Blood Diamond (2006)

Blood Diamond (2006)

Oder: Shoppingtour mit Umwegen

Blood Diamond

Nach erfolgtem Startschuss

Ein rosaroter Diamant, gefunden im Dschungel von Afrika, führt zwei Menschen zusammen, deren Herkunft zwar ähnlich, deren Leben aber total verschieden sind. Danny Archer (Leonardo Di Daprio) ist ein ehemaliger Söldner aus Zimbabwe, Solomon Vandy (Djimon Hounsou) ein einfacher Fischer.

Als Solomon, der von Rebellen entführt und auf den sogenannten "Diamantenfeldern" arbeiten muss, eines Tages einen ungeschliffenen, rosaroten Diamanten findet, fasst er den Entschluss, den Stein zu behalten. Und das, obwohl sein Leben verwirkt ist, sollte der Diebstahl auffliegen. Denn die Rebellen gehen mit unglaublicher Brutalität gegen Landsmänner vor, die beim Diamantenschürfen in die eigene Tasche arbeiten. Also versteckt Solomon den Stein im Sand, wohlwissend, dass er unter Umständen niemals in der Lage sein wird, diesen wieder zu finden.

Blood Diamond

Ja, ich schweissele

Als Söldnertruppen das Diamantencamp stürmen, wird Solomon verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, wo seine Geschichte die Runde macht. Danny Archer, durch seine Schmuggeltätigkeit quasi Stammgast im Knast, kriegt natürlich Wind vom Fischer und seinem Diamanten und malt sich die eigenen Zukunft aus. Er muss den Stein finden, um diesen Kontinent endlich verlassen zu können. Er nimmt Kontakt zum Fischer auf und macht sich zu dessen einziger Hoffnung, die vermisste Familie wieder zu sehen. Nicht ohne Gegenleistung, natürlich.

Blood Diamond

Für die Nachwelt festgehalten

An Archers Fersen hat sich die Reporterin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) geheftet. Sie untersucht den Einfluss des Diamantenhandels auf die Bevölkerung und wartet auf den ultimativen Bericht, der die Welt wachrütteln soll und dem ganzen Greuel hier ein Ende bereitet. Da Archer über immenses Insiderwissen zu verfügen scheint, wird sie seine (un-)willkommene Begleitung.

Ein Rennen beginnt, dass jegliche involvierte Personen zum Äussersten treibt. Archer braucht Solomon um den Diamanten zu finden. Solomon braucht Archer, damit er seine Familie in mitten der Flüchtlinge findet. Ausserdem wurde sein Sohn von Rebellen entführt und befindet sich in einem Ausbildungslager für Kindersoldaten. Denn ohne Sohn gibts für Archer keinen Diamanten. Und mittendrin steht eine Reporterin, die nicht glauben kann, was sich da unter brütender Hitze abspielt.


DVD-Rating

Seit Bowling for Columbine sind Dokumentationen wieder in. Lord of War und Thank you for Smoking sind nur zwei Beispiele von sehr gut gelungenen, dokumentarisch angehauchten Filmen. Blood Diamond folgt auch diesen Spuren und trotz einer Überlänge von 134 Minuten hinterlässt er einen bleibenden Eindruck.

Blood Diamond konzentriert sich primär auf die so genannten Konfliktdiamanten, die als "Ladies Best Friend" in den westlichen Gefilden manche Frau in Form von Ohrringen oder Halsketten erfreuen. Für die Bevölkerung des Afrikanischen Kontinentes der 90er Jahre bedeuteten sie aber primär Tod und Elend. Dieses Elend versuchte Regisseur Edward Zwick (The Last Samurai) mit Hilfe des Familienvaters Solomon Vandy (Djimon Hounsou) zu dokumentieren und erschuf dabei eine bildgewaltige Dokumentation direkt von der Diamantenkriegsfront, die mit ungehemmter Brutalität die Grausamkeit aufzeigt, die solche kleine Steine in den Menschen auslösen können.

Edward Zwick belässt es jedoch nicht dabei, einfach nur brutale Bilder zu zeigen, sondern bettet sie geschickt in die Reise von den drei Hauptfiguren ein: Während der Ex-Söldner Leonardo DiCaprio einen riesigen Diamanten sucht, den der Familienvater Solomon Vandy vergraben hat, sucht dieser verzweifelt nach seinem Sohn, während die Reporterin Jennifer Connelly die Diamantbarone stürzen will. Daraus wird jedoch nicht einer der üblichen harmlosen Abenteuerstreifen im Stil von Quatermain. Trotz der schönen Landschaften, den verträumten Sonnenuntergängen und saftiggrünen Wiesen, werden sie immer wieder von der brutalen Härte der immerwährenden Konflikte und Kriege des Kontinents heimgesucht. Das macht aus Blood Diamond eine eindrückliche und unberechenbare Reise durch ein wunderschönes Land, das von tiefen Narben bedeckt ist.

Ein grosses Lob muss man auch der Zusammensetzung des Casts aussprechen. Da wurde ein Ensemble zusammengestellt, das auf allen Ebenen überzeugt. Leonardo DiCaprio begeistert als zerrissener Söldner vollends und ergänzt sich Jennifer Connelly und dem verzweifelten Familienvater Djimon Hounsou.

Fazit: Blood Diamond kombiniert geschickt eine Indiana Jones-ähnliche Abenteuerreise mit sehr schönen aber auch sehr reale und erschütternden Szenen. Diese bebildern unverblümt den harten Alltag von Afrika und geht vor allem wegen ihren intensiven und dokumentarischen Qualitäten unter die Haut. Trotz einer gewissen Überlänge und einem unnötigen Klischeeschluss, rüttelt er auf und regt auch zum Nachdenken an und das macht ihn zu einem Erlebnis, das ich jedem empfehlen kann.

Die getestete DVD kann jedoch bei weitem nicht mit dem Film mithalten. Diese Version enthält den Film, der zum Teil recht in der Schärfe enttäuscht und auch nur sehr spärliches Bonusmaterial liefert. Dieses besteht aus dem obligatorischen Audiokommentar durch Edward Zwick und dem USA Trailer. Recht enttäuschend, doch für mehr Bonusmaterial gibt es ja die Spezial Editionen. Wenigstens wird ein guter Ton liefert, der den Zuschauer auch mitten ins Kriegsgeschehen versetzt.

5.0 Sterne 2.4 Sterne
5.0 Sterne (215 Bewertungen) | 0 Kommentare

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09.06.2007 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.05.2007

  • Bildformat: Widescreen 2.35:1
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Audiokommentar von Regisseur Edward Zwick, US-Kinotrailer