Alpha Dog (2006)
Alpha Dog (2006)
Oder: Er ist der Jüngste!
Johnny Truelove (Emile Hirsch) lebt ein gutes Leben. Er wohnt im schönen Häuschen, feiert wilde Parties und die Frauen sind ihm willig. Johnny hat sich dieses schöne Dasein durch den Verkauf von Drogen finanziert und lässt es sich und seinen Kollegen gut gehen. Und wenn mal ein Kunde nicht bezahlen kann, wählt Johnny immer überzeugende Mittel, dass er doch noch zu seinem Geld kommt.
Einer dieser Problemfälle ist Jack Mazursky (Ben Foster). Dieser Ex-Knacki ist nah am Durchdrehen und schuldet Johnny Kohle. Die hat er aber nicht, sondern lässt sich auf ein Machtspielchen ein. Das nimmt insofern seinen Lauf, als dass Jack eines Nachts die Bude von Johnny auseinandernimmt und ein Chaos hinterlässt. Die Rache lässt nicht lange auf sich warten. Jacks Stiefbruder Zack (Anton Yelchin) wird entführt und Johnny steckt dahinter.
Dass Zack allerdings als Entführungsfall die beste Zeit in seinem jungen Leben verbringt, damit hätte keiner gerechnet. Johnnys bester Kumpel Frankie (Justin Timberlake) wird beauftragt, die Geisel unter seine Fittiche zu nehmen und öffnet diesem somit die Türen zu Sex, Drugs und ein bisschen Rock'n'Roll. Der Junge wird endlich ernst genommen und nicht mehr von seiner zu stark liebenden Mutter (Sharon Stone) erdrückt.
Als die Polizei die Ermittlungen in diesem Entführungsfall aufnimmt, weiss Johnny Truelove, dass es von nun an kein Zurück geben kann. Die Geisel zurückschicken kann er nicht, und etwas anderes als deren Tod kommt der Gruppe nicht in den Sinn. Von seinem Vater (Bruce Willis) geschützt, gibt Johnny den entscheidenden Auftrag. Und ausgerechnet Frankie und der Lakai der Gruppe, Elvis (Shawn Hatsoy) werden losgeschickt, um das Problem mit der Geisel zu lösen.
Frankie Truelove war im Jahr 2000 der jüngste Straftäter der Geschichte, der es auf die "Most Wanted List" des FBI geschafft hatte. Dies ist seine Geschichte
Kinofilm-Rating
Jesse James Hollywood war ein Drogenhändler. Er war lange auf der Flucht vor den Behörden und wurde 2005 in Brasilien gefasst. Seine Geschichte ist die Grundlage, auf der Alpha Dog basiert. Die Tatsache, dass der Film bereits in Produktion ging, als der junge Verbrecher noch auf der Flucht war, verleiht dem Projekt zusätzlich Brisanz. Denn darf man einen Film über eine Person drehen, die wegen Mordes gesucht wird? Verletzt man nicht deren Persönlichkeitsrechte? Rohtenburg musste ja schliesslich damals auch gestoppt werden. Für Alpha Dog standen dem Filmteam sämtliche Unterlagen und Polizeiakten zur Verfügung, um die Geschichte des jungen Verbrechers auf Film zu kriegen.
Wenn man ohne Vorinformation an diesen Film geht, dann wird man erst mal kräftig durchgeschüttelt. Bis die Geschichte nämlich ihren Lauf nimmt, vergehen schon ein paar Minuten. Die Charaktere werden oberflächlich vorgestellt und man wähnt sich in einem Film ohne sichtbaren Zusammenhalt. Glücklicherweise ändert sich das mit der Zeit und die einzelnen Figuren nehmen ihre Plätze ein. Wenn dann die Entführung zum Hauptthema wird, dürfen die Jungstars ihre Talente voll ausspielen. Überhaupt, Alpha Dog mag mit grossen Namen wie Bruce Willis oder Sharon Stone werben, der Film an sich gehört ganz klar den Jungen.
So ab Mitte Film nimmt dann auch die Spannung schön artig zu, bis man schlussendlich auf ein gut inszeniertes und dramatisches Finale hinsteuert. Die Szene von Sharon Stone, die im Fat-Suit noch ein paar Worte von sich gibt, ist dann allerdings des Guten zuviel. Overacting nennt man das wohl.
Wer sich noch an The Girl Next Door erinnern kann, dem könnte Emile Hirsch bekannt vorkommen. Er mimt die Hauptfigur, der alles ein bisschen über den Kopf wächst. Und das macht er auf überzeugende Weise. Wie auch sein Kollege Justin Timberlake, der seine Mitstreiter zwar nicht an die Wand spielt, aber glücklicherweise seiner Figur eine schöne Portion Glaubwürdigkeit verleiht. Die grossen, und oben erwähnten, Namen geben sich mit Nebenrollen zufrieden und X-Men 3-Angel Ben Foster rüpelt sich ein bisschen einsam durch die Geschichte.
Fazit: Alpha Dog ist ein guter, solider Thriller mit einem grossen Schuss Drama. Durchwegs passable Schauspielleistungen machen aus dieser "based on True Events"-Geschichte einen packenden, aber nicht weltbewegenden Film, durch den man sich auf einmal ertappt, im Internet nach näheren Angaben über Jesse James Hollywood zu suchen.
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4.2 Sterne (76 Bewertungen) | 16 Kommentare



