Astérix et les Vikings (2006)
Asterix und die Wikinger
Astérix et les Vikings (2006) Asterix und die Wikinger
Oder: Aha, ein Stadmensch!
Das Dorf der bekanntesten Gallier der (Comic-)Welt bekommt Besuch. Der Neffe des Häuptlings Majestix (Stimme von Erwin Leimbacher) kommt zu Besuch. Und dieser Stadtmensch namens Grautvornix (Stimme von Edward Piccin) soll hier zum Mann werden. Allerdings hat er von Wildschweinjagen oder Römerverprügeln keine Ahnung, sondern bezirzt die Frauen mit seinem Natel-Vogel "SMS" und coolen Tanzschritten, die man in Lutetias Clubs so drauf hat.
Für das Training werden ihm die beiden besten Krieger des Dorfes als Instruktoren zur Seite gestellt. Der kleine, pfiffige Asterix (Stimme von Erich Vock) und dessen starker (nicht dicker!) Kumpel Obelix (Stimme von Mike Müller). Zusammen gehts ans Hinkelsteinheben, Piratenversenken und Fleischessen, denn wer nur Gemüse ist, kann niemals ein starker Krieger werden. Meint auf alle Fälle Obelix.
Zur gleichen Zeit im Norden hat ein Stamm der Wikinger ein Problem. Ihre Gegner fliehen meist, bevor die Eindringlinge irgendwelche Beute machen können. Da die Wikinger die besten und stärksten Krieger der Welt sind, wärs schön, man könnte den Feinden nachfliegen. Und siehe da, ein Berater des Königs quasselt was von "Angst verleiht Flügel" und die beschnäuzten Hornhelmträger sind sofort Feuer und Flamme. Die nächste Reise soll dorthin gehen, wo der grösste Angsthase weit und breit sitzt, damit er ihnen zeigen kann, wie man fliegen lernt. Mit von der Partie ist, entgegen des Vaters Willen, auch Abba (Stimme von Viola Tami), die energisch und dickköpfig der Meinung ist, dass die Frauen gleichberechtigt sein sollten. *Pff*, und das ausgerechnet bei den Wikingern...
In Gallien angekommen, wird der "Champion der Angst" (Grautvornix) von den Wikingern gekidnappt und nun liegt es an Asterix und Obelix (und natürlich Hündchen Idefix), den Neffen des Dorfhäuptlings zurück zu holen. Aber Wikinger sind keine Römer und das müssen unsere beiden Freunde früh genug erfahren.
Kinofilm-Rating
Seit sich 1951 die beiden Comiczeichner Albert Uderzo und René Coscinny trafen, lieferten sie mehrere Comicserien an diverse Verläge. Meist zeichnete der Erstere und textete der Zweitere und 1959 "erfanden" sie die Geschichten rund um ein kleines Gallierdorf, dass sich der römischen Besatzung widersetzte und sich mit vom Dorfeigenen Medizinmann einen Zaubertrank brauen liess, der ihnen ungeahnte Kräfte verlieht. Was mit Kurzgeschichten anfing, entwickelte sich schnell zu einer weltbekannten Comicreihe, zu Zeichentrick- und Realfilmen und sogar zu einem Freizeitpark in Frankreich. Nun kommt mit Asterix und d'Wikinger eine Adaption des Comics "Asterix und die Normannen" als Schweizer Mundartfassung in die Kinos.
Mundart ist lässig. Wenn es nicht zu sehr auf die Kleinkinder zielt und man auch mal Ausdrücke hört, die auf der Strasse gang und gäbe sind. In Asterix und d'Wikinger ist das glücklicherweise so. Da fragt Obelix ungeniert "Wotsch au ä Wildsau?" oder man hört "Mäitli sii isch en Scheiss". Das freut nicht nur die Kleinsten der Zuschauer, sondern auch die etwas Grösseren und bringt beide zum herzhaften Lachen. Und genau das gefällt an diesem leider etwas kurzen Trickfilm. Es ist lustig. Echt. Und sogar die Synchronstimmen passen perfekt.
Neben all den guten Synchronisationen ist ganz klar Mike Müller als Obelix heraus zu heben. Mit seinem Dialekt, der direkten Aussprache der Dinge und den witzigsten Sprüchen ist er klar der Held des Ensembles. Ausserdem sind die verschiedenen Dialekte durchaus hörenswert, vor allem wenn Sandra Studer im breitesten St.Galler-Deutsch eine Wikingerfrau gibt.
Die Geschichte an sich ist natürlich den fleissigen Comiclesern bekannt und deshalb sprüht der Film nicht vor Überraschungen. Aber man kriegt, was man erwartet. Die Zeichnungen sind gelungen, die Animationen flüssig und wenn der Stadtbub zu den (gecoverten) Klängen von "Eye of the Tiger" sein Training beginnt, dann unterhält das tadellos.
Fazit: Asterix und d'Wikinger ist ein Kinderfilm, der allerdings trotz (oder gerade wegen) der Mundartfassung auch für erfahrene Fans der Gallier einen Besuch wert ist. Solide und gute Unterhaltung für die ganze Familie. Denn das was der Junior blöd findet, passt dem Papi und das Töchterchen quietscht vergnügt, während Mutti sich schmunzelnd in den Kinosessel drückt. Ja, der Film geht auf. Kein Überfilm, aber das konnte man auch nicht erwarten.
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2.8 Sterne (16 Bewertungen) | 4 Kommentare



