Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan (2006)
Borat: Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen
Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan (2006) Borat: Kulturelle Lernung von Amerika, um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen
Oder: Come see my Moviefilm!
Borat Sagdiyev (Sacha Baron Cohen), schwarz gelockter und stolz beschnauzter TV-Reporter aus Kasachstan, erhält einen höchst wichtigen Auftrag von der Regierung seines gloriosen Heimatlandes: Er soll ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten reisen, um die westliche Kultur kennen zu lernen und daraus wertvolle Lehren für seine Heimat zu ziehen, und um im Gegenzug den Einwohnern von "US and A" die Lebensart Kasachstans näher zu bringen.
Mit angemessen stolz geschwellter Brust fliegt Borat zusammen mit seinem Produzenten Azamat Bagatov (Ken Davitian) nach New York und startet den kulturellen Austausch. Die New Yorker allerdings treten Borats offener Kontaktfreudigkeit mit kalter Ablehnung entgegen, was ihn dazu bewegt, dem Big Apple bald den Rücken zu kehren. Die Entdeckung seiner Traum- und zukünftigen Ehefrau, der Baywatch Nixe C.J. aka Pamela Anderson, inspiriert Borat dazu, Richtung Westküste zu reisen.
Auf ihrer langen Reise quer durch Amerika bieten sich Borat und Azamat zahlreiche Gelegenheiten zum interkulturellen Austausch. Die Mentalitäten-Kluft scheint allerdings unüberwindlich und Borats gutem Willen zum Trotz, werden Ost und West bei ihren Begegnungen gleichermassen kräftig strapaziert. Mit jedem zusätzlichen Kilometer Richtung Westküste gerät der Missionserfolg in grössere Gefahr. Doch Borat hat ein Ziel vor Augen, das ihn weiter treibt: Pamela!
DVD-Rating
Sacha Baron Cohen ist nicht nur Ali G. in da House. Er ist auch Modemacher "Bruno" und natürlich Borat, der Topreporter aus Kasachstan. Und was früher Kurt Felix schon immense TV-Quoten gebracht hat, perfektioniert der gute Mann aus London. Er bringt normale Menschen in abnormale Situationen und hält mit der Kamera voll drauf. Das hat ihm, und seinem Film, weltweite mediale Aufmerksamkeit gebracht und endete damit, dass sogar ein Golden Globe und eine Oscar-Nomination (bestes adaptiertes Drehbuch) heraus schauten. Nicht zu vergessen, die stolze Summe von über 120 Millionen Dollar US-Einspiel, das bei einem Film mit Budget unter 20 Millionen eine grosse Sache ist.
Bei seiner zweiten Kunstfigur klappt dann auch die Umsetzung von TV-Gagshow auf Kinoformat einiges besser, als das mit Ali G. in da House der Fall war. Die Figur des Borat hat einfach die besseren Witze, denn wer lacht nicht gerne über "dumme" Menschen, die ahnungslos einem Schlawiner auf den Leim gehen? Eben.
Borat geht dorthin, wos weh tut. Keine Angst vor Konsequenzen oder der heraneilenden Polizei (gemäss Webseiten war das 91 Mal der Fall!), der Mann kennt kein Erbarmen und bringt jegliche Art von Mensch in eine Situation, woraus nur Borat als Gewinner wieder herauskommt.
Der Film bietet zwei unterschiedliche Arten von Unterhaltung. Die absolut geniale "versteckte Kamera", in deren Szenen unser Schnäuzelmann im Rodeo den Affen macht, die Fahrschule absolviert, sich mit dem Wasser aus der Toilette das Gesicht wäscht oder wildfremde Leute auf der Strasse zu umarmen versucht. Hier bricht die chaotische Art des Films vollend durch und praktisch jede dieser Szenen ist ebenso einfach, wie genial.
Die andere Art der Unterhaltung kommt leider überhaupt nicht auf dieses Niveau. Verständlicherweise versuchen die Macher, diese Aneinanderreihung von lustigen Situationen mit einer Geschichte zu verbinden, die sich wie ein roter Faden durch den Film schlängelt. Nur leider sind diese "absichtlichen" Szenen einfach nur schwach und uninteressant. Und bis zu der wohl bekanntesten Szenen des Films (im Hotelzimmer) ist Borat wirklich auch lustig. Dann knackts im Gebälk und das ganze Projekt fällt in sich zusammen. Ausserdem wird diese eine Szene (ja, wir wissen alle, welche gemeint ist) bis zum Abwinken gemolken, so das selbst bei denjenigen, welche anfänglich noch über die beiden Kerle gelacht haben, schlussendlich ein nerviges "jetzt reichts aber" über die Lippen bringen.
Fazit: Borat ist Geschmacksache, keine Frage. Die Meinungen über diesen Film gehen extremstens auseinander. Dass er allerdings gut 60 Minuten saukomisch ist, dürfte niemand bestreiten. Dann kommt die angesprochene Szene, die das Fass zum überlaufen bringt und dem Film einen faden Nachgeschmack verleiht. Lachen ist jedoch mit Sicherheit garantiert, auch wenn man als empfindlicher Mensch nach einer Stunde den TV abschalten kann.
Der Seher und Benützer der DVD braucht eine Weile, bis er sich durch das komisch benamselte Menü gedrückt hat. Dann aber gibts zensuriertes Material im Überfluss. Filmchen aus dem Supermarkt (Whats this?), beim Doktor oder mit der Polizei hat man aber schon genüge auf den entsprechenden Internetseiten angucken können, als der Film gross durch die Medien gereicht wurde. Was hingegen lustig (und für uns Europäer wahrscheinlich neu) anzugucken ist, ist die "Global Propaganda Tour". Dort werden Ausschnitte von Borat gezeigt, wie er in den amerikanischen Late-Night-Shows den Affen macht und sobar mit (Ex-)Vorzeigehausfrau Martha Stewart ein Bett beziehen soll. Dazu kurze Momente aus "Saturday Night Live", der Premiere in Los Angeles (wo eine Frau unseren Reporter-Filmstar auf Händen trägt) oder die bekannten Washington-Statements. Lustig (oder ächt völlig abgefahren?) sind die Musikvideos.
Natürlich ist das Bild der DVD, wie schon im Kino damals, nicht auf dem höchsten Stand. Es wird geachtet, dass die Qualität dem TV-Team aus Kasachstan gerecht wird. Das kann auch schon mal nerven. Der Ton kommt hingegen recht gut, auch wenn bei den Doku-Teilen die Qualität nicht über alle Zweifel erhaben ist.
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4.0 Sterne (139 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 05.03.2007
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS), Russisch (Surround 2.0)
- Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Türkisch
- Extras: Zensurierte Szenen, Global Propaganda Tour, Music Infomercial


