Bandidas (2006)

Bandidas (2006)

Oder: Zwei wie Samt und Seide

Bandidas

Der iPod anno 1880 war etwas unhandlich

Am Ende des 19. Jahrhunderts soll die amerikanische Eisenbahn auch auf mexikanischem Gebiet ihr eigenes Streckennetz bekommen. Die New Yorker Bank and Trust schickt deshalb Tyler Jackson (Dwight Yoakam) in den Süden, um Land zu erwerben. Er tut dies skrupellos und schreckt vor Mord nicht zurück.

Unter seinen Opfern befinden sich auch die Väter von Sara (Salma Hayek) und Maria (Penélope Cruz). Erstere kommt gerade aus Europa zurück, wo sie Eliteschulen besucht hat. Letztere verbrachte ihr ganzes Leben auf dem Bauernhof. Das ungleiche Duo schliesst sich zusammen, schwört Rache für seine Papas und will Geld und den Besitz der anderen benachteiligten Landsleute wiederhaben.

Bandidas

Zu heiss fürs Filmset

Bei Bill Buck (Sam Shepard) holen sich die verwöhnte Sara und der Bauerntrampel Maria das nötige Bandidas-Know-How. Die eine entwickelt sich zur Revolverheldin, während der anderen mit dem Messer niemand etwas vormachen kann. Als sie auch gegenseitiges Vertrauen gefasst haben, kann es losgehen mit dem Überfallen der Filialen der New York Bank and Trust. Doch der trottelige Forensiker Quentin (Steve Zahn) hat dabei noch ein Wörtchen mitzureden, oder auch nicht...


Kinofilm-Rating

Nach einer Idee von Luc Besson, heisst es auf dem Poster zu Bandidas. Die Spanierin Cruz mit der Mexikanerin Hayek endlich mal gemeinsam in einem Film auftreten zu lassen, scheint nicht gerade der einfallsreichste Gedankenblitz zu sein. Von den beiden erfolgreichsten richtigen Latinas in Hollywood (J.Lo kommt ja eigentlich aus Brooklyn) als Paar auf der Leinwand hat doch jeder Liebhaber eines spanischen Akzents schon mal geträumt.

Auch sonst ist für den Erfolg dieses Films keine grosse Originalität gefragt. Die Westernklischees müssen einfach stimmen. Und das tun sie, als ob der Monsieur Besson als Drehbuchautor mit einer Checkliste am Werk gewesen wäre. Nicht vergessen wurden: stinkige Bösewichte, unterdrückte Mexikaner, Banküberfälle, Goldbarren, ein Bordell, ein wilder Fluss, ein dressiertes Pferd und eine Zugfahrt in einem wohnzimmerartigen Waggon. Mitten drin sind unsere Lieblingslatinas in blendender Spiellaune, die - wie könnte es anders sein - am Schluss in den Sonnenuntergang reiten. Das einzige, was fehlt, ist ein Duell und die Postkutsche. Ob man sich diese Zutaten für ein mögliches Sequel zurückbehalten hat?

Mit Steve Zahn und Sam Shepard gesellen sich stattdessen auch noch zwei ordentliche männliche Haudegen dazu. Der eine ist fürs Knuffige, der andere fürs Knallharte zuständig. So ganz alleine darf man zwei Fräuleins im Wilden Westen bei aller Frauenpower ja nicht lassen. Nur der Bösewicht Dwight Yoakam bleibt seltsam blass. Und ganz so sexy wie man sich das in seinen wildesten Phantasien vorstellt, wird's leider nicht. Salma und Penélope streiten sich zum Beispiel den ganzen Film über, wer wohl die besseren Küsschen verteilt. Ein paar stramm gezurrten Dekolletés bleiben das höchste der Gefühle in Sachen Erotik.

Fazit: Zwei sexy Chicas bilden die "Combinación", auf die wir alle schon lange gewartet haben. Eine Gute-Laune-Action-Komödie, die mit dem Westerngenre dasselbe macht wie Pirates of the Caribbean mit dem Piratenfilm. Er zeigt uns nicht, wie es wirklich war, sondern wie wir uns die Epoche im Kino gewohnt sind, mit all ihren Genrekonventionen und historischen Unkorrektheiten. Grosses Grinsen garantiert.

3.5 Sterne
3.5 Sterne (47 Bewertungen) | 7 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
14.07.2006 / rm