The World's fastest Indian (2005)
Mit Herz und Hand
The World's fastest Indian (2005) Mit Herz und Hand
Oder: Offerings to the God of Speed
Nichts ist Burt Munro (Anthony Hopkins) lieber als seine "Indian Scout". Das über vierzigjährige Motorrad hegt und pflegt er, als wär's sein Kind. Solange seine Maschine noch immer schneller ist als diejenigen der Dorfgang ist es Burt auch egal, dass er selbst in einem heruntergekommenen Mechanikerschuppen hausen muss. Mit seinen teils ziemlich unorthodoxen Methoden macht der Exzentriker seinen Nachbarn zwar keine Freude, dafür bewundert ihn der Nachbarsjunge Tom (Aaron Murphy) umso mehr.
Langsam nagt der Zahn der Zeit aber nicht nur am Motorrad, sondern auch an Burt selbst. Sein Doktor gibt ihm nur noch wenige Monate. In diesen will Burt seinen Lebenstraum verwirklichen: Auf den Salt Flats in Utha (USA) endlich beweisen, dass seine Indian tatsächlich die schnellste der Welt ist. Seine neue Freundin (Annie Whittle) und Tom helfen ihm, die nötigen finanziellen Mittel aufzutreiben. Und so macht er sich per Schiff mit seinem Motorrad auf.
In Los Angeles trifft Burt auf eine ihm bislang unbekannte Welt. Mit seiner gutgläubigen Art findet er aber bald Hilfe: Transvestit Tina (Chris Williams) und Autoverkäufer Ferando (Paul Rodriguez) helfen ihm, die ersten Kulturschocks zu überstehen. Auf dem Weg nach Utha findet er weiter Freunde, Dank denen er es rechtzeitig zu den diesjährigen Rennen auf den Salzseen schafft. Doch dort ist der alte Mann auf seiner Maschine alles andere als Willkommen...
Kinofilm-Rating
Wer sich wie ich naiverweise ohne Vorkenntnisse ins Kino hockt und einen Western erwartet, outet sich als Motorradbanause. Nein, mit Indianer hat der Film nur sehr wenig am Hut - bis auf das Logo des Motorrads. Die Marke Indian ist heutzutage besonders bei Sammlern sehr beliebt und sind seit je her für ihre Zuverlässigkeit und Stabilität bekannt.
Doch der Film vermag auch ohne Vorkenntnisse zu begeistern: Die Gutmütigkeit, gepaart mit seinem Ehrgeiz im hohen Alter das zu erreichen, was alle für unmöglich halten, machen The World's Fastest Indian zu einem tollen Kinoerlebnis. So sind es denn auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, welche besonders überzeugen mögen. Selbst in den schrulligsten Personen sieht Munro das Gute. Dabei sind die Dialoge mit dem Transvestit ein erster Höhepunkt. Und zu guter Letzt bleibt im letzten Filmdrittel auch Spannung und Action nicht auf der Strecke.
Die Geschichte basiert lose auf echten Geschehnissen. Dabei interessierte den Regisseur Roger Donaldson (Cocktail, Species) hauptsächlich die Person Burt Munro. Dieser hat er bereits in früheren Jahren den Dokumentarfilm Offerings to the God of Speed gewidmet. Mit Anthony Hopkins hat er nun den perfekten Schauspieler gefunden. Der ganze Film lebt vor allem durch seine charmante Charakterdarstellung.
Ein kleiner Wehmut bleibt allerdings die Länge des Filmes. Diese ist mit über zwei Stunden zu lange. So hätte die eine oder andere Person, die Munro auf seiner Reise trifft, ohne weiteres weggekürzt werden können. Ein bisschen mehr "Speed" hätte dem Film nicht schlecht getan. Die Indian Scout ist ja schliesslich auch für ihre Geschwindigkeit bekannt.
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5.1 Sterne (41 Bewertungen) | 7 Kommentare



