Candy (2006)

Candy - Reise der Engel

Candy (2006) Candy - Reise der Engel

Oder: Sugar Baby

Candy

"Candy, darf ich dich vernaschen?"

Sie schweben im siebten Himmel - Liebe und Drogen sei Dank. Auch wenn die hübsche Candy (Abbie Cornish) und der Taugenichts Dan (Heath Ledger) eigentlich schon lange pleite sind, ihr Drogenkonsum lässt sie dieses Problem zumindest für kurze Zeit vergessen. Nach dem Flash kommt die verzweifelte und unabdingbare Suche nach Geld für den nächsten Schuss.

Candy

...und alles wird süss.

Dieses wird unter fadenscheinigen Vorwänden von Candys Eltern gepumpt, durch Pfänden von Eigentum und kleineren Ladendiebstähle zusammengekratzt. Doch bald reicht dies nicht mehr aus - Candy verkauft sich auf dem Drogenstrich. Nichts desto trotz, sie lieben sich, die beiden, und heiraten schliesslich sogar. Für eine anständige Wohnung reichts zwar nicht, aber wer braucht die schon, wenn man Drogen hat.

Dans Eltern haben ihn schon lange abgeschrieben und die von Candy sind hilflos. Nur zum schwulen Professor Casper (Geoffrey Rush) haben die beiden eine gute Beziehung - doch auch Casper ist drogensüchtig. Und dann wird Candy schwanger. Damit wird auf einen Schlag alles anders... Oder auch nicht.


Kinofilm-Rating

Die verheerende Wirkung von Drogen dürfte allen bekannt sein. Spätestens vor einigen Jahre mit der Räumung des Platspitzes in Zürich weiss auch Herr und Frau Schweizer, dass die Drogensucht gefährlich ist und den Körper zerstört. Einmal im Soge der Sucht, ist ein Ausstieg nur sehr schwer möglich. Kleinkriminalität und Prostitution ist meist der einzige Weg, um an den nächsten Schuss zu gelangen.

Candy zeigt in allen Details (und damit in allen Längen) den Zerfall zweier Menschen. Wie sie glücklich sind, wie sie Drogen schnupfen, rauchen, spritzen. Wie sie ihre Nächsten des Geldes wegen belügen. Und wie schliesslich sogar ihre Liebe daran zugrunde geht.

Der Film basiert lose auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Luke Davies und beruht damit wie der Autor selbst anlässlich der Pressekonferenz an der Berlinale erklärt "teilweise meinem eigenen Erlebten". Und ja, er sei mit dem Ergebnis - dem Film - "sehr zufrieden". Das bedeutet für mich: Finger weg vom Buch!

Denn Candy ist vorallem eines: Langezogen und stellenweise gar langweilig. Gerade weil das Dargestellte wohl einer möglichen "Drogenkarriere" entspricht: Der ganze Filmverlauf kann man sich bereits in den ersten Szenen zusammenreimen. Das Thema ist inzwischen zu breit getreten, und mehr als mit mahnendem Zeigefinger auf die Fehler der Charakteren zu zeigen bietet der Film nicht.

Schade, wäre doch Machart und Cast eigentlich gut. Oscaranwärter Heather Ledger zeigt einmal mehr, dass er nicht nur den schwulen Cowboy mimen kann, und Abbie Cornish überzeugt nach Somersault erneut.

Tja, damit bleibt nur mal wieder zu sagen: Finger weg von Drogen!

3.6 Sterne
3.6 Sterne (16 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
16.02.2006 / th