Anuk - Der Weg des Kriegers (2006)

Anuk - Der Weg des Kriegers (2006)

Oder: Aus den Schweizer Bergen kommen wir...

Anuk - Der Weg des Kriegers

Auf Winnetous Spuren

Vor langer Zeit, als die Entwicklung des Menschen noch im vollen Gang war, lebten in den Bergen verschiedene Völker. Anuk (Luke Gasser) war ein Mitglied eines dieser Stämme. Von seinem Vater Pe-Kai (Peter Schoepfer) wird der junge Mann in allerlei Geheimnisvolles eingewiesen und lernt über die Jahre, dass es mehr zu wissen gibt, als wie man einem Bock das Fell über die Ohren zieht.

Das Leben zu dieser Zeit ist hart und inzwischen auch kriegerisch. Denn der Nachbarstamm rüstet zur Schlacht, die schlussendlich viele Tote auf beiden Seiten fordert. Anuk, Moa-Te (Gehrhard Halter) und dessen "Schatten" (Bruno Gasser) überleben die Schlacht, müssen aber bei ihrer Rückkehr feststellen, dass sich eine fremde Horde über ihr Dorf hergemacht und es zerstört hat. Alle Bewohner sind tot und die jungen Frauen (unter ihnen Katy Winter) verschleppt.

Anuk - Der Weg des Kriegers

Ötzi wär stolz!

Das Trio, von denen Anuk und Moa-Te sich in stetiger Konkurrenz befinden, macht sich auf den Weg, die Frauen zu befreien. Sie treffen auf die Entführer, einen Stamm der auf "Hirschen ohne Geweihen" reitet und mit grusligen Masken die Gesichter der Reiter bedeckt. Nach zusätzlichen Begegnungen mit Geistern, wird Anuk schwer verwundet von der Kriegerin Meha (Doro Pesch) gefunden und versorgt. Die beiden verlieben sich und als sie Zeugen von weiteren Angriffen dieser bösen Krieger auf den Pferden werden, sind sie gewillt, es zu Zweit gegen einen ganzen Stamm aufzunehmen.


Kinofilm-Rating

18 Tage Drehzeit in den Innerschweizer Bergen. Schauspieler, die vor allem hinter dem Mikrophon mit Sangesstimme Bekanntheit erlangten. Eine Geschichte aus längst vergangenen Tagen. Ein Regisseur, der sich als Tausendsassa entpuppt und bewiesen hat, dass er die etwas "anderen" Filme mit Herzblut realisieren kann. Das alles ist Anuk, die neueste Produktion von Luke Gasser (der schon mit Fremds Land sein Faible für "Soundmovies" bewiesen hat) und der Film ist gar nicht mal so übel.

Die Geschichte und die Hintergründe verlangen aber eine gewisse Flexibilität. Denn solche frühzeitigen Geschehnisse sind nicht jedermanns Sache. Da hats viele Menschen in prächtigen Fellen und Kostümen, von denen einige die deutsche Sprache hervorragend sprechen, andere mit breitem Schwiizer Akzent reden und wiederum solche, die meistens brummen oder sonstige Geräusche von sich geben. Ausserdem ist die Story natürlich keine Neuerfindung, sondern reiht sich in die Masse der "Machen wir uns auf die Reise ins Unbekannte, um jemanden zu retten"-Filme ein.

Anuk versucht, mit blutigen Schlachtszenen, eine Intensität zu erreichen, die man aber dann mit den Zwischenmomenten bald wieder kaputt macht. So kommt eigentlich selten richtige Spannung auf und man ertappt sich dabei, sich einfach auf den Auftritt des nächsten Mimen mit grossem Namen zu freuen. Und die kommen in schöner Regelmässigkeit. Sei es Marc Storace als Medizinmann und Schamane, Stephan Eicher als Händler (sehr kurzer Auftritt) und natürlich die ehemalige "Warlock"-Frontfrau Doro Pesch, die zwar Klasse aussieht, aber irgendwie in ihrer Rolle nicht so aufblühen mag, wie auf der Konzertbühne.

Fazit: Anuk ist ein bedingt gelungener Film, in dem vor allem Regisseur Luke Gasser seine Vorlieben für die Mischung von Urzeit, Indianertum, schöner Landschaften und harter Rockmusik einbringt und dem Zuschauer eine dafür nur teilweise interessante Geschichte bietet. Den Druck des engen Budgets und der kurzen Drehzeit merkt man dem Film leider an. Trotzdem können Freunde des getragenen Fells und der mysthischen Art sicherlich einen Blick risikieren.

2.6 Sterne
2.6 Sterne (7 Bewertungen) | 12 Kommentare

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06.11.2006 / muri