Children of Men (2006)

Children of Men (2006)

Oder: When Mankind Comes to an End

Children of Men

Tarzan & Jane

Theodore Faron (Clive Owen) war früher als Aktivist in verschiedenen Untergrundorganisationen tätig und hat für das Rechte gekämpft. Doch seit dem Tod seines einzigen Kindes lebt er ein tristes und gleichgültiges Leben in London. Hier herrscht noch eine gewisse Ordnung, im Gegensatz zu den meisten anderen Teilen der Welt im Jahre 2027, wo es nur noch Anarchie und Chaos gibt. Seit 18 Jahren wurde weltweit kein Kind mehr geboren - die Menschheit droht auszusterben. Die Hoffnung auf eine Erlösung wird von verschiedenen Gruppierungen nicht aufgegeben, doch der Glaube schwindet von Tag zu Tag.

Theo verbringt viel Zeit mit seinem Freund Jasper (Michael Caine), welcher mit seiner behinderten Frau zurückgezogen und umgeben von Natur einem ruhigen Lebensabend entgegensieht. Zusammen sprechen sie über frühere Zeiten, diskutieren über die Möglichkeit die Menschheit zu retten und lassen es sich mit verschiedenen leichten Drogen gut gehen. Doch eines ist unbestritten: Es herrscht Endzeitstimmung auf dem Planet Erde.

Children of Men

"I need more pot!"

Eines Tages wird Theo allerdings von Julian (Julianne Moore), frühere Liebe und Mutter seines Sohnes, kontaktiert. Sie ist noch immer in Untergrundorganisationen aktiv und bittet ihn darum, ihr beim Transport einer Immigratin an die sichere Küste zu helfen. Ausländer werden in England zu der Zeit prinzipiell nicht geduldet und von der Polizei verfolgt, eingesperrt und bestenfalls ausgeschafft. Nachdem es beim Transport ebendieser Immigratin Kee (Claire-Hope Ashitey) zu Komplikationen kommt und Theodore schon abbrechen und nach London zurückkehren will, wird er der Brisanz der ganzen Situation erst bewusst: Es stellt sich heraus, dass Kee im achten Monat schwanger ist...


Kinofilm-Rating

Children of Men vermittelt ein sehr düsteres Bild der Zukunft. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von P. D. James und zeigt die Menschheit, konfrontiert mit der Tatsache, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen kann und in absehbarer Zeit zugrunde gehen wird. Im Vergleich zu anderen Filmen wie Independence Day, Armageddon oder Outbreak, bei denen das Ende der Welt ziemlich schnell zu kommen scheint, ist es bei Children of Men vielmehr das Ende der Menschheit, die schlichtweg ausstirbt - unaufhaltsam. Den verbleibenden Individuen wird jegliche Lebensfreude genommen, denn wo bleibt so der Sinn des Lebens?

In der Geschichte von P. D. James erwartet uns eine dunkle, lebensmüde und lustlose Zukunft. Die visuelle Umsetzung ist den Filmemachern enorm gut gelungen. Ohne scheinbar Mühe und Kosten zu sparen wurden diverse Schauplätze in London und Umgebung in fast nicht wieder erkennbare Plätze der Verwüstung, Anarchie und Gleichgültigkeit verwandelt. Aber beispielsweise auch das Haus von Jasper, welcher ein verrückter Sammler chaotischer Natur zu sein scheint, wurde mit viel Liebe zu Detail eingerichtet und unterstützt den Zuschauer bei der charakterlichen Einordnung dieser speziellen Figur.

Hauptdarsteller Clive Owen ragt ganz klar oben aus mit der Umsetzung seiner Figur, hin- und hergerissen zwischen Kampfwille und purem Frust. Michael Caine spielt seine Rolle des verrückten, aber doch ziemlich cleveren Alt-Hippies - der scheinbar letzte Halt für Theodore - mit viel Elan und lockert die düstere und angespannte Grundstimmung ab und zu etwas auf. Die Newcomerin Claire-Hope Ashitey wirkt in ihrer Rolle als Immigrantin und werdende Mutter sehr überzeugend - auch wenn es nicht immer ganz einfach war ihren Slang zu verstehen. Julianne Moore hat eine eher etwas fade und charakterlose Rolle in Children of Men, scheint in meinen Augen aber trotzdem oder vielleicht gerade deshalb eine gute Wahl für die Darstellung von Julian zu sein.

Alles in allem ein gelungener Film mit einer Story die zum Nachdenken anregt. Trotzdem vermochte er mich nicht genug zu überzeugen um die Bestnote zu erhalten. Die Story ist sehr interessant, in meinen Augen aber an gewissen Stellen etwas flach oder extrem überzogen. Visuell hat der Regisseur Alfonso Cuarón (Harry Potter and the Prisoner of Azkaban und Y tu mamá también) allerdings ein absolutes Meisterwerk geschaffen.

4.8 Sterne
4.8 Sterne (124 Bewertungen) | 26 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
16.10.2006 / pj