Wolf Creek (2005)

Wolf Creek (2005)

Oder: unfreiwillige Gespielinnen

Wolf Creek

Schaut mal, ich kann nicht glauben, was ich da sehe...

Die drei Freunde Liz (Cassandra Magrath), Kirsty (Kestie Morassi) und Ben (Nathan Phillips) reisen mit ihrem neu gekauften Auto durch das australische Outback. Ihr Ziel ist der so genannte Wolf Creek, wo es einen gigantischen Meteorkrater hat. Die Reise dorthin ist allerdings lang, denn der Krater befindet sich irgendwo im Niemandsland. Als sie endlich dort ankommen, rennen sie übermütig über den Kraterrand und machen es sich innerhalb der gigantischen Mulde gemütlich.

Wolf Creek

ein Schatten in der Wüste....

Als sie jedoch am Abend abreisen wollen, startet der Wagen nicht mehr, und sie sind mitten im Outback gestrandet. Doch Hilfe kommt schneller als erwartet: Noch in derselben Nacht kommt ein unbekannter Mann angefahren, der den drei Freunden anbietet, das Auto zu seinem Haus zu ziehen, um dort ihren Wagen zu reparieren. Die drei Freunde stimmen zu, und schon werden sie ins Ungewisse abgeschleppt.

Nach einer viel zu langen Fahrt treffen sie bei einer verlassenen Mine ein, die sich in desolatem Zustand befindet, und Mick (John Jarratt) macht sich sofort beim Wagen an die Arbeit. Doch die Arbeit kann nicht an diesem Abend erledigt werden, also setzen sie sich gemütlich ans Feuer und stossen auf ihr Treffen an. Erst als die drei Freunde am nächsten Morgen wieder aufwachen, merken sie, dass sie entführt worden sind und Mick überhaupt kein Interesse dran hat, ihnen zu helfen. Ein tödlicher Kampf ums Überleben beginnt.


DVD-Rating

Als Wolf Creek damals angekündigt wurde, galt er als die grosse Horrorhoffnung. Wie üblich basierte er grob auf realen Ereignissen und sollte ein durchaus beängstigender Schocker werden. Die Figuren waren gesetzt, jetzt musste Regisseur Greg McLean sie nur noch richtig einsetzen. Hat er es geschafft, einen wüsten australischen Schocker abzuliefern? Jein, was zwar sehr realistisch daherkommt, bleibt über weite Strecken primär langweilig und kann nur bedingt überzeugen.

Wolf Creek ist klar eine Kreuzung zwischen dem bekannten Texas Chainsaw Massaker-Szenario und einem Roadmovie mit einigen Kids. Leider gewichtet dabei der eher dümmliche Teenie-Roadmovie viel mehr, als der eigentliche Horrormoment. Erst viel zu spät, nachdem man sich schon lange an den Hauptdarstellern satt gesehen hat und die schönen Landschaftsbilder beinahe nicht mehr faszinieren können, beginnt sich das Horrorklischeerad zu drehen. Dazu kommt, dass die Charaktere etwa soviel Tiefe haben, wie eine ausgetrocknete Pfütze, und wer nur grob die Inhaltsbeschreibung gelesen hat, weiss genau, wie sich die Storyline primär entwickelt.

Nachdem man sich rund eine Stunde gelangweilt und den Teenies auf Reisen zugesehen hat, bleibt wie üblich der Wagen im Nirgendwo stehen. Natürlich erhalten sie von einem komischen Typ Hilfe, und, ebenso klar, meint es der Typ nicht nur gut mit den drei Freunden. Obwohl John Jarratt als mysteriöser und sadistischer Mick Taylor einen frischen Wind in die Sache bringt und er den Killer auch wirklich gut spielt, hat man schon lange das Interesse an den Hauptdarstellern verloren.

Eines muss man Wolf Creek jedoch lassen. Wenn der Horror überhand nimmt und es nur noch darum geht, die Protagonisten so sadistisch wie möglich umzubringen, geht es recht schonungslos und realistisch zur Sache. Obwohl er dabei keine Splatterorgie wie Saw 3 veranstaltet, reicht es aus, um einige sehr düstere und intensive Szenen zu bieten. Nach den ersten erfolgreichen Fluchtversuchen verliert Wolf Creek dann allerdings immer mehr an Zug und obwohl es dann noch eine ganz gelungene Verfolgungsjagd gibt, bleibt die Auflösung mehr als banal.

Fazit: Wolf Creek ist leider weit von der erwarteten Horrorhoffnung entfernt. Obwohl sich Wolf Creek bemüht, realistisch zu bleiben und auch die schöne Landschaft von Australien sehr gut einsetzt, herrscht beinahe eine Stunde lang dumpfe Langeweile. Selbst das deutlich erkennbare Texas Chainsaw Massacre-Muster hilft nur bedingt zu Spannungsmomenten. Obwohl es im letzten Drittel einige überaus sadistische Folterszenen hat und mit den Ausbrüchen und der Autoverfolgungsjagd einige sehr intensive Szenen bieten kann, bleibt eigentlich doch nur der Eindruck eines mittelmässigen Film hängen. Ein Schocker, der die Handlung völlig falsch gewichtet hat und trotz einigen sehr gelungenen Szenen unfähig war, eine halbwegs passable Auflösung zu bieten und selbst mit 104 Minuten rund 20 Minuten zu lang war.

Die DVD bietet den Film in scharfer und klarer Bildqualität, bei der man die teilweise sehr schönen Landschaftsbilder richtig geniessen kann. Der Ton überzeugt und lässt es angenehm krachen, wenn es sein muss. Das Bonusmaterial hat das Schwergewicht in einem 49 Minuten langem Making Of, das beinahe alle Aspekte der Produktion beleuchtet und auch gut dokumentiert. Ansonsten gibt es den üblichen Audiokommentar, einige Trailers und entfallene Szenen.

3.8 Sterne 4.6 Sterne
3.8 Sterne (29 Bewertungen) | 2 Kommentare

33
14.08.2007 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 09.03.2007

  • Bildformat: Widescreen (1.78:1 - anamorph)
  • Sprachen: Deutsch Dolby Digital 5.1, Englisch Dolby Digital 5.1, Deutsch DTS Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar von Greg McLean, Matt Hearn, Cassandra Magrath und Kestie Morassi, Making of, Deleted Scenes, TV Spots, Trailer