Where the Truth Lies (2005)

Wahre Lügen

Where the Truth Lies (2005) Wahre Lügen

Oder: Lügen haben schöne Beine

Where the Truth Lies

Noch fliegen...

Die 50er Jahre waren ihre Zeit. Lanny Morris (Kevin Bacon) und Vince Collins (Colin Firth) sind die gefragtesten Entertainer von Amerika. Als Schützlinge des Mafiabosses San Marco (Maury Chaykin) sind sie durch unzählige Nachtclubs bühnenerprobt. Morris mimmt den witzig-frechen Komödiant, Collins sein cooler Gegenpart - das klassische Show-Duo. Ihren grossen Durchbruch feiern sie allerdings am Fernsehen. Als Hosts der nationalen, 39-stündigen Spendensammel-Show "Telethon" unterhalten sie mit Witz, Tanz und Gesang.

Where the Truth Lies

... und lieben sie

Sie sind berühmt und reich - und die Frauenwelt liegt ihnen zu Füssen, und mit ihnen im Bett. Für Frauennachschub sorgt vor allem Morris' ständiger Begleiter Reuben (David Hayman), der sich um die beiden Showstars in allen Belangen kümmert. Doch die unglaubliche Karriere nimmt ein jähes Ende, als die attraktive Studentin Maureen (Rachel Blanchard) tot in der Badewanne der Hotelsuite der beiden aufgefunden wird. Niemand weiss, wie die junge Dame dorthin gelangte - und niemand scheint es wissen zu wollen. Die beiden Showstarts haben zwar beide Alibis, dennoch leben sie sich nach dem Vorfall auseinander...

Where the Truth Lies

Noch ist nichts enthüllt...

Doch ganz in Vergessenheit gelangen Morris und Collins nie. Fünfzehn Jahre später rollt die hübsche Journalistin Karen O'Conner (Alison Lohman) die Geschichte der beiden Stars wieder auf. Sie will unbedingt hinter die Geheimnisse der beiden Männer kommen und findet einen Verleger, der bereit ist, Morris eine Million Dollar für die Enthüllung zu bezahlen. Einzige Bedingung: Die Wahrheit über den Skandal, der das Duo zerbrechen liess, muss erzählt werden...


Kinofilm-Rating

Stars, Glamour und dunkle Geheimnisse - eine immer wieder gerne präsentierte Kombination und faszinierende Ausgangslage vieler Filme. Dieses eigentlich einfache Konstrukt kann man beliebig kompliziert und verzwickt in eine eigentliche Geschichte verpacken. Oder man versucht, durch eine verwirrte Rahmengeschichte das ganze undurchschaubar zu machen. Where the truth lies hat sich leider für die einfachere - zweite - Variante entschieden.

Dabei wäre die Ausgangslage so einfach: Zwei Stars finden auf ihrem Karrierehöhepunkt eine Leiche im Zimmer. Die Karriere geht in Brüche. 15 Jahre später versucht eine Journalistin der mysteriösen Leiche auf den Grund zu gehen und wird selber in die Geschichte verwickelt. Die ständigen Wechsel in die Vergangenheit verwirren jedoch so sehr, dass mir erst gegen Ende des Filmes klar wurde, was überhaupt Sache ist. Die beiden Damen - die später tote Studentin sowie die Journalistin - sehen einander zu ähnlich. Einzig die Schnauzer, die sich die beiden alternden Showstars 15 Jahre nach dem Ereignis inzwischen zugelegt haben, helfen manchmal den Überblick wieder zu finden.

Damit nicht genug, werden die Ermittlungen der Journalistin mit Erzählungen aus einer Autobiografie von Showstar Morris überlagert - die daraus entstehenden verschiedenen Ansichten der Geschehnisse sind ebenso verwirrend wie mein Versuch, diese Verworrenheit in Worte zu fassen... Ich kann mir gut Vorstellen, dass die verstrickte Geschichte bei der filmischen Umsetzung der Buchvorlage - Where the truth lies von Rupert Holmes - gelitten hat.

Schade. Denn Kevin Bacon und Colin Firth verkörpern die beiden Stars wirklich überzeugend, Soundtrack und überhaupt das ganze Film-Noir Setting des Filmes sind stimmig und vielfach prickelnd erotisch. Einzig Alison Lohman als kritische Journalistin nimmt man(n) ihre Rolle nicht wirklich ab.

Immerhin beruhigend: Am Schluss ist der Fall gelöst, die (fast zu banalen) Vorkommnisse aufgedeckt und alles klar. Oder auch nicht.

4.2 Sterne
4.2 Sterne (20 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.53.5
25.01.2006 / th