Zathura (2005)

Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum

Zathura (2005) Zathura - Ein Abenteuer im Weltraum

Oder: Dont Push the Button

Zathura

"Zum letzten Mal, es gibt kein Popcorn zum videogucken!"

Papa (Tim Robbins) hat keinen einfachen Job als allein erziehender Vater. Seine zwei kleinen Söhne sind endlose Streithähne. Der ältere Walter ignoriert stets den jüngeren Danny, welcher eigentlich nur beachtet werden will. Dazu kommt noch eine pubertierende grosse Schwester, welche sich stets ihrer männlichen Geschwister nervt. Als Papa eines Tages ausser Haus ist und Walter seinem Bruder wieder einmal eine Abreibung verpassen will, sperrt er diesen in den Speiselift. Danny wird in den Keller transferiert, und findet dort eine alte vergilbte Spieleschachtel. "Zathura" steht gross darauf geschrieben, und Danny entscheidet sich, das Spiel mit seinem Bruder zu spielen.

Zathura

"Garten? Welcher Garten!?!"

Doch dieser guckt lieber den SportsChannel, und so fängt Danny schon mal alleine an. Schon nach dem ersten Spielzug passieren seltsame Dinge in der Wohnung. Und als sich das gesamte Haus plötzlich im Weltall wiederfindet und das Spiel im "echten" Leben allerhand unerfreuliche Reaktionen auslöst, wollen die zwei nur eins: möglichst schnell wieder nach Hause. Ach, und irgendwo im Haus schläft ja noch Schwesterherzchen ihren Rausch aus...


DVD-Rating

Chris van Allsburg hat ein goldenes Händchen mit seinen literarischen Vorlagen. Nicht nur Zathura stammt aus seiner Feder, sondern auch die Bücher über den Polar Express oder Jumanji. Vor allem Letzteres ist praktisch der Vorläufer von Zathura. Oder ist das Weltraumabenteuer einfach eine andere Variante des damaligen Kinohits mit Robin Williams? Denn grundsätzlich gehts in beiden Filmen ums genau gleiche. Ein Spiel, unendliche Fantasiewelten und die einzige Möglichkeit dem Abenteuer zu entkommen ist diejenige, das Spiel offiziell zu beenden.

Wer sich The Break Up dieser Tage in den Kinos ansieht, der wird an dem (inzwischen) dicklichen Filmkumpel von Vince Vaughn schon begegnet sein. Jon Favreau versucht auf beiden Schienen zu fahren. Ein bisschen schauspielern und dann wieder auf dem Regiestuhl Platz nehmen. In welcher Tätigkeit mehr Talent vorhanden ist, müssen die Zuschauer selber entscheiden. Zathura floppte auf alle Fälle an den Kinokassen, was Hollywood nicht davon abhielt, die Verfilmung des Iron Man in die Hände dieses Regisseurs zu legen.

Zathura hat sich natürlich an Jumanji zu messen und geht dabei gnadenlos unter. Der Humor fehlt praktisch komplett, die Abenteuer im Weltall sind nett, aber belanglos und sogar von den düsteren Zorgonen geht schlussendlich recht wenig Gefahr aus. Die sehen eher aus wie eine gepimpte Version von Mario's "Yoshi" und das Entkommen der Helden ist eh kaum in Frage gestellt. Der Twist mit dem Astronauten ist gut ausgedacht, aber schlussendlich für einen "Kinderfilm" (ich betitle jetzt Zathura einfach mal so) zu verwirrend.

Die Schauspieler machen ihre Sache ordentlich. Tim Robbins allerdings wird gnadenlos verheizt. Ebenso wie Kristen Stewart, die hauptsächlich schläft oder gefroren im Badezimmer steht. Die Jungs sind hingegen gelungen. Auch wenn die Konfrontationen gesucht sind und die Moral von der Geschichte aus den Lausebengeln zu schnell Wunschkinder macht.

Was bleibt sind die Spezialeffekte und die sind sehr durchwachsen. Das fliegende Haus, das langsam aber sicher immer weniger wird beschert uns ein paar schöne Bilder. Der Roboter hingegen ist superdämlich und die Bösewichte, wie angesprochen, kaum sehenswert.

Fazit: Wer Jumanji gesehen hat, hat sich bereits die bessere der zwei "Abenteuer-Brett-Spiel-Filme" reingezogen. Zathura hinkt hinterher und vermag dem grossen Bruder weder in Sachen Spannung noch Humor das Wasser reichen. Dafür fehlen einfach die interessanten Momente und die Spannung. Denn in Zathura ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder alles zum Guten wendet. Und das weiss man leider bereits nach dem ersten Spielzug.

Natürlich sind als DVD-Features vor allem Berichte über Special-Effekte, die Monster und das Haus vorhanden, welche dann auch recht interessant daher kommen. Besser ist allerdings der kurze Blick über die Schulter des Erfinders der Geschichte, Chris van Allsburg, dessen Kunst mehr als einen Blick wert ist. Über Miniaturmodelle und das Design des Spiels an sich wird auch noch berichtet, jedoch ohne gross was Neues preis zu geben, was man nicht in den anderen Features schon gesehen hätte. Ein paar Trailers und ein Audiokommentar gehören natürlich auch dazu. Der Ton ist sauber und ohne Rauschen, während das Bild ebenfalls ohne Störungen oder ekliges Gezitter rüberkommen.

3.0 Sterne 4.0 Sterne
3.0 Sterne (20 Bewertungen) | 0 Kommentare

2.52.5
04.08.2006 / neh (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.07.2006

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: Audiokommentar, Die Spezialeffekte, Making-of, Die Besetzung, Miniaturmodelle, Die Welt von Chris Van Allsburg, Zorgons und Co., Entwicklung und Design des Spiels, Trailer