Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia (2006)

Der Fluch der Goldenen Blume

Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia (2006) Der Fluch der Goldenen Blume

Oder: Mach mal Farbe rein!

Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia

Malen nach Zahlen

Vor langer Zeit kehrten Kaiser Ping (Chow Yun Fat) und Kronprinz Jai (Jay Chou) nach dreijähriger Abwesenheit vom kaiserlichen Hof zurück in die Gemächer. Doch so wie es einst war, scheint es nicht mehr zu sein. Denn der Kaiser merkt bald, dass sich am Hof einiges verändert hat. Neue Gemeinschaften wurden geschmiedet, amouröse Verhältnisse eingegangen und die Kaiserin (Li Gong) mischelt munter mit.

Mit der Hilfe seines Hofarztes will der Kaiser selber seine Gattin in den Wahnsinn treiben. Jeden Tag wird eine Medizin serviert, welche der guten Frau gegen ein Leiden helfen soll. Dieser Trank wird jedoch mit einem giftigen Pilz angereichert und verfehlt somit seine Wirkung nicht. Die gute Kaiserin selber pflegt seit Jahren ein intimes Verhältnis zu ihrem Stiefsohn und schmiedet ebenfalls ein Komplott, um den Kaiser vom Thron zu stürzen.

Curse of the Golden Flower - Man cheng jin dai huang jin jia

Die Täppeli-Schwestern

Am Tag des grossen Chrysanthemen-Festes sollen die Masken fallen. An diesem eigentlich freudigen und schönen Ereignis will sich die Kaiserin gegen ihren Gatten zur Wehr setzen, dieser seinen entscheidenden Schritt tun um seine Frau los zu werden und die Söhne müssen sich entscheiden, wessen Lehren sie künftig folgen wollen. Das gelbe Blumenmeer wird sich Rot färben und Soldaten werden ihr Leben lassen. Denn hinter der kaiserlichern Fassade kommen so einige Geheimnisse zum Vorschein, die eine Familie entzweien und viele Opfer fordern.


Kinofilm-Rating

Wer House of the Flying Daggers oder Hero kennt, dem wird Yimou Zhang kein Unbekannter mehr sein. Der Regisseur aus China erfreut die westlichen Augen regelmässig mit träumerisch in Szene gesetzten Filmen, farbigen Bildern und herrlichen Kostümen. Mit Curse of the Golden Flower kommt nun sein nächster Film dieser Art. Dieses Mal sogar mit zwei Topstars besetzt.

Angesetzt ist die Geschichte wiederum in einer längst vergangenen Zeit, in der Kaiser und Kaiserin über allem anderen standen. Die Dienerschaft täppeled gebückt hinter den kaiserlichen Personen hinterher, bedient sie nach Strich und Faden und jede Stunde rufen Leute die Uhrzeit aus. Mal ists die Stunde des Drachen, dann diejenige des Tigers oder der Ratte. Kein Wunder kamen Armbanduhren erst später.

Was immer wieder ein Genuss ist, sind die Farben dieser Filme. Diese überstrahlen die Szenen, sind eine Freude fürs Auge und komplettieren die herrlichen Bilder, wie dasjenige des Chrysanthemengartens im Palast. Dazu kommen gigantische Schlachtszenen mit einer enormen Anzahl von Menschen. Nicht zu vergessen die herrlich in Szene gesetzten und perfekt choreographierten Kämpfe, bei denen auch aufs kleinste Detail geachtet wird. Das sieht man vor allem bei Duellen, die im Licht des Palastes stattfinden. Vom Überfall der kaiserlichen Ninjas auf das Bauerndorf ganz zu schweigen. Da fliegen Menschen durch die Lüfte, seilen sich extrem cool vom Felsen ab und springen meterweit auf ihre Gegner los. Da kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus.

Zwischendurch wirds allerdings ein bisschen unübersichtlich. Da trifft die goldene Armee auf die Rote. Die Blaue kommt noch dazu und mittendrin sind die schwarzen Kämpfer mit ihren Haken. Ja, die letzten 30 Minuten des Films sind ein Feuerwerk an Kampfszenen, Schlächtereien und auch an Tragik. William Shakespeare wär ja so stolz gewesen. Während vorher die Figuren wie beim Schach positioniert werden, beissen sie jetzt zu. Und hinterlassen dunkle, rote Blutspritzer auf dem goldenen Feld der Blumen. Zudem wähnt man sich an der Eröffnungsfeier einer Sommer-Olympiade, wenn das Feuerwerk abgeht und die Bilder sich wieder der Schönheit widmen.

Chow Yun Fat als Kaiser und Miami Vice-Dame Li Gong (übrigens auch in Hannibal Rising aktiv) liefern sich ein tödliches Duell, das mit allen Wassern gewaschen ist. Gegen aussen immer die Haltung bewahren, aber innerlich voller Abscheu und Vergeltungssucht. Während er jedoch seine Absichten auch mal mit Schwert und Dolch zum Ausdruck bringt, wird sie mehrheitlich beim intrigieren und anschliessendem Heulen gezeigt.

Fazit: Curse of the Golden Flower ist ein farbenfroher, interessanter und enorm tragischer Film. Angereichert mit sehr gelungenen Kampfszenen wird eine Geschichte erzählt, die einem von der ersten Minute an in den Bann zieht. Verzaubert von den traumhaften Bildern, den coolen Fights und der Auflösung vergisst man auch schnell mal die etwas langsameren und langen Szenen, die dem Film schlussendlich die Höchstnote verderben. Aber wer Hero und Konsorten toll fand, der wird um diesen Film nicht herumkommen.

4.2 Sterne
4.2 Sterne (32 Bewertungen) | 8 Kommentare

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22.03.2007 / muri