War of the Worlds (2005)

Krieg der Welten

War of the Worlds (2005) Krieg der Welten

Oder: Potzblitz, es gibt auch böse Ausserirdische!

War of the Worlds

Gubrist, Montag morgen

Am örtlichen Dock hat einer endlich Feierabend. Ray Ferrier (Tom Cruise) hats verdient, nach Hause zu gehen und die Arbeit Arbeit sein zu lassen. Seine Kinder Robbie (Justin Chatwin) und Rachel (Dakota Fanning) warten schon. Ein Wochenende bei Daddy steht auf dem Programm. Die Ex-Frau (Miranda Otto) musste mal wieder auf Ray warten. So unpünktlich und unverlässlich er auch ist, das Recht, seine Kinder zu sehen, verwehrt sie ihm nicht. Teenager Robbie ist dann auch überhaupt nicht erfreut, das Weekend hier zu verbringen.

Die Mutter (und ihr neuer Freund/Mann) gehen ihres Weges und Ray hat die Kinder nun für sich. Im Garten draussen werden sie Zeugen von mysteriösen Blitzen, einem extrem dunkeln Himmel und einem Naturschauspiel, dass es sich anzuschauen lohnt. Als die Blitze allerdings in der Strasse einschlagen, bricht Panik aus. Denn wo normalerweise Donnergrollen folgt, kommt hier gar nichts. Dafür schlagen die "Blitze" mehrmals am gleichen Ort ein, was irgendwie auch nicht sein kann.

War of the Worlds

Flucht vor Scientology?

Die Kinder im Haus gelassen, macht sich Ray auf, dem ganzen Wetterspektakel auf den Grund zu gehen. Er rennt durch die Strassen und wird an der Kreuzung Zeuge eines brutalen, unbarmherzigen und feindlichen Auftauchen eines Tripods. Dieser Roboter auf drei Beinen schiesst Lichtstrahle und vernichtet innerhalb von Sekunden diverse Menschenleben und Gebäude. Ray macht sich auf, das einzige zu retten, was ihm wichtig ist: Seine Kinder!

War of the Worlds

Eine Seefahrt, die ist lustig....

Im gestohlenen Auto gehts aus der inzwischen fast ausgelöschten Stadt raus. Doch was sie miterleben müssen, ist nur der Anfang einer Invasion, wie in die Welt noch nie gesehen hat. Überall auf der Welt stellen sich Tripods auf, jagen Menschen, vernichten die Erde. Es gibt kein Entkommen, denn diese Ausserirdischen sind nicht nur auf festem Boden anzutreffen, sondern auch im Wasser und in der Luft. Durch ihren Schutzschild vor den Angriffen der US-Army geschützt, wird die Erde Stück für Stück auseinander genommen.

Und mittendrin rennt, schwimmt, flieht und versteckt sich Ray Ferrier mit seinen beiden Kindern, von denen eines seinen eigenen Weg gehen will. Das Ziel der Reise: Boston, wo die Mutter hingefahren ist und wo man wohl gemeinsam dem Tod ins Auge blicken muss. Oder?


DVD-Rating

Mit Spannung habe ich auf ein erneutes SF-Abenteuer mit viel Ausserirdischem von Steven Spielberg gewartet. Die Ansage mit War of the Worlds kam da ganz gelegen, auch wenn der zuletzt oft allzu ernsthafte Regisseur hier erstmals die böse Seite der Aliens zeigen wollte. Sowas müsste ja eigentlich gut gehen. Und das tut es auch. Trotz der Möglichkeiten ein wahres Effektefest zu betreiben, zieht Spielberg alle Register um die Effekte nicht erstrangig erscheinen zu lassen. Was natürlich nicht heisst, dass diese nur von zweiter Wahl wären. Die Spezialeffekte in War of the Worlds sind Klasse!

Steven Spielberg versucht sich in einer Mischung aus Lebens-/Familienkrise, "Rette sich wer kann" und Apokalypse. Nicht alles gelingt ihm dabei so, dass er ein packendes Familiendrama daraus machen kann. Das ist vor allem dem schwülstig-kitschigen Ende anzulasten, nach A.I. ein weiterer Fehlgriff in Sachen Dramaturgie. Die besten Momente hat der Film sowieso in der ersten Hälfte mit der beklemmenden Invasion, der Fährenszene und dem panischen Mob, der vor nichts zurückschreckt.

Handwerklich ist dem Film eh nichts vorzuwerfen, dafür ist Spielberg längst zu abgebrüht und steht hinter solchen Projekten wie Köbi Kuhn hinter der Fussball-Nati. Das beweist er nicht nur in eindrucksvollen Bildern und faszinierender Bilddramaturgie, War of the Worlds verdankt seine Faszination auch einer fast episodenhaften Aufsplittung (vor der Invasion, die Invasion, Flucht, Trennung, der Keller usw.). Hier liegt aber auch eine Schwäche des Films, der versucht tiefgründiger zu sein als er eigentlich sein sollte. Auch darstellerisch vermag das dann eben nicht immer zu überzeugen, der Tom Cruise Charakter erscheint dann doch überzeichnet und flach, Tim Robbins erwischt eine merkwürdige Rolle in einer toll gemachten Sequenz und die Jungstars sind, naja, eben Jungstars.

Ansonsten ist War of the Worlds eine wohltuende Steigerung gegenüber dem dumpfen, überlangen The Terminal (der Vergleich ist eh nur Spielbergintern gestattet), ein tolles "Remake" und saubere Kinounterhaltung, auch wenn das Ende sehr schnell abgehandelt wird. Man achte auch auf eine drohend-packende Filmmusik von John Williams und grandiose Spezialeffekte!

Extras der Special Edition: Ein mehrteiliges, zum grossen Teil informatives und recht spannendes Kurz-Making-Of, aufgesplittet in Vorproduktion, kurze Rückblicke auf das Original, Produktion, Effekte, Charaktere, Musik etc. mit dem gewohnten gegenseitigen Schulterklopfen und noch ausführender in den Produktionstagebüchern. Bildmässig ist die DVD nicht Spitze. Die optischen Feinheiten gehen in der Grobkörnigkeit und etwas Rauschen leider doch ein wenig unter. Auch die Schärfe ist nicht 100%ig überzeugend. Dafür ist die Tonspur wirklich atemberaubend und holt das letzte aus der Dolby-Anlage heraus.

3.5 Sterne 4.0 Sterne
3.5 Sterne (192 Bewertungen) | 4 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
25.11.2005 / muri (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

Premium Edition, erschienen am 24.04.2006

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1, DTS), Englisch, Türkisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch. Disc 2: Deutsch, Englisch, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch
  • Extras: Neuerschaffung der Invasion - Einführung von Spielberg, Das Vermächtnis von H.G. Wells, Die Vorvisualisierung, Design des Feindes, Produktionstagebuch: Ostküste, Produktionstagebuch: Westküste, Spielberg und die alte Filmversion.