Android Apocalypse (2006)

Android Apocalypse (2006)

Oder: Selbstfindung eines Androiden

Big Brother is watching you...

Big Brother is watching you...

Die Erde der Zukunft wird von einer Apokalypse verwüstet. Bis auf wenige Städte ist die ganze Erde eine vergiftete Kriegswüste, die kein Mensch betreten sollte. Die wenigen Domstädte sind komplett von der Aussenwelt abgeschottet und von den Maschinen gewartet. Nach der grosse Katastrophe werden viele Maschinen gebaut. Die einen, um die Städte zu bauen, und andere, welche die Wüste nach bisher unentdeckten Ressourcen absuchen. Meistens aber werden Androiden, welche nicht von den Menschen zu unterscheiden sind, für alltägliche Arbeiten eingesetzt und verdrängen dabei mehr und mehr die Menschen.

Willkommen zu Hause

Willkommen zu Hause

Dies muss auch Jute (Scott Bairstow) erfahren, der ebenfalls durch einen Androiden ersetzt wird und daher plötzlich mit einer riesen Wut im Bauch auf der Strasse steht. Diese Wut entlädt sich später an einem Androiden, den Jute nach einem brutalen Kampf kritisch beschädigt. Jute flieht und versucht, sich bei seiner Frau zu verstecken, wird jedoch kurze Zeit später verhaftet. Urteil: Strafkolonie, bis sich jemand seiner Seele erbarmt.

Jute wird an einen defekten Androiden gekettet und in einem Gefangenentransporter in die Strafkolonie geschafft. Auf dem Weg dorthin wird der Transporter von einer Maschine, welche die Wüste nach neuen Ressourcen absucht, attackiert und nur knapp können Jute und der Android den tödlichen Angriffen entkommen. Jetzt ist das ungleiche Paar in der Wüste gestrandet und der vergifteten Luft ausgesetzt. Greiferkommandos werden ausgesandt, und eine weitere Konfrontation mit den Kampfandroiden ist unausweichlich. Wird Jute aus der scheinbar auswegslosen Situation entkommen können, oder wird er für immer in der Strafkolonie verschwinden?


DVD-Rating

Endzeitfilme sind rar in letzter Zeit. Darum ist es immer wieder nett, wenn sich jemand an dem Randgenre versucht. Leider folgen dabei viele dem gleichen Muster. Und selbst bei Android Apocalypse kann man die deutlichen Signaturen von Judge Dredd, Matrix und Screamers erkennen. Die Welt ist zerstört, Maschinen werden gebaut, um die Menschen zu erhalten, bei jedem Vergehen verschwindet man in der Strafkolonie und natürlich sind die Maschinen so intelligent, dass sie sich langsam aber sicher gegen ihre Schöpfer wenden. Dennoch, wenn man sich darauf einlässt, erhält man von Android Apocalypse kurzweilige neunzig Minuten, bei der nette Action mit einer glaubhaften Welt und einigen amüsanten Szenen kombiniert wird.

Nach einer kurzen Einleitung, die nur an der Oberfläche des Szenarios kratzt, sind wir auch schon mitten im Geschehen. Weder wird ein Grund für die Zerstörung der meisten Städte genannt, noch was die Katastrophe verursacht hat. Wie vieles in Android Apocalypse bleibt dies unerklärt, und man muss sich einfach mit den Tatsachen abfinden. Eigentlich schade, denn wie auch die Hintergrundstory wird vieles nur nebenbei erwähnt: Der Hass der Menschen auf die Androiden, weil sie ihnen immer mehr Arbeit abnehmen, der Hass der weiter entwickelten Androiden gegenüber fehlerhaften Artgenossen und die schleichende Infiltration der Schlüsselpositionen innerhalb der Menschen. Dies zeichnet zwar ein düsteres Bild und erzeugt mit der sonst sehr glaubwürdig dargestellten Welt eine gelungene Endzeitatmosphäre. Es zeugt aber auch davon, dass sich die Produzenten viel zu fest auf Action konzentriert und den Rest bei weitem nicht ausgearbeitet haben.

Überraschend ist die Titelwahl "Android Apocalypse". Wie schon bei Natural City, der ein sehr ähnlichen Szenario hatte, wartet man bei Android Apocalypse vergebens auf einen offenen Androidenkrieg. Ausser einigen Scharmützeln mit durchgedrehten Wüstendrohnen bleibt der grosse Aufstand aus, und nachdem viel darüber gequatscht wurde, bleibt am Ende doch nur alles Schall und Rauch. Von dieser Perspektive aus betrachtet ist dies eigentlich eine Enttäuschung. Dennoch ist Android Apocalypse durchaus kein schlechter Film, denn was er letztlich bietet, ist ein gelungener Buddy Film, der mit dem ungleichen Paar - Krimineller & Android - durchaus unterhalten kann.

Man freundet sich rasch mit dem frustrierten Jute an, der mit dem naiven Androiden, mit dem er zusammengekettet ist, absolut nicht klarkommt. Der Android, der irgendwie an Jean-Claude Van Damme in Universal Soldier erinnert, sorgt mit seinem Selbstfindungstrip für einige Schmunzler und verleiht Android Apocalypse eine amüsante Note. Diese Situationskomik, das klassische Buddy Element, knallige Action und eine oberflächliche, aber glaubhafte Welt machen Android Apocalypse zu einem ansehnlichen Streifen. Unter dem Strich nützt er aber nur einen Teil seines Potentials und bietet letztendlich doch nicht viel mehr, als jemanden, der seinen ärgsten Feind respektieren lernt und dabei mit seinem neuen Kollegen die aufstrebende Androidenmacht zerstört.

Fazit: So vielversprechend Android Apocalypse klingt und geklungen hat, die grosse Überraschung bleibt aus. Obwohl es den Machern gelungen ist mit der Wüste, dem Gefängnis und der dreckigen Grossstadt eine düstere Endzeitatmosphäre zu schaffen, beschränkt man sich auf einen kurzweiligen actiongeladenen Buddy-Film, der sich zwar um den Kampf gegen die Maschinen dreht, aber dabei immer die Handbremse angezogen hat. Qualitativ schwankende Spezial Effekte, deutliche Budgetlimitationen und eine lineare Handlung lassen auch die Überraschungsmomente ausfallen. Für zwischendurch, wenn am TV nichts Besseres läuft, einen Blick wert. Ansonsten muss er der Streifen nicht unbedingt gesehen werden.

Die DVD bietet den Film in sehr scharfem Bild und guten Farben. Der Ton lässt die Boxen donnern und die Action entsprechend wirken. Bonusmaterial sucht man vergebens - wäre jedoch bitter nötig gewesen, dann hätten die Verantwortlichen einiges über und zum Film erklären können.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

03.10.2007 / db

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