The Break-Up (2006)
Trennung mit Hindernissen
The Break-Up (2006) Trennung mit Hindernissen
Oder: Im Minimum das Condominium
Es beginnt mit einem Hot Dog. Der Reiseführer Gary (Vince Vaughn) nötigt die Galeristin Brooke (Jennifer Aniston) fast zum Verzehr eines Würstchens mitten im Baseball-Stadion, obwohl sie eigentlich in Begleitung ein paar Stühle weiter sitzt. Aber seine Masche funktioniert, und die beiden werden ein glückliches Paar. Kein Wunder bei einem Mundwerk, das ihm auch bei den täglichen Touristen-Touren durch Chicago zum Vorteil gereicht.
Doch irgendwann kommt die Phase einer Beziehung, wo der Mann ständig das Falsche postet und die Frau den Abwasch lieber gleich macht als am nächsten Morgen. Wenn die Kuschelfrequenz sich senkt und die Wünsche des einen nicht mehr von den Augen des anderen abgelesen werden, hält der Alltag Einzug ins Paarleben. Aus kleinen Frotzeleien wird ein Krach, und bald schlittern Brooke und Gary vollends in die Krise.
Eigentlich müsste man sich dann trennen, auch räumlich. Dumm nur, dass keiner der beiden die gemeinsame Wohnung verlassen will. So wird in seinen Räumen bald dem Strippoker gefrönt, während aus ihren Zimmern Alanis Morissettes "You oughta know" in voller Lautstärke dröhnt. Ob sich das einst glückliche Paar so jemals wieder zusammenraufen kann?
Kinofilm-Rating
Jennifer Aniston und Vince Vaughn sind vielleicht die eindimensionalsten Stars in Hollywood. Als Zuschauermagnete, die auf beide Geschlechter wirken, werden sie aber noch für ein ganzes Weilchen nicht arbeitslos werden. Manchmal sind sie sogar das einzige Highlight in mittelmässigen Filmen. Man denke nur an Wedding Crasher Vaughn. Was bringt nun aber die erste gemeinsame Zusammenarbeit - ausser einer gemeinsamen Liebesbeziehung im richtigen Leben? Die ist zwar bis heute noch nicht bestätigt, gilt aber als offenes Geheimnis Hollywoods.
Zuerst einmal gibt's in diesem Film Aniston und Vaughn auf Autopilot. Er riskiert mal wieder die kesse Lippe, verdient sogar sein Geld mit Sprüche Klopfen, und lässt seine Brüder die restliche Arbeit im gemeinsamen Touri-Tourenbetrieb machen. Sie spielt mal wieder die neurotische Mitdreissigerin mit Supi-job und perfekter Frisur - hat aber diesmal keinen sexy Assistenten. Ausser man bezeichnete Justin Long mit Langhaarfrisur als solchen. Die üblichen Typen also, die man sich als Kumpel oder beste Freundin wünscht. Man bekommt, was das Poster verspricht.
Die Werbung verspricht aber auch eine "etwas andere" romantische Komödie. Zurecht, denn die Romantik endet mit den Schnappschüssen aus besseren Zeiten, auf denen die Titel und Namen des Vorspanns prangen. Dann nimmt die Trennung ihren Lauf. Und so etwas ist wie im richtigen Leben weder romantisch noch besonders witzig - Tränen und Reifeprozesse sind die Folge. Nebendarsteller sollen für den Humor sorgen. Ein schwuler Schwager mit Chor (John Michael Higgins) oder die noch neurotischere Gallery-Chefin (Judy Davis). Beide sind mässig lustig. Träfe Sprüche liefern hingegen die "best buddies" der Hauptdarsteller. Wie in romantischen Komödien üblich, heulen sich Aniston und Vaugn bei der besten Freundin bzw. dem besten Freund aus. Der dicklich geworden Jon Favreau und Joey Lauren Adams, von der man seit Chasing Amy lange nichts mehr gehört hat, stehen mit witzigem Rat bei und sorgen für die Schmunzler. Und damit auch dafür, dass diese "un-romantischen" Komödie wenigstens die Comedy stimmt.
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