Arthur et les Minimoys (2006)
Arthur und die Minimoys
Arthur et les Minimoys (2006) Arthur und die Minimoys
Oder: Steckdosenfrisuren sind In
Arthur (Freddie Highmore) ist ein lieber Bub. Ein wenig fantasievoll und neugierig, aber er macht seiner Granny (Mia Farrow) keinen Ärger. Die Ferien verbringt der Junge regelmässig im alten Haus seiner Grosseltern, wo der Opa vor ein paar Jahren spurlos verschwunden ist. Seine Eltern sollten eigentlich bald anreisen, verspäten sich aber regelmässig.
Die grösste Freude des Buben ist es, durch Opas alte Bücher zu schmöckern. Dieser hat auf seinen vielen Reisen einiges zusammengetragen, viele Geschichten erlebt und schier Unglaubliches zu berichten gewusst. Nun, da der alte Mann nicht mehr da ist, müssen seine Bücher dran glauben, um Arthurs Wissensdurst zu löschen.
Zu alle dem hat Granny auch noch Probleme mit der Finanzierung ihres Hauses. Die Kohle ist knapp und diejenigen, die sich das Land unter den Nagel reissen wollen, stehen auch schon vor der Tür. 48 Stunden bekommen Arthur und seine Grossmutter. Dann ist Sense mit wohnen und das Haus wird dem Boden gleichgemacht.
Da erinnert sich Arthur an eine Geschichte seines Opas. Es soll ein Volk geben, genannt die Minimoys, die klitzeklein sind und in deren Reich es scheinbar einen wertvollen Schatz geben soll. So hat es Opa auf alle Fälle beschrieben. Ebenso wie er aufgezeichnet hat, wie man zu diesen kleinen Figuren kommt.
Arthur macht sich auf die Socken und will dieses Volk treffen. Doch dafür muss er einer dieser Minimoys werden. Und wie wenn das noch nicht schwer genug wäre, gilt es danach auch noch ein riesiges Abenteuer an der Seite einer Prinzessin (in der englischen Fassung von Madonna) gesprochen zu bestehen. Denn nicht alle Minimoys sind lieb und strubelig.
DVD-Rating
Nicht lang lief Arthur et les Minimoys Ende letzten Jahres in unseren Kinos. Die versuchte Revolution im Trickfilmbereich blieb aus, doch der Macher hinter diesem Film, (Luc Besson) scheint das nicht zu kümmern. Denn bereits sind zwei weitere Teile über die Wesen mit der kurrligen Frisur in der Mache. Und bei beiden ist der Mann, der uns The Fifth Element oder Leon brachte, die führende Hand.
Wenn man sich Arthur et les Minimoys anguckt, stösst man ein weiteres Mal auf Freddie Highmore, der (mit Jahrgang 1992) schon ein paar tolle Auftritte verbuchen konnte. Finding Neverland, Charlie and the Chocolate Factory oder Two Brothers, um nur ein paar zu nennen. Der Kleine überzeugt auch hier einmal mehr und man wird den Eindruck nicht los, dass aus diesem herzigen Bub mit dem frechen Lächeln einmal ein ganz Grosser werden könnte.
Ebenso fällt auf, dass die Anfangsgeschichte voller Charme, kindlichem Witz und aus diesem Grund ein hervorragender Einstieg in den Film ist. Mia Farrow als Vorzeige-Grosi tut da ihr Bestes, um diesen Eindruck zu erwecken. Überhaupt, bis sich die Figuren (und somit auch der Film) in die Animation begeben, gibt es eigentlich nicht gross etwas daran auszusetzen. Der Niedergang beginnt erst dann, als sich Arthur zu einem Kobold mit wirrem Haar transferieren lässt.
Von da an ist nicht nur die Geschichte langweilig, sondern auch die Animationen sehr gewöhnungsbedürftig. Leute mit gutem Gehör erkennen die Stimmen von Robert de Niro, Madonna oder David Bowie, sowie Snoop Dogg, dessen Szene im Club eine einzige Peinlichkeit ist. Das liegt kaum am Sprecher selber, sondern an der blöden Prügelei mit irgendwelchen Viechern, die halt einfach nicht interessant ist.
Fazit: Für die Kleinen wird Arthur et les Minimoys eher funktionieren als für die etwas Grösseren. Der Witz fehlt fast vollkommen und wenn in der deutschen Synchro Bill Kaulitz (*kreisch*von Tokio Hotel) und Nena mitsprechen, dann schläft den Über-Fünf-Jährigen bald das Gesicht ein. Also in Sachen Animation gibt es definitiv Lässigeres, Lustigeres und vor allem qualitativ Besseres.
Das ausführliche Making-Of (mit einem aufgedunsenen Luc Besson) ist sicherlich das interessanteste Feature auf der DVD. Wie immer bei Animationsfilmen wird schön aufgezeigt, wie eine Idee zum Film wurde und wie schwierig sich das ganze Unternehmen herausstellte. Die B-Roll ist ebenfalls recht interessant, was man leider von den Interviews der "Stars" nicht so recht sagen kann. Dort plappern sie halt alles Positive über den Film herunter und auch die deutschen Synchrosprecher dürfen ihren Senf zum Ganzen hinzugeben. Das Musikvideo ist schwach, das Interview mit der Kunstfigur Arthur nichtssagend (ja, ich weiss. S'sollte auch nur ein Gag sein...) und die Trailer und Teaser zahlreich.
Technisch liefert der Film überraschenderweise keine deutschen Untertitel. So das auch das deutsche Publikum ja nicht auf die Idee kommt, die Originalversion mit Untertiteln zu gucken, sondern auf die "Tokio Hotel"-Variante wechseln muss. Ganz schwach. Dafür sind Ton und Bild in einwandfreiem Zustand.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 27.08.2007
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch
- Extras: Making-Of, Interviews, B-Roll, Interview mit Arthur, Musikvideo, Trailer, Teaser, TV-Spots




