Delirious (2006)

Delirious (2006)

Oder: Die schöne und der Penner

Delirious

Des Promis abendlich Blickfeld

Der Möchtegern-Schauspieler und Tagedieb Toby (Michael Pitt) hängt sich in der Hoffnung auf ein Bett unter Dach an den erfolglosen Paparazzo Les Gallantine (Steve Buscemi). Dieser ist von der Zufallsbekanntschaft nicht sonderlich angetan, lässt sich dann jedoch erweichen. Als Toby sich wider Erwarten ganz hilfreich anstellt, wird er zu Les' "Paparazzo-Assistenten" - unbezahlt natürlich.

Zwischen den beiden Männern entwickelt sich langsam eine Freundschaft, die bald auf eine schwere Probe gestellt wird: Zu Les' Verdruss gelingt es dem charmanten Greenhorn Toby, das angehimmelte Pop-Sternchen K'harma (Alison Lohman) zu verführen und langsam im Show-Business Fuss zu fassen. Daran zerbricht jedoch die Freundschaft zwischen Les und Toby - fast.


Kinofilm-Rating

Tom DiCillos Komödie über die Schwierigkeit, im Showbusiness, wo nur noch das Geschäft zählt, echte Freundschaften zu erhalten, kombiniert das Märchen vom Aufstieg des Jungen von "ganz unten" mit einer leisen Kritik an der Oberflächlichkeit des Showbiz. Die Figur des Paparazzo wählte der Regisseur deshalb, weil sie in der Welt der "Celebrities" ganz zuunterst steht, sich gleichzeitig von dieser Kunstwelt ernährt und diese mit seinen Fotos zementiert.

Die Auseinandersetzung mit dem Showbiz wird dem Film jedoch ein bisschen zum Verhängnis. Denn so interessant Pop-Sternchen aus der Ferne sind, von Nahem betrachtet, geben sie nicht viel her. Und so ist es auch im Film: Alison Lohmans "K'harma Leeds" ist leider etwas gar flach ausgefallen. Auch gelingt DiCillos origineller Versuch nicht, Handkamera-Stil mit Fernsehbildern und "grossem Kino" (vom Himmel fallende Rosenblätter usw.) zu vermischen, und verhilft dem Film nicht zu einem Ganzen.

Obwohl Michael Pitts "Toby" klar als Hauptfigur eingeführt wird, ist Steve Buscemis "Les" über weite Strecken des Films viel interessanter und erhält vom Drehbuchschreiber auch eine stärkere Hintergrundgeschichte. Das ist schade, denn neben einem Buscemi in Hochfirm wirkt Pitt manchmal ziemlich farblos. Trotzdem ist es vor allem das Zusammenspiel der beiden Schauspieler, die Delirious zu einer witzigen Komšdie machen.

Fazit: Delirious ist eine romantische Buddy-Komödie mit einer Prise Krimi, die zwar neimanden aus den Socken haut, den Zuschauer mit seinen beiden Hauptdarstellern aber locker um den Finger wickelt. Für Anhängerinnen von Pitts Undschuldsengel-Gesicht und für Buscemi-Fans ein Muss. Für alle Anderen: durchaus sehenswert.

3.7 Sterne
3.7 Sterne (10 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.54.5
02.09.2007 / maz