich für einen Job bei der Polizei, doch Captain Queenan (Martin Sheen) und Sergeant Dignam (Mark Wahlberg) sehen seine Zukunft etwas anders. Beim Bewerbungsgespräch machen sie ihm klar, dass sie in ihm keinen richtigen Polizisten sehen, da er nicht das ideale Profil dazu habe. Als Alternative bieten sie ihm die Einschleusung als Undercover-Cop in das Gefolge von Frank Costello (Jack Nicholson), dem Boss der irischen Mafia in New York an. Billy stimmt zu und muss, um die Geschichte etwas glaubhafter zu machen, erstmal in den Knast.
Auch Captain Ellerby (Alec Baldwin) - welcher gerne viel spricht, die Lorbeeren einsackt und Misserfolge nicht ertragen kann - will unbedingt den Frank Costello einbuchten, weiss allerdings nichts von den Plänen von Queenan und Dignam, welche Costigan auf eigene Faust einschleusen. Zudem weiss Ellerby auch nicht, dass Colin Sullivan (Matt Damon), ein aufstrebender junger Polizist, in Tat und Wahrheit für Costello arbeitet und dessen Maulwurf bei der Polizei ist. Dieses Geheimnis weiss nicht einmal Madeleine (Vera Farmiga), Psychiaterin und neue Freundin von Sullivan.
Als Costello einmal mehr der Polizei bei einem Deal mit Chinesen ein Schnippchen schlägt, geht nun auch Ellerby davon aus, dass es einen Maulwurf bei den Cops geben muss. Ihr Informant Costigan bestätigt dies seinerseits, hat aber zusehends Mühe mit seiner Situation als Undercover-Cop klar zu kommen, und sucht daher Psychiaterin Madeleine auf. Sullivan merkt schon bald, dass jemand in der Truppe von Costello nicht mitspielt, und informiert diesen über die Missstände in seinem Gefolge. Das Ganze endet in einem Spiel gegen die Zeit und die Verwicklungen werden immer komplexer.
DVD-Rating
2007 war es endlich soweit. Regisseur und scheinbarer Mafia-Experte Martin Scorsese durfte für The Departed endlich die längst verdienten Academy Awards entgegen nehmen. 4 goldene Statuen wurdens schlussendlich und einzig Mark Wahlberg als bester Nebendarsteller wurde nicht ausgezeichnet. Ein schöner Erfolg für einen sympathischen Regisseur und einen Film, der ausgezeichnet produziert und hervorragend gespielt eine verzwickte und lebensnahe Story wiedergibt.
Wer sich The Departed damals im Kino entgehen liess, dem sei gesagt, dass die Figuren im Film stets am fluchen sind (vor allem der angesprochene Mark Wahlberg), die Figuren mit Vorliebe via Kopfschuss erledigt werden und Leonardo Di Caprio bitte nicht mehr mit dem Jungspund aus Titanic verglichen werden sollte. Der Zuschauer taucht ein in eine Welt der Korruption, des Misstrauens und der Gewalt. Ja, The Departed ist brutal und schonungslos. Aber genau das ist es, was den Film so aussergewöhnlich und sehenswert macht.
Die Stars geben sich in The Departed die Klinke in die Hand. Da zeigen Matt Damon und Leonardo Di Caprio, dass sie es mit den sogenannten Weltstars des Kino locker aufnehmen können. Da fuchtelt ein schaurig übertreibender Jack Nicholson als Mafiaboss mit der Kanone umher und treibt Overacting pur. Da treten Altstars wie Martin Sheen oder Alec Baldwin in kleinen, aber feinen Rollen auf und fügen die ganze Geschichte zusammen.
Wer hats bemerkt? Wo sind die Frauen? Genau, ihnen wird in The Departed höchstens eine Nebenrolle verliehen. Und ausser der Psychiaterin Vera Farniga, die sich ihren männlichen Kollegen in Sachen Qualität anpasst, sind die Damen der Schöpfung mehrheitlich auf ihren Knien zu finden, wo ihr Job es ist, den Mann bei Laune zu halten.
Fazit: The Departed ist ein Mafiafilm wie er sein muss und wie ihn Martin Scorsese wohl am besten in Szene setzt. Der "Fuck"-Anteil ist entsprechend hoch, die Szenen teils recht brutal und die Darsteller excellent. Trotzdem hats mittendrin ein paar Hänger, die den Film unnötig in die Länge ziehen. Aber mit denen kann (und sollte) man leben können.
Nichts Neues ist hingegen, dass The Departed ein Remake von Infernal Affairs aus dem Jahr 2002 ist. Wer sich also mal das Original angucken will, es ist zu empfehlen.
Auf den ersten Blick sehen die Bonus-Features von The Departed sehr mager aus. Ausser zwei Berichten und ein paar unveröffentlichten Szenen scheint es da nichts Interessantes zu geben. Wenn man aber diese beiden Filme anguckt, wird man merken, dass ein Wegschauen gar nicht mehr so einfach ist. The Departed mag ein Remake sein, hat aber erstaunliche Parallelen zu realen Figuren aufzuweisen. Und um diese Vergleiche mit ehemaligen Paten von Boston gehts im ersten Film. Der Zweit ist dann ein Träumchen für alle Fans von Martin Scorsese. Denn die Filmarbeit des Meisters wird analysiert und anhand von diversen alten und noch älteren Werken aufgezeichnet. Sehr interessant auch die Kommentare der Schauspieler, sowie anderen Involvierten. Den Abschluss machen ein paar Szenen, die im finalen Film keinen Platz gefunden haben. Jede einzelne wird von Martin Scorsese angesagt und kommentiert. Und wenn der Mann mal in Fahrt kommt, dann kann die Einleitung schon mal länger dauern, als die eigentliche Szene....
Das Bild wird sauber transferiert und der Ton klingt sehr klar aus den Boxen. Also kein Problem in dieser Sektion.
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4.9 Sterne (218 Bewertungen) | 8 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 13.04.2007
- Bildformat: 1:2.40 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Griechisch, Arabisch
- Extras: Trailer, Bericht über den Filmhintergrund, Bericht über Martin Scorseses Arbeiten, Zusätzliche Szenen




