Cold Prey - Fritt vilt (2006)
Cold Prey - Fritt vilt (2006)
Wussten wir's doch: ausserhalb der Skipiste ist es gefährlich. Fünf junge Schneebegeisterte, die das Herumkurven um Dilettanten auf den formatierten Pisten satt haben, machen sich auf die Suche nach unberührtem Pulverschnee. Dabei bricht sich ein glückloses Mitglied der Gruppe ein Bein, und für die Nacht muss Unterschlupf gefunden werden. Ein (anscheinend) verlassenes Hotel in der Wildnis bietet sich an. Zu ihrem Leidwesen stellt die Grupppe aber fest, dass hier durchaus noch jemand residiert, dass dieser jemand unangemeldete Gäste nicht schätzt, und dass er sein Beil nicht nur zum Holzhacken braucht.
DVD-Rating
"MTV trifft auf Freitag der 13. - Das blutigste Rock Video des Jahres" steht gross auf der Hülle. Wie sie auf den Vergleich gekommen sind, ist schleierhaft, doch Cold Prey gehört ohne Zweifel zur neuen Hochglanzgeneration. Horrorfilme, welche nicht aus Amerika kommen, haben sich in letzter Zeit sehr oft als willkommene Abwechslung und erfrischend neu entpuppt. Zum einen bieten sie unverbrauchte Drehorte und haben etwas Frisches an sich, was der Mehrheit der amerikanischen Massenware schon lange abhanden gekommen ist. Mit diesen Hoffnungen ging ich auch an Cold Prey heran, doch leider blieb die grosse Überraschung aus.
Cold Prey beginnt damit, dass eine Gruppe Freunde - welche etwas mehr aus der Realität gegriffen sind und nicht den üblichen überzeichneten Standardcharakteren entsprechen - in die Ferien fährt, um ein Abenteuer zu erleben. Es muss natürlich ein Unfall geben, und sie stranden in einem verlassenen Hotel, wo sie bereits von jemandem erwartet werden. Keine Überraschung und leider kaum mehr als die gewohnte Horrorroutine. Dennoch, durch sein flottes Voranschreiten und immer wieder eingeflochtene Hinweise auf den Killer kann die Spannung doch von Anfang an gehalten werden.
Die Schauspieler sind, wie üblich bei nordeuropäischen Produktionen, alles frische Gesichter, welche von Anfang an sympathisch sind. Klar gibt es eine gewisse Charakterkonstellation, welche schnell durchschaut ist, aber sie funktioniert um einiges besser und ist weniger überzeichnet als in den amerikanischen Pendants. Die Schauspieler leisten für ihr junges Alter durchaus gute Arbeit und überzeugen auch in den Panikszenen, was dem Film enorm hilft. Dass der Film vor Ort in einem Berghotel gedreht wurde, unterstützt die Atmosphäre, welche auch mit der sehr gut ausgewählten Musik packt. Dies kaschiert die doch sehr offensichtliche Routine und ermöglicht es, den Film wenigstens beim ersten Mal schauen durchaus zu geniessen.
Fazit: Cold Prey gehört zu den Horrorfilmen der neusten Generation, die mit perfekter Inszenierung und unverbrauchten Drehorten punkten wollen. Obwohl die Schauspieler durchaus gute Leistungen bringen und es dank straffer und dichter Handlung eine stetige Spannung gibt, fehlt bei Cold Prey definitiv der Überraschungsmoment. Es wird kaum mehr als eine Horrorfilmhandlung nach dem Schema F geboten, eine Hintergrundstory wird nur am Rande gestreift und weder aufgelöst noch sauber erklärt. Schade um einen Film mit Potential.
Die DVD bietet den Film in sehr guter Bildqualität und überzeugt auch im Bereich Ton absolut. Es wird sehr gut mit dem Surround gearbeitet, was der Atmosphäre hilft. Das Making-of lässt alle Beteiligten zu Wort kommen und gibt gute Einblicke in die Dreharbeiten und wie es realisiert wurde. Die Postproduction wird sehr gut abgedeckt mit umfassenden Dokumentationen über die Effekte, die Farbkorrektur, das Sounddesign und die Plakatentwürfe. Bei den filmrelevanten Featurettes wird jede Szene besprochen, welche bearbeitet wurde, was zeigt, wie man bei Low-Budget-Filmem optimale Qualität liefern kann. Einen Kurzfilm mit einer Hommarge auf Braindead und die üblichen Trailer und verhauenen Szenen runden das sehr umfassende Paket ab. Gute Arbeit.
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3.9 Sterne (14 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 07.12.2007
- Bildformat: Widescreen (2.35:1 - anamorph)
- Sprachen: Dolby Digital 5.1 Deutsch, Dolby Digital 5.1 Norwegisch
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making of- Schauspielerproben- Musik-Video- Kurzfilme- Featurettes: "Visual Effects", "Colour Grading", "Sound Design", "Artwork-Design"- Bloopers


