The Da Vinci Code (2006)

The Da Vinci Code - Sakrileg

The Da Vinci Code (2006) The Da Vinci Code - Sakrileg

Oder: The French are not to be trusted

The Da Vinci Code

Auf der Suche nach dem Solarium

Im weltberühmten Louvre in Paris rennt ein alter Mann um sein Leben. Hinter ihm her schleicht eine Figur mit Kapuze. Es geht nicht lange und der Kapuzenmann kann seinen Auftrag erfüllen. Er erschiesst Jaques Sauniere (Jean Pierre Marielle) und entlockt ihm zuvor noch ein Geheimnis. Doch Sauniere stirbt nicht einfach, sondern positioniert sich vor seinem Tod in eine spezielle Stellung, bemalt seinen Oberkörper mit Symbolen und schreibt Nachrichten an den Boden. Eine davon heisst "contact Robert Langdon".

Robert Langdon (Tom Hanks) ist Professor für Symbolik an der Harvard Universität und hält in Paris einen Vortrag über die verschiedenen Symbole und wie sie immer wieder im Lauf der Geschichte auftauchen. Er wird von der französischen Polizei kontaktiert und an den Tatort im Louvre gebracht, wo er, laut dem hartnäckigen Capitaine Fache (Jean Reno) zum Hauptverdächtigen dieses Verbrechens wird. Die von der Polizei geschickte Sophie Neveu (Audrey Tautou) schafft es aber, Langdon ausser Reichweite des "Bullen" zu schaffen.

The Da Vinci Code

Da hats ein Kaninchen drin

Es stellt sich heraus, dass der ermordete Sauniere der Grossvater von Sophie ist und einer geheimen Bruderschaft angehörte. Diese Vereinigung hat die Aufgabe, das grösste Geheimnis der Menschheit zu bewahren und vor der Kirche zu schützen. Denn diese versucht alles um zu verhindern, dass die kirchliche Weltanschauung ins Wanken gerät. Die fanatische Gruppierung "Opus Dei" hat dann auch einen "Engel" geschickt, der die Geheimnisträger verstummen lassen soll und Silas (Paul Bettany) macht einen sauberen Job. Die allabendliche Selbstbestrafung und der fortwährend um den Oberschenkel getragene Bussgürtel sollen den streng gläubigen Mönch daran erinnern, wie sehr Jesus für die Menschheit gelitten hat.

The Da Vinci Code

Wenn ich doch nur Metall beherrschen könnte.

Auf ihrer Suche nach dem "heiligen Gral" kontaktieren Langdon und Sophie den Gralspezialisten Sir Leigh Teabing (Ian McKellen), der natürlich sofort Feuer und Flamme ist, dem Rätsel um die grösste Verschwörung der Menschheit auf den Grund zu gehen. Denn wie er inzwischen herausgefunden hat, ist der "heilige Gral" keineswegs ein einfacher Becher, der das Blut Jesu am Kreuz aufgefangen hat, sondern etwas ganz anderes. Etwas, das die Welt schockieren wird und darum unbedingt gefunden werden muss.

Die Schnitzeljagd beginnt. Ist die Menschheit bisher von der Kirche an der Nase herumgeführt worden?


Kinofilm-Rating

Früher waren Bücher von Stephen King im Kino recht erfolgreich. Dann kamen die John Grisham-Verfilmungen und nun ist Dan Brown an der Reihe. Am Anfang stand "Meteor", dann wurde die Figur des "Harrison Ford in Tweed" John Langdon in "Illuminati" eingeführt und mit The Da Vinci Code kommt nun das kontroverseste Buch der Neuzeit als Film ins Kino. In vielen Ländern wurde der Film verboten, im Vatikan spricht man von Blasphemie und sogenannte Spezialisten versuchen nun zu beweisen, dass die Fakten auf denen das Buch basiert, erstunken und erlogen sind. Man will schliesslich nicht, dass die Kirche und deren Weltanschauung, nach der die Menschheit heute lebt, über den Haufen geworfen werden.

Verfilmungen von Büchern sind aufwändig, schwierig und schlussendlich meint der Kinobesucher eh "das Buch war aber viel besser". Trotzdem hat sich Hollywood-Regisseur und Oscar-Gewinner Ron Howard an die Umsetzung des viel diskutierten Buches The Da Vinci Code gewagt. Und wenn man Glaubwürdigkeit auf der Leinwand braucht, ist auch Tom Hanks nicht weit. Er verkörpert den gelehrten Amerikaner allerdings recht solide und durchschnittlich. Da wurde er in anderen Rollen einiges mehr gefordert.

An seiner Seite sind diverse bekannte Namen, von denen Ian McKellen (gerade als "Magneto" in X-Men 3 in den Kinos) besonders heraus sticht. Seine Rolle ist die mit Abstand interessanteste und vielseitigste. Man hätte sich gewünscht, die anderen Charaktere würden ebenfalls so interessant rüberkommen. Doch vor allem Jean Reno und leider auch Audrey Tautou mögen in ihren Figuren nicht so recht aufgehen. Auch Paul Bettany als Mönch vermag nur teilweise so richtig zu überzeugen.

Wer das Buch gelesen hat, kennt natürlich die Geschichte und ist dementsprechend locker, wenn das ganze Kino überrascht auf die Leinwand blickt, um Unerwartetes zu kommentieren. Die Geschichte, die als Lesestoff so ungemein gefesselt hat, verläuft als Film recht gradlinig und hat ausser dem interessanten Grundthema und ein paar Verfolgungen nicht viel Spezielles zu bieten. Die Rätsel werden leider zu schnell gelöst und der Film ist mit seinen 150 Minuten dann auch etwa eine halbe Stunde zu lang geworden. Trotzdem sind die Vorgänge total interessant, die Dialoge fantastisch und die Locations für einen Film wie diesen perfekt.

Fazit: The Da Vinci Code wird auch weiterhin zu regen Diskussionen anregen. Wer schlussendlich im Recht ist und ob Dan Browns Film eine Anhäufung von Lügen und Unwahrheiten ist, darüber dürfen (und werden) sich die jeweiligen Kenner der Materie auslassen. Im Trubel des "meist diskutierten Buches der Neuzeit" darf man davon ausgehen, dass die Menschen in Massen ins Kino strömen. Die einen werden diesen Film als "Wahnsinn" betiteln, die anderen (diejenigen, die das Buch gelesen haben) werden mit Ernüchterung feststellen (siehe oben), dass das Buch halt doch noch besser ist.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (210 Bewertungen) | 77 Kommentare

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17.05.2006 / muri