Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit (2005)
Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
Wallace & Gromit: The Curse of the Were-Rabbit (2005) Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
Oder: Gemüse in Gefahr!
In einem friedlichen englischen Dörfchen ist die ganze Bevölkerung vom Gemüsezüchterfieber ergriffen: In wenigen Tagen findet die alljährliche "Giant Vegetable Competition" statt und bis dahin gilt es, das sorgsam gehegte Gemüse zu pflegen und zu letzten Wachstumsschüben anzuspornen. Besonders wichtig ist in dieser finalen Vorbereitungsphase zudem der effiziente Schutz vor Schädlingen und Schmarotzern, die das mögliche Siegergemüse anknabbern und damit den Traum von der goldenen Karotte, der begehrten Siegestrophäe, zerstören könnten.
Die Dorfbewohner und Gemüsezüchterinnen sind deshalb froh und dankbar, dass sie mit "Anti-Pesto" einen zuverlässigen und ausgeklügelten Schutzdienst haben, der ihr Gemüse vor den scharfen Schneidezähnen hungriger Kaninchen bewahrt. "Anti-Pesto", das sind Wallace und Gromit, ein käsevernarrter Erfinder und sein genialer, "Dogwarts"-prämierter Hund. Dass die beiden die unerwünschten Karotten- und Kürbis-Knabberer nicht nur schnell, sondern auch auf ganz humane Weise einfangen, findet besonders die gleichermassen tier- wie gemüseliebende Lady Tottington ein herausragendes Merkmal von "Anti-Pesto".
Es scheint also alles in bester Ordnung zu sein. Dann jedoch, eines Nachts, wird das Dörfchen von einem Ungeheuer heimgesucht. Dem übelsten Ungeheuer, dass es so kurz vor dem Gemüsewettbewerb überhaupt geben kann: ein gigantisches, gemüsehungriges Riesenkaninchen - The Were-Rabbit! Die Dorfbevölkerung ist verzweifelt, denn ein solcher Schädling so kurz vor dem Wettbewerb gefährdet nicht nur das Gemüse, sondern stellt sogar die Durchführung der traditionellen "Giant Vegetable Competition" in Frage. Es ist deshalb klar, dass das Untier eingefangen und/oder vernichtet werden muss.
Wallace & Gromit alias "Anti-Pesto" machen sich auf die Jagd. Das Riesenkaninchen jedoch entkommt allen Fangversuchen und ruiniert die Gemüsegärten der erzürnten Dorfbewohner gleich reihenweise. Der Wettbewerb rückt immer näher, die Zeit wird knapp...
Kinofilm-Rating
Fünf Jahre ist es her, seit Peter Lord und Nick Park mit Chicken Run einen Plastilinfigurenfilm in voller Kinolänge gezaubert haben, zehn Jahre gar, seit mit A Close Shave das bis anhin jüngste Abenteuer von Wallace & Gromit geschaffen wurde. Das lange Warten auf ein neues Werk aus der Claymation-Küche der Aardman-Studios hat sich aber gelohnt. Sehr sogar.
The Curse of the Were-Rabbit ist nach drei Kurzabenteuern der erste Leinwandauftritt von Wallace & Gromit in Spielfilmlänge. Die Story bietet dabei alles, was man von den beiden coolen Knetfiguren kennt und erwartet: Eine rasante, spritzige Geschichte, irre technische Erfindungen und Maschinen, herrliche Figuren sowie eine mitreisende musikalische Untermalung.
Die Geschichte um das Riesenkaninchen mag dabei auf den ersten Blick zwar als etwas simpel erscheinen - in ihrer Umsetzung ist sie das aber nicht im Geringsten. Die Erzählung startet fulminant und bleibt in den ganzen fünfundachtzig Minuten des Films konstant spannend, mitreissend und ausgesprochen unterhaltsam. Geboten werden wilde Verfolgungsjagden, unheimliche Nachtszenen sowie zwischenmenschliche und -tierische Beziehungsgeschichten; alles stetig durchwoben von einem feinen, wunderbaren Humor und Witz. Nicht nur die Story und das Abenteuer an und für sich sorgen für Heiterkeit, sondern besonders auch die unzähligen Anspielungen auf bekannte Filme und Szenen, die - wie schon bei Chicken Run - dermassen zahlreich und stellenweise so feinsinnig in den Film eingewoben sind, dass man erst beim zweiten oder dritten mal Zuschauen alle gefunden und erkannt haben wird.
Die Figuren und das Set sind ebenfalls eine Klasse für sich. Liebevoll und enorm detailbewusst gestaltet, wirkt die Szenerie so echt (und very british!), dass man zu gerne einmal an einen dieser Orte reisen würde - zum Beispiel zu Lady Tottingtons Anwesen, um dort ein Runde auf dem Karusell mit den vielen Lichtlein zu drehen und anschliessend eine Zuckerwatte zu kaufen. Die Figuren beeindrucken durch ihre Lebendigkeit und die Ausagekraft ihrer Mimik und Gestik: Obwohl Gromit kein einziges Wort spricht, erzählt er mit seinem Gesichtsausdruck und seiner Körperhaltung alles, was es zu erzählen gibt. Die verschiedenen Charaktere, auch jene, die nicht im Zentrum der Geschichte stehen, sind durchs Band echte Persönlichkeiten, die man sofort ins Herz schliesst. Und bei den Kaninchen kommt der Jööö-Faktor voll und ganz zum Tragen.
Es gäbe noch so viel zu erwähnen - wie zum Beispiel die tolle Musik von Komponist Julian Nott. Andererseits soll vom Film so wenig wie möglich verraten werden, um niemandem das Vergnügen zu nehmen, selber mit dem "Anti-Pesto"-Duo auf Entdeckungsreise zu gehen. Der Lobgesang sei deshalb an dieser Stelle beendet, mit der Aufforderung: Hingehen, sich verzaubern lassen, viel lachen und geniessen! The Curse of the Were-Rabbit ist nicht nur für Wallace & Gromit-Fans Kino vom Feinsten.
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